Seite 1 von 2 BVB-Stürmer Euzebiusz Smolarek, Polens Fußballer des Jahres, soll bei der WM das Spiel seiner Mannschaft ankurbeln. Die Partie gegen Deutschland steigt ausgerechnet ? im Westfalenstadion.Als sich die Fußballer von Borussia Dortmund im vergangenen Dezember zu ihrer Weihnachtsfeier getroffen haben, musste Euzebiusz Smolarek, den alle Welt nur Ebi ruft, die Runde für einige Minuten verlassen, um einer angenehmen Pflicht nachzukommen. Der Stürmer wurde bei der größten Samstagsshow des polnischen Fernsehens zugeschaltet, um als Fußballer des Jahres seines Landes geehrt zu werden. Der schüchterne junge Mann hat das gesagt, was er zu solchen Gelegenheiten stets äußert: Wie sehr es ihn überrasche, dass er in seiner Heimat so ungeheuer populär ist. Eine übertrieben bescheidene Attitüde ist das nicht, denn die Wertschätzung, die der 25-Jährige in der polnischen Öffentlichkeit genießt, ist verblüffend. Smolarek ist zwar in der polnischen Stadt Lodz geboren, hat aber im Land seiner Eltern nie Fußball gespielt. Als er fünf war, verließ sein Vater Wlodzimierz mit der Familie die Heimat, um sein Geld bei Eintracht Frankfurt zu verdienen. Danach zogen die Smolareks nach Holland weiter, wo der kleine Ebi im Fußballinternat von Feyenoord Rotterdam ausgebildet wurde. Dort spielte er auch in seinen ersten Jahren als Profi, allerdings wurde sein Aufstieg 2002 durch einen Kreuzbandriss jäh gestoppt, später saß er unter Trainer Ruud Gullit meistens auf der Bank. Das änderte sich, als sich Smolarek früherer Coach Bert van Marwijk an den Youngster erinnerte. Der Holländer hatte mittlerweile in Dortmund angeheuert und veranlasste, dass er auf Leihbasis verpflichtet wurde. Auf Grund seines nimmermüden Einsatzes ("Ich gebe nicht hundert, sondern zweihundert Prozent") spielte sich Smolarek so schnell in die Herzen der schwarz-gelben Fangemeinde, dass er für 750.000 Euro aus seinem Vertrag herausgekauft und bis zum 30. Juni 2009 an den BVB gebunden wurde. Smolareks Auftritte wurden fortan regelmäßig im polnischen TV übertragen, und da konnten seine Landsleute sehen, wie er "unermüdlich wie ein Duracell-Hase" ("Kicker") durch die gegnerischen Abwehrreihen wirbelte. Als ihm in der Hinrunde dieser Saison in Kaiserslautern drei Tore gelangen, nannten ihn die polnischen Gazetten "Hurrikan Ebi". Der Popularitätsschub nahm kaum vorstellbare Dimensionen an, als sich Smolarek einen Stammplatz in der Nationalmannschaft erarbeitete und auch dort traf. Im Gegensatz zu seinem Klub in Dortmund kommt er hier nicht im Sturmzentrum, sondern im offensiven rechten Mittelfeld zum Einsatz, wo er seine läuferischen Vorzüge voll einbringen kann. Blendende Eigenvermarktung in der HeimatZusammen mit dem Leverkusener Jacek Krzynowek bildet Smolarek eine starke Flügelzange, die es immer wieder versteht, den polnischen Sturmführer Maciej Zurawski von Celtic Glasgow einzusetzen. Der traf in der Qualifikation siebenmal für sein Team, und schießt auch in der schottischen Liga Tore am Fließband. Zurawski wird mit besonderer Motivation in das Turnier gehen: "Ich habe etwas gutzumachen", sagt der 29-Jährige und meint damit die WM vor vier Jahren, als er beim Vorrundenaus der Polen torlos blieb und gegen die USA auch noch einen Foulelfmeter verschoss.
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