WARSCHAU - Sie sind schon eine ganze Zeit in Polen und stehen um Konzessionen zur Suche und Förderung von alternativem Schiefer- Gas (Shale Gas) an. Über 30 derartige Genehmigungen hat das polnische Umweltministerium in den letzten 2 Jahren bereits erteilt. Meist sind es Konzerne aus den USA oder Großbritannien, wie ExxonMobil, Lane Energy, Chevron, ConocoPhillips, Marathon Oil oder British Petroleum, die allesamt davon überzeugt sind, dass Polen vor seinem ersten Goldrausch steht. Laut Experten gilt Polen als das Land in Europa mit den größten Vorkommen solcher Energieträger. Nach Schätzungen von Global- Researcher "Wood Mackenzie", sollen die Reserven des aus Schiefer gewinnbarem Gases in Polen bei mindestens 1,4 Billionen Kubikmeter liegen. Mehr als genug um das Land problemlos die nächsten 100 Jahre völlig unabhängig vom ausländischem Gas zu machen.
Erst am vergangenen 10. Dezember hatte US- Öl- Gigant Chevron, durch das polnische Umweltministerium, eine erste Genehmigung zur Suche nach Gas und Öl in Polen erhalten. Diese Lizenz gilt erst einmal für 5 Jahre und berechtigt die "Chevron Exploration und Produktion Poland AG", in der Region Zamosc auf einer Fläche von ca. 800 km2, nach Energievorkommen zu suchen. Gebohrt werden soll in einer Tiefe von bis zu 3500 Metern. Nach Angaben des Nationalen geologischen Institutes in Warschau, zeigen neben Chevron auch viele anderen der weltgrößten Multis ernsthaftes Interesse an der Exploration von Erdgas in Polen.
Während der polnische Energieversorger PGNiG, aus finanziellen Gründen, weniger optimistisch ist, dass alternative Gasvorkommen im eigenen Lande, einen Goldrausch auslösen könnte, setzen angelsächische Energieriesen auf Schiefergas und immer besser und billiger werdende Förderungs- Technologien. Die USA ist mit großem Abstand, gegenüber irgendwelcher Konkurrenz, Marktführer in der Entwicklung und dem Vertrieb derartiger Technologien. Hier lohnt es sich auch, denn alleine das "Barnett- Schiefer Feld" in Texas liefert bereits 7% des gesamten Gases für die USA. Die größten Schiefergas Vorkommen in Polen vermutet man im Norden des Landes.
In Deutschland sollen sich gleichwohl riesige Schiefergas- Felder befinden. Auch hier wurde die Exploration den Angelsachsen überlassen. Exxon Mobil bohrt bereits in Niedersachsen, British Petroleum will in Mecklenburg-Vorpommern suchen. Anders als in Polen, dürfte in der Bundesrepublik die Suche und Förderung nach neuen Energiequellen durch heimische Unternehmen, wohl kaum an fehlenden Geldern scheitern. Das Problem scheint hier eher eine Interessengemeinschaft aus Politik und Wirtschaft zu sein, denn noch ist die Förderung von Schiefergas teuer, was Investitionen der deutschen Energiewirtschaft erfordern würde. Das beliebte Gas aus Russland hingegen ist zwar auch teuer, aber in erster Linie nur für Verbraucher und auf das was dazwischen liegt will niemand verzichten.
© Polskaweb News Artikel vom 23.1.2010
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Schlau gemacht
Geschrieben von: Sallmann Gerd () am 24-01-2010 18:26