KIEW - Der neue Präsident der Ukraine Wiktor Janukowitsch hat schon vor seiner Vereidigung den ersten ausländischen "Staatsgast" empfangen, welcher ihm Blumen für seinen "wenig" überzeugenden Wahlsieg überreichte. Der Besucher war aber nicht irgendwer, sondern immerhin den durch Sex-Affären und den von ihm ausgelösten Sturz der Kaczynski Regierung bekanntgewordenen ehemaligen polnischen Vize- Premier Andrzej Lepper (56). "Es war sehr schönes und fruchtbares Gespräch. Ich habe ihm gratuliert und wir sprachen über die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern" - sagte Lepper, der in der Ukraine auf Einladung der GUS-Wahlbeobachtungs- Organisation war. Nach Informationen von Agenturen hatte das Gespräch der beiden "Sunnyboys" immerhin etwa 40 Minuten gedauert, worüber man tatsächlich gesprochen hatte, ist noch nicht duchgesickert.
Andrzej Lepper, der neben seinen Auftritten vor Gericht wegen der Affäre um "Arbeitsplatz gegen Sex", derzeit auch wieder vorsichtig Politik betreibt, versuchte sich erstmals in seinem Leben in der Aussenpolitk für sein Land, wenn auch ohne offizielle Genehmigung. Als polnischer Politiker trat er nun in Kiew auf, um sich bei dem ebenso schlitzohrigen neuen ukrainischen Staatschef einzuschmeicheln, aber auch Werbung für sich selbst zu machen. Er hat keinesfalls den Verstand verloren, doch sein Fehlen zu einem so wichtigen Anlass störte hätte ihn enorm gestört. Die Ukraine bedeutet für Lepper etwas ganz besonderes, hat er hier doch neben vielen anderen Annehmlichkeiten, während seines kurzen Abenteuers als Vize- Regierungschef Polens, 6 Titel der Klasse Dr. hc (doktor honoris causa) eingefahren. Dieser Bestand könnte sich nun noch vergrößern, denn Janukowitsch und Lepper scheinen aus dem gleichen Holz geschnitzt zu sein.
Am Donnerstag muss der Chef der Bauernpartei (Samoobrona) allerdings zurück nach Warschau. Das Plädoyer seines Verteidigers zum Sex-Skandal steht auf dem Programm. Der Staatsanwalt fordert für ihn zwei Jahre Gefängnis ohne Bewährung. Sein mitangeklagter Ex- Bürochef soll nach Willen des Staatsvertreters sogar fünf Jahre hinter Gittern schmoren, über ein Jahr Untersuchungshaft hat er bereits hinter sich. Beide werden beschuldigt sich "Vorteile sexueller Natur" bei Aktivistinnen der Bauernpartei, unter Versprechen von diversen Vorteilen, erschliechen zu haben. Lepper stritt bisher alles ab und sieht sich als Opfer rechter Politiker. In Polen ist er umstritten, aber nicht gerade unbeliebt. Hatte er es doch geschafft die Regierung des unbeliebten Jaroslaw Kaczynski, im richtigen Augenblick, aus dem Amte zu hieven.
© Polskaweb News
Diskutieren Sie diese Meldung im News Forum
Top Artikel
Neuere Artikel
Beliebte Artikel dieser Kategorie |
|
|
Benutzerkommentare  |
|
Durschnittliche Benutzerbewertung
|
|
Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu
|