Verbraucherinformation in Frankfurt (Oder) eröffnet Deutsche Einkaufstouristen können sich künftig in Frankfurt (Oder) über das polnische Verbraucherrecht informieren. Verbraucherschutzminister Dietmar Woidke (SPD) eröffnete gestern nahe dem Oderturm das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum. Damit werde eine ?empfindliche Lücke? geschlossen, sagte er. Die bisherigen Erfahrungen zeigten, dass es einen sehr großen Informationsbedarf gebe. Seit der EU-Osterweiterung 2004 sei die Zahl der Einkaufstouristen nochmals gestiegen. Ein dreiköpfiges Team werde Verbraucher in deutscher und polnischer Sprache unter anderem zu Kauf-, Vertrags- und Reiserecht im Nachbarland beraten, sagte Projektleiter Fred Fischer. Später sollen auch Fragen etwa zu medizinischen Dienstleistungen und zum Immobilienkauf in Polen beantwortet werden. Das zunächst bis Ende 2007 laufende Projekt wird nach Angaben des Ministeriums mit 200 000 Euro aus EU-Mitteln sowie mit 66 850 Euro vom Land gefördert. Die Anschubfinanzierung solle dazu dienen, das Viz dauerhaft zu etablieren, sagte Woidke. Er wolle sich um eine weitere Finanzierung bemühen. Schon seit langem würden Deutsche auf polnischen Märkten einkaufen, Möbel und Zäune bei dortigen Handwerkern bestellen oder jenseits der Grenze zum Zahnarzt gehen, sagte der Geschäftsführende Vorstand der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB), Alexander Bredereck. Deshalb habe die VZB seit 15 Jahren um diese Spezialberatungsstelle gekämpft und dabei viele Hürden nehmen müssen. Erst 2004 sei die Notwendigkeit eines grenzüberschreitenden Projektes durch eine Marktanalyse untermauert worden. Bis dahin hatte es mehrere zeitlich begrenzte Beratungsprojekte gegeben. Zudem erschienen Infoblätter zum Einkauf in Polen. Schon im Vorfeld seien viele Fragen beispielsweise zu Zahnarztleistungen eingegangen, die polnische Vertragsdentisten der brandenburgischen AOK anbieten, sagte Fischer. Bei Mängeln an Garagen, Einfamilienhäusern oder Zäunen aus Polen werde nach den Gewährleistungsrechten gefragt. Stark im Kommen seien auch Anfragen rund um den Wellnessbereich, etwa wenn die Betroffenen Jahresverträge in polnischen Saunen oder Bädern abgeschlossen hatten. Das Viz wolle schrittweise entlang der gesamten brandenburgisch-polnischen Grenze aktiv werden. ?Wir werden versuchen, auch auf polnischer Seite Partner zu finden?, sagte Fischer. Sein hauptsächlich aus Juristen bestehendes Team wolle Käufer schon vor einer Kaufentscheidung in Polen beraten, aber auch bei Problemen helfen. Dazu werde es auch Informationsmaterialien geben. Jährlich passieren allein in Frankfurt mehr als eine Million Menschen die Grenze.
Das Viz in der Frankfurter Karl-Marx-Straße 7 ist den Angaben zufolge ab sofort dienstags und donnerstags von zehn bis 13 Uhr sowie 14 bis 18 Uhr Uhr geöffnet.
Lausitzer Rundschau
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