
MOSKAU - Erst am Mittwoch hatte der russische Präsident Dmitri Medwedew in der seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu Russland gehörenden ostpreussischen Metropole Königsberg (Kaliningrad) eine in Richtung Westen ausgerichtete Radaranlage eingeweiht, heute drohte er bereits mit der Stationierung von Nuklearwaffen an gleicher Stelle, falls die USA in den kommenden Jahren weiter und ohne Moskau mit an den Tisch zu holen, an dem sog. Raketenabwehrschild in Europa bastele. Gemeinsam mit Premier Vladimir Putin hatte sich der Zarenenkel am Donnerstag mit Wählern getroffen wobei beide nicht mit Drohungen gegen imaginäre Feinde sparten. Laut Medwedew sollen im Falle "westlicher Unbeugsamkeit" in der Raketenfrage an verschiedenen Grenzen Russlands offensive nukleare Streitkräfte stationiert werden. Russische Medien hatten noch am Morgen beteuert, dass die in Betrieb gegangene Radaranlage nicht gegen den Westen gerichtet sei, nur kurze Zeit darauf waren diese Meldungen allerdings wertlos, da der Präsident selbst und mit eigenen Worten genau das Gegenteil behauptete: "Wenn unsere Partner in den nächsten Jahren nicht in der Lage sind mit uns über einige der Parameter des Abwehrsystems zu kommunizieren, dann werden wir eine Reihe weiterer Zwangs-Schritte gehen müssen. Unsere Antwort auf das Raketenabwehr-System in Europa vollzieht sich nun auch schrittweise" - sagte Medwedew und empfing für diese Worte lauten Beifall aus den Reihen seiner Begleiter, während sich die Wähler schon eher zurückhielten und einige hiervon sogar kopfschüttelnd den Platz der Veranstaltung verliessen. Natürlich wissen auch die Russen, dass ihr Präsident in den kommenden Monaten wiedergewählt werden will, doch das der ausgerechnet seinen einzigen Konkurrenten Vladimir Putin mit zu Wahlveranstaltungen nimmt, hat dann aber doch sehr viele nachdenklich gestimmt.
Die asymmetrische russische Antwort auf den angeblich geplanten Aufbau einer US-Raketenabwehr in Europa wird denn so sicherlich am Freitag in den westlichen Medien auch als Erpressung oder ernste Drohung gewertet werden. "Mit Atomwaffen ausgerüstete Truppen an der polnischen Grenze" klingt in der Tat nicht nur nach Drohung sondern einem Rückfall in die aufregensten Zeiten des Kalten Krieges. Ganz unverhohlen nannte Zar Dimitri soeben auch im Fernsehen die Inbetriebnahme der Radaranlage in Kaliningrad einen ersten Schritt einer Reihe von geplanten Antworten auf US- amerikanische Ambitionen militärischer Natur im Westen Europas. Er betonte, dass der am Ende diesen Jahrzehnts in Russland regierende Führer nicht gezwungen sein darf in allerletzter Minute eine ultimative Entscheidung bez. der Stationierung von nuklearen Streitkräften an den Grenzen im Süden, in Kaliningrad und einigen anderen Regionen des Landes fällen zu müssen.
Regierungschef Putin scheint sich mit dem Präsidenten in der Frage einer eigenen alternativen Strategie als Antwort auf US- Aktivitäten in Europa einig zu sein. Der sagte zwar dass da immer noch Zeit für eine Einigung mit Washington, aber die Warnung aus Moskau dennoch auch jetzt nicht überhört werden sollte. Er fügte auch hinzu, dass die Aussagen Medwedews zu diesem Thema keinen pre-elektionären Charakter haben, da ja auch er in dieser Frage selbst keine andere Meinung und Absicht habe als sein kommender Wahlgegner. Alle Auftritte der beiden Romanows in den letzten Tagen wurden vom staatlichen Fernsehen gefilmt und kommentiert. Hieraus ergab sich denn auch dass die Anlage in Kaliningrad schon in den nächsten Wochen mit "Abwehr" Raketen ausgerüstet werden soll, die später in der Lage sein werden Ziele in bis zu 4500 Kilometer Entfernung zu zerstören. Womit dann auch die Kanarischen Inseln nicht mehr sicher vor dem Kreml sein dürften.
Hinweis für Kinder und ältere Leser: Wir können Sie in dieser Frage beruhigen, denn es gibt und gab keine Atomwaffen.
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Toll Eisenkopf !
Geschrieben von: Salpeter () am 02-12-2011 17:08