Stettin - Der eigentlich allgemein als nimmersatt geltende mittel- und osteuropäische Gebrauchtwagen- Markt ist weitläufig eingebrochen. Vor allen Dingen in Polen sank der Import von Altautos von Januar bis Anfang November diesen Jahres um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Nur etwa 592 000 Fahrzeuge wurden in diesem Zeitraum eingeführt, wobei von Monat zu Monat die Einfuhrmenge rückläufiger wurde. Im Vergleich hierzu ging Polen in 2008 mit einem Import von 1,1 Millionen gebrauchte KFZ sogar mit einem Rekord in die internationale Automobilgeschichte ein. Einen Minusrekord aber verzeichnete in diesem Jahr der West-Export von Altautos nach Russland. Nur 12500 älterer PKW und LKW fanden einen Interessenten in diesem riesigen und bevölkerungreichen Land. Auch in Tschechien und der Slowakei wurden mehr Neufahrzeuge an den Mann gebracht als Gebrauchte eingeführt.
Auch Neufahrzeug- Markt in Polen eingebrochen
Die Gründe für den rückläufigen Import von Gebrauchtwagen nach Polen sind sicherlich mit der gegenüber 2008 schwächer gewordenen polnischen Währung zum Euro sowie den Premien von EU und Regierung für den Erwerb von Neufahrzeugen zu suchen. Auch die gegenwärtige Krise und eine zuletzt rasant steigende Arbeitslosigkeit in Polen dürften eine gewichtige Rolle spielen, da auch der Neuwagenkauf in 2009 um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist. Nach wie vor ist auf dem polnischen Markt der Bedarf an gebrauchten Kraftfahrzeugen, produziert in den letzten 10 Jahren, aber enorm groß. Ein Drittel der zugelassenen PKW auf polnischen Strassen hat mehr als 16 Jahre auf dem Buckel. Insgesamt ist aber von vier Autos in Polen nur eines aus jüngster Produkion, was dann den Markt für Neufahrzeuge auch in Krisenzeiten relativ gut leben lässt.
Tschechen und Slowaken kaufen neue Autos
Anders als in Polen ist es aber in den angrenzenden EU-Ländern Central- Europas, dessen Beschäftigte etwa das gleiche verdienen wie die Polen. In der Tschechischen Republik wurden gar 50% mehr Neufahrzeuge verkauft als Gebrauchtwagen importiert. Hier hing dies aber in erster Linie mit einer neuen Steuerverordnung zusammen, welche diejenigen schlechter stellt, die gebrauchte Kraftfahrzeuge aus Westeuropa einführen. Auch in der Slowakei wurden 53 Prozent mehr neue Autos gekauft als Gebrauchtwagen importiert. Hier brachte den Erfolg sicherlich die durch die Regierung in Bratislava eingeführte Abwrackprämie mit bis zu 2000 Euro auf ein neues Auto, wobei jeweils ein über 10 Jahre altes Fahrzeug verschrottet werden musste.
Russlands Gebrauchtwagen Importe auf Null
Man sollte meinen dass in Zeiten der Krise ein Gebrauchtwagen aus dem Westen für die Russen eine echte Alternative sei, doch nichts von dem. Nach Angaben des Zolldienstes der Russischen Föderation wurden von Januar bis Ende Oktober nur 12,5 Tausend solcher Fahrzeuge importiert. Vor fünf Jahren waren es noch weit über 300 000. Diesem Effekt verdanken die russischen Bürger der Einführung von prohibitiven Tarifen zum Januar diesen Jahres, der die russische Automobil- Industrie schützen soll.
Copyright © Polskaweb News
Diskutieren Sie diese Meldung in unserem Forum
Top Artikel
Neuere Artikel
Beliebte Artikel dieser Kategorie |
|
|
Benutzerkommentare  |
|
Durschnittliche Benutzerbewertung
|
|
Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu
|