London - Der britische BBC Moderator Stephen Fry hat gewaltige Aufregung unter polnischen Einwanderern Großbritanniens und in Polen erzeugt. In einem Interview mit "News Channel 4" klagte er u.a., dass Polen an den Verbrechen im Nazi-Konzentrationslager Auschwitz beteiligt gewesen sei. Das polnische Aussenministerium in Warschau hat inzwischen über die Botschaft in London gegen die Behauptungen des populären Moderators Protest eingelegt und verlangt eine offizielle Entschuldigung. Fry lehnt eine solche allerdings ab und verweist darauf, dass Polen und andere post-kommunistische Ländern in ihrem allgemeinen und wachsendem rechts-nationalistischen Trend, unbedingt an die wenig rühmlichen Teile ihrer eigene unaufgearbeitete Vergangenheit erinnert werden müsse. Der Brite hatte erst kürzlich mit seiner Untschrift in einem offenen Brief gegen die Allianz der Konservativen im Europäischen Parlament mit der polnischen Partei Recht und Gerechtigkeit (PIS) der Kaczynski Brüder protestiert.

Kaczynski Zwillinge schaffen wachsendes Misstrauen
Stephen Fry warnte in dem "Chanel 4" Interview in erster Linie vor den möglichen Folgen eines wachsenden rechten Nationalismus in Mittel- u. Osteuropa, der in Polen, Tschechien, Ungarn und Russland schon erste Früchte trage. "Denken Sie bitte daran, auf welcher Seite der Grenze Auschwitz lag" - hatte der BBC Moderator seine Zuhörer vorgeschlagen. Derartige Klagen von Vertretern angelsächsicher Medien gegen Polen sind nicht neu und häuften sich nach der Übernahme Polens durch die Kaczynski Brüder. "Polskaweb" hat einige solcher Artikel in deutscher Sprache veröffentlicht wie z.B. aus der "New York Times": "Polen ermordeten Juden zum Zeitvertreib".
Polen protestiert gegen Anschuldigungen
Die polnische Botschafterin in London reagierte in einem Schreiben an verschiedene Tageszeitungen, welche die Anschuldigungen Frys veröffentlicht hatten, mit überraschender Offenheit im Bezug auf das Verhältnis von ethnischen Polen und Juden, wies allerdings jegliche Beteiligung ihrer Landsleute an den Verbrechen von Auschwitz zurück: "Vor dem zweiten Weltkrieg und nach der Besetzung durch Deutschland erlebte Polen den Antisemitismus. Aber zu behaupten, dass das polnische Volk und Polen als Land, in irgendeiner Form eine gemeinsame Verantwortung für die berühmten Todeslager trage, die Symbol der Schrecken des Holocaust geworden sind, ist völlig falsch und gar diffamierend, wozu auch der Hinweis auf die geographische Lage Auschwitzes gehört".
Polen will eigene Geschichte nicht aufarbeiten
Stephen Fry hatte offensichtlich mit dem geographischen Hinweis nur dass sagen wollen, was schon einige seiner Medien- Kollegen einfacher erklärt hatten. Demnach soll es der polnische Antisemitismus, angetrieben durch die katholische Kirche Polens gewesen sein, welcher den Holocaust im Lande erst möglich gemacht habe. "Die Nazis haben sich nicht einfach nur zufällig Polen als Bauland der Vernichtungslager ausgewählt" - klagten bereits diverse Medien aus Großbritannien und den USA. Tatsächlich hat Polen ein Problem durch fortgesetzte und anhaltende Geschichtsverschleierung nach sowjetischem Vorbild und eckt hiermit überall an. Schuld hieran sind in erster Linie Politiker in Warschau, die nicht in der Lage sind einen ehrlichen Schlussstrich unter der Vergangenheit anzustreben. Unterstützung und Alibi finden sie hierbei regelmäßig durch deutsche Kollegen, die sich selbst heute noch sogar an der Verschleierung sowjetischer Verbrechen beteiligen.
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zu Sven M.
Geschrieben von: Peter Kupisz () am 12-10-2009 06:10