Breslau - "Nacza Klasa" (Unsere Klasse) ist nicht nur die größte Online- Community Polens, sondern überhaupt in diesem Teil Europas. Fast 14 Millionen Mitglieder, schätzungsweise eine halbe Milliarde Fotos und hunderte Millionen Seitenaufrufe täglich beweisen, dass "Nacza Klasa" so etwas wie ein zweites Zuhause für mehr als die Hälfte aller Polen im mündigen Alter sein muss. Doch groß war schon vor knapp 2 Jahren die Entäuschung bei den Mitgliedern der Community als die Macher des Portals aus Breslau sie samt ihren Fotos, Freunden und Familiengeschichten überraschend nach Russland verkauften. Der nächste Schock erreichte sie schon kurze Zeit später, als das bis dahin absolut kostenlose Portal plötzlich für das Versenden von kleinen Herzchen oder anderen Ikons Geld kassierte und auch damit begann, das Hochladen von Fotos ab einem gewissen Quantum zahlungspflichtig zu machen. Der jüngste Schock für die "Nacza Klasa" User ist die Tatsache, dass sie in den letzten Tagen erneut heimlich verkauft wurden und sich ihre Daten und Familienfotos nun in den Händen einer zypriotischen Briefkastenfirma befinden.
Die letzte Besitzerin des populärsten polnischen Internet- Portals "Nacza Klasa" war ein russischer Investitionsfond mit der vielversprechenden Bezeichnung "Digital Sky Technologies". Wenn man über diese Eigner schon wenig Hintergründiges erfahren konnte, dürfte man nun im wahrsten Sinne "verraten und verkauft" sein, denn die neue Eigentümerin der polnischen Social-Networking-Site ist nicht einmal im Internet zu finden, zumindest nicht unter den auf Zypern offiziell registrierten Firmen. Obwohl die ursprünglichen Gründer von "Nasza Klasa" immer noch einen Minderheitsanteil an ihrem Produkt halten und die Seite verwalten, kann man davon ausgehen, dass die jeweils neuen Eigner, die eigentlich bisher nur Aktienpakete über Lettland, Litauen und Russland nach Zypern verschoben haben, vollen Zugang auf die gesamten Daten und Fotos der Mitglieder des Portales haben und hatten. Hierfür spricht auch, dass man kurz nach dem ersten Weiterverkauf den Mitgliedern von "Nasza Klasa" erklärte, dass man ab sofort ihre persönlichen Angaben im gewissen Umfange auch zu Werbezwecken einsetzen dürfe.
Beim ersten Weiterverkauf von "Nacza Klasa" an ein Unternehmen namens Forticom in Estland sollen angeblich etwa 92 Millionen Dollar für einen 72,96 Prozent Anteil nach Polen geflossen sein. Was die russische "Digital Sky Technologies" und jetzt die zypriotische "Firma" Excolimp dafür hinblätterten ist nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass die Datenbanken von "Nacza Klasa" voll mit persönlichen Daten ihrer Mitglieder ist. Hierunter nicht nur z.B. Email- Adressen und Telefonnummern, sondern Konten- und Kreditkarten-Daten. Ähnlich ist es auch bei anderen großen Social-Networks wie Facebook, StudiVz, MySpace und auch Email- Konten Anbietern wie z.B. web.de oder gmx.de. Alle hier gespeicherten Daten sind nicht vor hundertprozentigem Missbrauch geschützt. Facebook hat z.B. andauernd irgendwelche Probleme mit dem Schutz von persönlichen Daten ihrer User. Man kann auch nicht ausschliessen, dass derartige Betreiber, bzw. Käufer von Portalen es gerade auf die Datenbanken abgesehen haben. Kriminelle und Geheimdienstler gibt es heutzutage überall im Internet.
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