WARSCHAU - Laut dem Ergebnis einer Umfrage des polnischen Meinungsforschungsinstitutes CBOS die in der zweiten Woche des neuen Jahres durchgeführt und jetzt veröffentlicht wurde, sind es wie schon in den Vorjahren wieder einmal die Tschechen und Slowaken welche den Polen am meisten am Herzen liegen. Der Symphatie- Spiegel zeigt aber seit 1993 auch wachsende positive Tendenzen n der Bewertung des Nachbarn Deutschland und den Juden. Das in mehrere Kategorien eingeteilte Umfrageergebnis ordnet die Menschen anderer Nationen hauptsächlich nach Sympathie, Gleichgültigkeit oder Abneigung ein. In dieser Reihenfolge mögen die Polen am wenigsten die Araber, Rumänen, Tschetschenen, Türken, Ukrainer, Weißrussen, Russen und Zigeuner. Eine wichtige Rolle bei ihren Gefühlen zu fremden Völkern spielt aber offensichtlich auch eine EU- Mitgliedschaft, deren Inhaber automatisch besser bewertet werden.
Eine CBOS Umfrage vom Januar 2010 macht es deutlich, für Tschechen, Italiener, Franzosen, Spanier, Slowaken und Briten hegen die Polen große Sympathien. 53 Prozent der Teilnehmer dieser Umfrage entschieden zumindest so. In der zweiten Reihe (45 bis 49%) befinden sich die Ungarn, Griechen, Niederländer, Iren, Norweger und Amerikaner. Etwas weniger positiv bewertete man die Schweden, Österreicher, Belgier, Dänen, Finnen, Japaner, Litauer und Kroaten (40% bis 44%), gefolgt von Bulgaren, Esten und Letten . Zu den nächsten vier Nationen und praktisch an der Grenze zur Kategorie "Abneigung", gehört neben Georgien, Serbien und Weissrussland dann auch Deutschland mit 39 Prozent.
Obwohl die Deutschen hier sich jetzt vielleicht etwas beleidigt fühlen, sollte man berücksichtigen, dass noch vor 17 Jahren nur 23% der Polen Sympathie für sie hegten, also zu einer Zeit als es noch keine FDP/SPD/PIS- gesteuerte Hatz auf die Vertriebenenchefin Erika Steinbach gab, in die man nicht nur kollektiv ihre Befürworter mit einbezog, sondern sogar auch alle großen, blonden deutschen Frauen. Von daher ist eine derartig gewachsene Zuneigung schon äusserst erfreulich. Auf der anderen Seite verringerte sich im Laufe der Jahre die Sympathie der Polen für die Amerikaner, von 62% im Jahre 1993 auf 45% in diesem Jahr. Die CBOS Umfrage zeigt auch, dass sich in den letzten 17 Jahren deutlich der Anteil der Polen erhöht hat, die Sympathie für die Juden empfinden. Im Jahre 1993 waren dies 15 %, heute sind es mit 31 % mehr als doppelt soviele.
Die CBOS Meinungsumfrage zeigt, dass Polen positive Gefühle vor allem mit Völkern westlich ihres Landes verbinden. Mit Blick zum Osten verändert sich dagegen ihr Gesichtsausdruck. Diese Einstellung wird hauptsächlich durch zwei Stereotypen geleitet: Der reiche und zivilisierte "Westen" und ein armer und in der Regel kulturell rückständiger Osten. Der Westen ist für die Polen eine positive Bezugsgruppe, mit der man sich identifiziert und wozu man gehören möchte, obgleich mit soviel Distanz, dass man unter Umständen, auch noch im Galopp das Pferd wechseln kann.
Ein weiterer Mechanismus den man seit Jahren in Polen beobachten kann, ist der schnelle Abbau von Abneigungen und falschen Geschichtsbildern. Während die Deutschen nach wie vor kritisch in ihrem historischen Erbe verwurzelt zu sein scheinen und sich fortwährend durch Medien und Politiker zu einer kollektiven Erinnerung antreiben lassen, blocken die Polen einfach ab, zeigen aber auch viel Verständnis, oder sogar Mitleid, für die jüngeren deutschen Generationen, die schon durch Geburt in die Hände von Eintreibern von Uralt-Schulden und Überfremdern fallen.
© Polskaweb News
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Keine Türken
Geschrieben von: Jarek () am 30-01-2010 11:09