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Ohne Ausländische Investoren kein Wachstum in Polen E-Mail
Montag, 23. Oktober 2006


VergrössernErst in den letzten Tagen tönte der polnische Premier Jaroslaw Kaczynski, ebenso laut wie sein Zwillingsbruder der Präsident, daß seine Regierung in den letzten 12 Monaten über 225 000 Arbeitsplätze geschaffen habe und die Arbeitslosigkeit durch ihr Engagement um insgesamt X Prozent zurückgegangen sei. Die Zahlen entsprechen fast der Wahrheit, gelogen ist aber wieder mal dass die Kaczynski Regierung dafür verantwortlich sei, denn ausländische Firmen schaffen überwiegend Arbeitsplätze im Lande. Für ein gutes Investitionsklima in Polen hatten bereits Kwasniewski, Miller und die Vorgaben der EU gesorgt.

Der kräftige Rückgang der Arbeitslosigkeit hängt unter anderem auch mit der Öffnung des Arbeitsmarktes in Großbritannien zusammen. Dafür war sicherlich auch nicht die derzeitge Koalition in Warschau verantwortlich. Alleine dort sollen inzwischen offiziell 500 000- und inoffiziell sogar eine Million Polen eine Arbeit gefunden haben. Diese Menschen haben das polnische Arbeitslosenheer enorm verkleinert.

Die Wirtschaft in Polen wächst nachhaltig: Nach einer Zuwachsrate von 5,3 Prozent im EU-Beitrittsjahr und einer Abschwächung im Vorjahr (3,2 Prozent) gab es im ersten Halbjahr 2006 wieder eine Beschleunigung auf fünf Prozent. "Hauptverantwortlich für das Wirtschaftswachstum sind die ausländischen Investitionen", sagt die Ökonomin Anna Wziatek-Kubiak vom "Institut für Soziale und Wirtschaftliche Forschung" in Warschau.

Wawrzyniec Smoczynski, Journalist beim Magazin "Przekrój" ergänzt: "Ohne Auslandsinvestitionen gäb's kein Wachstum der Wirtschaft in Polen." 

Laut Polnischer Nationalbank betrugen die direkten Auslandsinvestitionen per Ende 2005 rund 7,7 Milliarden US-Dollar. Größte Investoren sind Deutschland, Frankreich, die USA - aber auch Österreich. Insgesamt tummelten sich Ende 2005 knapp 55.000 Unternehmen mit ausländischem Kapital in Polen.

Die neue, populistische Regierung könnte den Kapitalzufluss mittelfristig zum Stocken bringen. Seit dem Amtsantritt von Premier Jaroslaw Kaczynski wurde insbesondere das Verhältnis Warschau-Berlin zum Sorgenfall. "Das ist ein ernstes Problem", sagt die Ökonomin Anna Wziatek-Kubiak. "Daher bin ich froh, dass Polen EU-Mitglied ist. Innerhalb der Union muss jedes Mitglied gewisse Spielregeln einhalten - das gilt auch für die Kaczynski-Brüder."

Keine Gefahr für die ausländischen Investitionen sieht hingegen der Journalist Wawrzyniec Smoczynski: "Die neue Außenpolitik und die damit einhergehende Verschlechterung der Beziehungen haben keinen negativen Einfluss auf die polnische Wirtschaft. Das zeigt auch, dass die Bedeutung von Politik schwindet."

"Dort, wo es ausländische Investitionen gibt, gibt es nahezu Vollbeschäftigung. In Warschau ist die Arbeitskraft knapp", sagt Ewa Balcerowicz, Ökonomin am "Institut für Soziale und Wirtschaftliche Forschung". Facharbeiter seien aber auch aufgrund der verstärkten Auswanderung insbesondere nach Irland und Großbritannien knapp.

Andererseits gebe es in manchen Regionen 30 Prozent oder mehr Arbeitslosigkeit. "In Ostpolen ist die Arbeitslosenrate hoch, weil das Bildungsniveau vergleichsweise niedrig ist." Dazu komme, dass einige Polen keine Arbeit annehmen wollten, da sie "andere Einkommensquellen" (illegale Jobs) hätten, so Balcerowicz.

Anmerkung:

"Kaczynski-Brüder können es nicht lassen das Volk zu belügen. Allerdings haben sie auch noch nicht begriffen daß das Volk sie längst auf der Abschußliste hat."

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