Wachsender Rassismus und speziell eine Abneigung gegen Polen scheint auf den eigentlich traditionell ausländerfreundlichen britschen Inseln auf dem Vormarsche zu sein, warnt der Vorsitzende der Polonia in Großbritannien Janusz Kochanowski den polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski in einem langen Bericht. Demnach sollen vor allen Dingen auch die Gewaltdelikte gegen Polen im vergangenen Jahr um 20% gegenüber dem Vorjahre gestiegen sein. Dem Inhalt des Kochanowski Berichtes zufolge, der die Überschrift " Auf den Inseln werden immer öfter Polen geschlagen" trägt, befinden sich vor allen Dingen polnische Einwanderer die in kleinen Städten und Gemeinden auf dem Lande wohnen in einer "schlimmen" Lage, von dort kommen die meisten Meldungen über Gewaltakte gegen Polen. Ein Grund hierzu sollen die teilweise besser ausgebildeten Einwanderer sein, die in Konkurrenz zu nicht so befähigten britischen Einwohnern, auf einem sich daramtisch verschlechternden Arbeitsmarkt stünden.
Janusz Kochanowski hat in seinem Brief an das polnische Aussenministerium Gründungen von Programmen aufgelistet, welche nach Meinung der polnischen Vereinigung "ZP" in Großbritannien, wirksame Gegenmittel zu einer wachsenden antipolnischen Stimmung auf den Inseln sein sollen. Eines dieser Mittel soll anstelle von Arbeit, der kostenlose Englisch- Untericht für die polnischen Einwanderer sein. Gleichfalls wolle man dafür kämpfen dass mehr Polen in öffentliche Dienste übernommen werden sollen und eine adäquate Gesundheitsfürsorge und korrektere Lebensbedingungen für die Einwanderer geschaffen werden. Die "ZP" möchte allerdings auch durchsetzen, dass jeder Pole Einwanderer oder nicht, ohne großartige Registrierung von britischen Ärzten und Krankenhäuser komplikationslos aufgenommen wird.
Die Polen sind seit der Öffnung des britischen Arbeitsmarktes für einige osteuropäische Länder im Jahre 2004 die größte Ausländergruppe auf den Britischen Inseln geworden. Mindestens 600 000 sollen es derzeit offiziell sein. Manche Briten befürchten aber nun, daß ihr Land eines Tages von Ausländer überschwemmt sein wird. Die Boulevard Presse und auch verschiedene Fernsehsender scheinen sich derzeit überwiegend mit einer wahren Hetzkampagne gegen polnische Einwanderer zu beschäftigen. Hinzu kommen Meldungen wie jene der Gesundheitsbehörden, dass Polinnen nur zum Zwecke der Abtreibung kurzfristig auf die Inseln kämen und schon kurz nach dem Eingriff wieder in die Heimat fahren würden, was dem Staate erhebliche Mittel kosten würde.
Im Jahre 2011 will auch Deutschland die Tore des heimischen Arbeitsmarktes für Arbeitssuchende aus den neuen EU Ländern öffnen. Auf diesen Zeitpunkt warten viele Polen die jetzt noch auf den britischen Inseln ihr Glück suchen. Hier sind sie meist näher ihrer Heimat und umfangreich gegen anti-polnische Stimmungen oder Übergriffe geschützt. Die deutsche Ausländerpolitik ist in Europa fast einmalig, denn hier dürfen die Einheimischen sogar von den Einwanderern diskriminiert werden, was anderherum durch Staatsschutz und Polizei teilweise brutal unterbunden wird. Doch in Deutschland leben bereits schätzungsweise bis zu 6 Millionen Menschen mit polnischem Blut die sich hervorragend in die Gesellschaft integriert haben und eine gute Empfehlung für nachrückende Generationen sind.
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Kann Briten verstehen
Geschrieben von: Stefan Hagemann () am 27-05-2011 20:11