Der deutsche EU-Kommissar Günter Verheugen (SPD) hat in Polen richtig abgeräumt. Staatspräsident Lech Kaczynski überreichte ihm feierlich das "Kommandeurskreuz mit Stern des Verdienstordens der Republik Polen", eine der höchsten Auszeichnungen welche das Land zu vergeben hat. Verheugen erhielt diese Auszeichnung in erster Linie für sein Polen- Engagement als EU- Erweiterungs- Kommissar. Er hatte sich damals bei den Postkommunisten in Warschau mit dem bekannten Satz: "Eine EU-Erweiterung ohne Polen ist undenkbar" erfolgreich in Szene gesetzt und unermüdlich an einem schnellen Beitritt Polens und der anderen Ost- Kandidaten gewirkt. Doch das Kommandeurskreuz war nicht die einzige hohe Ehre welche der deutsche Politiker am letzten Wochenende aus polnischen Händen empfing. Die Universität Ermland-Masuren in Allenstein (Olsztyn) verlieh ihm ebenso die höchste Auszeichnung wie auch die gleichnahmige Provinz, wo Verheugen den Titel "Freund Ermland und Masurens" erhielt. Die Stadt Ostróda (Osterode/Ostpreussen) machte ihn am Sonntag sogar zum Ehrenbürger.
Die Reise nach Polen hat sich für Günter Verheugen gelohnt. Er hatte an einem Wochenende mehr Medaillen gescheffelt als in seiner ganzen politischen Laufbahn zusammen. Seine Seite in Wikipedia wies bisher nur eine einzige (hochkarätige) Eintragung auf: "Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich (2004) ". Jetzt wo er kurz vor der Rente steht bringt ihm aber wenigstens noch seine Zeit als "EU-Kommissar für die Erweiterung" noch lang gewünschte Lorbeeren ein. Selbst der umstrittene, antideutsche polnische Präsident Lech Kaczynski empfing den SPD Mann wie einen Freund und verlieh ihm höchste Ehren, obwohl dieser auch zuletzt im katholischen Polen Negativ- Schlagzeilen gemacht hatte, da er im benachbarten Litauen nackt am Strand mit seiner Büroleiterin gesehen wordens sein soll. Geschickt hatte Verheugen aber schon vor dem offiziellen Teil seines Empfanges im Präsidentenpalast der polnischen Presse viel Honig um den Mund geschmiert: " Die Europäische Union wäre heute ohne Polen politisch und wirtschaftlich schwächer", den Kaczynski sich bei seiner Ansprache noch auf der Zunge zergehen liess.
Was dem deutschen EU-Kommissar Günter Verheugen nach seinem Warschau Besuch sogar stehende Ovationen in Masuren einbrachte, war seine Vermittlerrolle beim Geldtransfer in die Region aus den Kulturtöpfen der Union bzw. seine nicht sehr ehrenhaften Beiträge über den Bund der Vertriebenen (BdV), welcher seit Jahrzehnten u.a. von Polen zu Recht eine Entschuldigung für die Grausamkeit bei den Vertreibungen Deutscher aus ihrer urdeutschen Heimat fordert. So sagte Verheugen z.B. in Allenstein und Osterode gleichlautend:" Es gibt eine kleine Gruppe von Menschen in Deutschland, welche versucht die Vergangenheit zurückzuholen, aber deren Tätigkeiten haben keine Chance auf Erfolg. Dass hiermit der BdV und nicht etwa die sog. "preussische Treuhand" gemeint war ergibt sich aus dem gesamten Vortrag bzw. aus Statements die Verheugen bereits in Deutschland vom Stapel gelassen hatte und dabei bewusst kräftig übertrieb um Eindruck zu schinden: "Die Vorsitzende des „Bundes der Vertriebenen“, Frau Steinbach, und ihre Hilfstruppen richten unermesslichen Schaden an" - hatte er noch vor wenigen Monaten behauptet um damit einem gigantischem Opferkreis der europäischen Geschichte einen politischen Tritt in den Hintern zu verpassen.
Günter Verheugen wurde am 28. April 1944 in Bad Kreuznach geboren. Er war erst Mitglied der FDP und trat 1982 aus der Partei aus, da er sich den "linken Genossen" der SPD hingezogen fühlte. Er arbeitete später unter dem wenig populären Aussenminister Joschka Fischer und wurde 1999 Mitglied der EU-Kommission. Unter Romano Prodi war er für die EU-Erweiterung zuständig. Er unterstützte vor allen Dingen Polen und die Türkei in ihrem Bestreben um einen EU- Beitritt. Seit 2004 ist Verheugen für die Industrie und Unternehmenspolitik der EU- Kommission zuständig. Für seine Bemühungen um den Beitritt seiner Günstlinge musste er viel Kritik einstecken. So wird ihm nicht zu Unrecht vorgeworfen die Ost-Erweiterung der Union zu hastig und unüberlegt betrieben zu haben. Die aktuelle Lage bekräftigt solche Kritiken. Europas neue Verfassung scheiterte erst einmal auch wegen Blockaden aus Warschau und Prag. Einige der neuen EU_ Mitglieder sind völlig plan- und hilflos im Umgang mit EU- Mitteln und den Demokratie- und Gesetzes- Anpassungen an das EU- Niveau. Die Korruption ist überall, keiner bekommt sie in den Griff, das gilt vor allen Dingen für Polen.
Viele Politiker in Deutschland aus den Reihen der SPD und den Grünen, stehen wie Günter Verheugen nicht für ein Europa der geschichtlichen Wahrheit. Ähnlich wie schon in der DDR soll nur das die Wahrheit sein was nicht von Politikern unter den Teppich gekehrt wurde. Eine ähnliche Politik betreibt in Polen nur noch der rechte politische Flügel. Aus dieser Sicht war und ist Verheugen nicht der richtige Mann für ein Europa der aufgearbeitenen Geschichte und der Zukunft. Er hat meint es nicht ehrlich wenn er jedem Polen oder jedem Deutschen Komplimente macht. Die jungen Generationen in Deutschland und Polen, welche überhaupt keine Probleme im Miteinander haben und ein gemeinsames Europa am meisten verdient haben, wollen solche Leute nicht in der Regierung ihres Europas und somit ist es gut dass Herr Verheugen bald abtritt und vielleicht jüngeren Generationen oder besseren Politikern wie z.B. Herrn Pöttering platz macht. Bezeichnend für das was er sich in Polen verdient oder was man über ihn denkt, ist die Reaktion auf eine seiner Antworten auf Fragen des Bürgermeisters von Ostroda während der Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt: " Waren Sie schon einmal privat in Masuren Herr Verheugen ?" "Ja natürlich, ich war sogar hier schon am See ....." - der Bürgermeister errötet stark, da er zweifelsohne mit Verheugens Nacktbade-Abenteuer an der litauischen Ostsee assozierte.
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Geschrieben von: Pichlo () am 12-05-2009 05:38