Warschau - Nach Informationen aus dem Hauptquartier der polnischen Polizei in Warschau wurde am Sonntag ein 36-jähriger Nigerianer bei einer Auseinandersetzung mit Polizisten durch einen tödlichen Schuss getroffen und starb auf der Stelle. Der Vorfall habe sich nahe der Baustelle des neuen Nationalstadions ereignet, wo Beamte durch eine Gruppe von Schwarzafrikanern angegriffen worden seien die sich dort zwecks Handel mit Illegalem aufgehalten haben - heisst es u.a. in der Meldung. Der tragische Vorfall ist bereits in den Händen der Staatsanwaltschaft, welche nun die Aufgabe hat zu prüfen, ob die Polizei in Übereinstimmung mit ihren Vorschriften gehandelt hat. Es kommt in Polen leider nicht gerade selten vor, dass Beamte durch unangemessenem Waffeneinsatz Schuld am Tode von unbewaffneten und unschuldigen Menschen haben, wobei zuletzt auch ein Deutscher in Masuren sowie ein Schwede in Krakau getötet wurden.
Nach Aussagen der an dem Vorfall beteiligten Polizisten, haben die Afrikaner sie mit Steinen und anderen Gegenständen angegriffen, als sie zu einer Kontrolle am Ort der Tragödie erschienen waren, wo angeblich vor allen Dingen Nigerianer mit harten Drogen handeln sollen. "Die Polizei traf auf sehr hohe Aggression, so heftig, dass die Beamten mit verschiedenen Gegenständen beworfen wurden. Auch wissen wir, dass die Offiziere ihre Waffen zogen, als einige Verdächtige zu flüchten begannen. Dann fiel ein Schuss, der tödlich war für einen der schwarzen Männer" - erklärte wörtlich der Sprecher der Warschauer Polizei.
Zeugen des Vorfalles sagten der Zeitung "Zycie Warszawy", dass der erschossene Nigerianer schon seit 8 Jahren einen Schuhsalon ganz in der Nähe des Tatortes besitze. Er habe drei Kinder mit einer Polin und es sei kaum nachvollziehbar, warum er Polizisten angreifen sollte und dann auch noch erschossen werde. Die Zeugen sagten auch aus, dass ein Bus mit Beamten der Abteilung zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität am Basar vorgefahren sei. Die Offiziere begannen dann stichprobenartig Afrikaner vor Ort zu kontollieren. Dann sei einer von ihnen weggelaufen und es habe geknallt. Dann erst sollen, im völligen Gegensatz zu den Behauptungen der Polizisten, die restlichen Afrikaner aus Protest und Wut die Polizisten mit Gegenständen beworfen haben.
An dem Basar herrschte nach der Tötung des Nigerianers Lynchstimmung. Eine Anti- Terror-Einheit umstellte den Bereich. Zur Warnung wurden Schüsse abgefeuert. 32 Personen wurden nach den "Unruhen" festgenommen und abtransportiert. Ein Polizist soll hierbei geschlagen worden sein und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Polizei sucht bis zur Stunde noch nach Zeugen dieser Aggression. Während Kaufleute des Basars von einem Überfall der Polizei sprechen, behauptet diese über ihren Chef Mariusz Sokolowski, dass insgesamt 6 Polizisten bei dem "Angriff der Schwarzen" verletzt worden seien. Man habe auch versucht einem Beamten die Waffe zu entreissen, dabei habe sich der tödliche Schuss gelöst.
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Geschrieben von: Fröhlich () am 24-05-2010 16:53