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Vorsicht mit Mossad Geschichten

Veröffentlicht in : Nachrichten, Aktuelles




Mossad WarschauWarschau - Wie das deutsche Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet soll Anfang Juni in Warschau ein "mutmaßlicher Mittäter" des Israelischen Kommandos verhaftet worden sein, das am 19. Januar in Dubai den Hamas-Funktionär Mahmud al-Mabhuh getötet habe. Der Mann habe versucht mit einem auf den Namen "Uri Brodsky" ausgestellten istaelischen Pass in Polen einzureisen - heisst es. Konkret soll "Brodsky" vorgeworfen werden, dass er im Frühjahr 2009 einen weiteren mutmaßlichen Mossad-Agenten dabei begleitete, einen deutschen Reisepass beim Einwohnermeldeamt Köln zu beantragen. Mit diesem auf den Namen "Michael Bodenheimer" ausgestellten deutschen Pass war einer der mutmaßlichen Täter des Mordes in Dubai vor dem Anschlag ein- und danach wieder ausgereist. In Polen wurde die angebliche Festnahme von "Brodsky" am Samstag in Medien gemeldet. Im Unterschied zum "Spiegel" gibt man allerdings das  Datum der Verhaftung mit 4. Juni an und spricht nicht von einem "mutmaßlichen Mossad- Agenten", sondern einem möglichen Unterstützer des israelischen Geheimdienstes, bezieht sich aber ansonsten auf den Bericht des Spiegel.

Am 19. Januar diesen Jahres wurde in einem Hotel des Emirats Dubai der Hamas-Funktionär Mabhuh durch ein Mordkommando getötet. Im Verdacht die Tat vorbereitet und ausgeführt zu haben stand von Anfang an der Kidon des Israelischen Geheimdienstes Mossad. Israel hat bis heute weder die Tat zugegeben noch dementiert. Die Täter waren mit "falschen" Pässen aus Drittstaaten eingereist, die tradionell Israel unterstützen, hierunter auch Deutschland. Nach Feststellungen der Polizei von Dubai hatte einer der mutmaßlichen Killer einen ausgerechnet in Köln áusgestellten Reisepass benutzt. Ausgerechnet deshalb, weil in der Domstadt schon von Amts wegen Pässe für Undercover- Agenten des Verfassungsschutzes u.a. regelmäßig gefälscht werden.

Regierungsnahe polnische Medien meldeten, dass "Uri Brodsky" von Grenzschutzbeamten am Flughafen Okecie in Warschau verhaftet worden sei, man habe einen deutschen EU- Haftbefehl vollstreckt. Am 6. Juni sei der Mann einem Untersuchungsrichter vorgeführt worden sein, der gegen ihn eine 40- tägige U-Haft anordnete. Bei seiner Befragung soll "Brodsky" angegeben haben, dass er nichts mit dem "durch deutsche Hilfe gefälschten Dokument" zu tun habe. Was den angeblichen Uri Brodsky nach Warschau trieb, ist nicht bekannt geworden. "Der Spiegel behauptet dass die israelische Botschaft in Warschau bereits bei den polnischen Behörden interveniert habe, um die Auslieferung des Agenten zu stoppen" - übersetzt z.B. "Gazeta Wyborza" das Deutsche Magazin.

Nun, in Polen stehen Wahlen an und in solchen Zeiten ist es durchaus möglich, dass auch der verstorbene Papst mal wieder für ein paar Tage von den Toten aufersteht. Dennoch wurde die Meldung der Verhaftung eines mutmaßlichen "Mossad-Agenten" vom "Spiegel" verbreitet und vollumfänglich, bis auf den "Agenten", von polnischen Medien übernommen. Man kann eigentlich davon ausgehen, dass man die beiden genannten Daten 4. und 6. Juni ansonsten frei erfunden hat. Was stutzig macht, ist aus polnischer Sicht die Tatsache, dass hier niemand von dieser angeblichen Verhaftung noch vor dem Spiegel berichtet hatte. In Polen werden solche Dinge in der Regel nicht verschwiegen, sondern als Quell-Information an die Meistbietenden verkauft.

Wenn ein Herr Westerwelle Desinformation betreiben will, um hiermit bestimmte Ziele zu erreichen oder zu unterstützen, ist er natürlich beim seriösen Spiegel an der besten Adresse. Schön wäre es natürlich wenn man tatsächlich mal einen echten Mossad-Agenten nach einer Straftat auch in Deutschland vor Gericht stellen könnte und würde, doch Hoffnung sollte man da nicht haben. Wir verlassen uns was die Sache selbst angeht, so auch erst einmal auf unser gesundes und erfahrenes Mißtrauen. Israel mauschelt schon seit Jahren, nicht nur im Waffengeschäft, mit Polen herum. Das ganze antisemitische Theater ist nur noch Show. Von der Rückerstattung jüdischen Eigentums in Polen, ist auch schon lange nicht mehr die Rede. Nach Ansicht von Polskaweb, war auch der Diebstahl des Auschwitz-Schildes "Arbeit macht frei", pünktlich zum Besuch von Benjamin Netanjahu in dem ehemaligen Konzentrationslager, eine Art Gemeineinschaftsproduktion. Aber schauen wir mal, was denn "Uri Brodsky" machen wird. Unser Anruf bei der israelischen Botschaft befriedigte nämlich unsere Neugier absolut nicht.

Sollte die "Uri Brodsky" Geschichte wirklich echt sein muss man damit rechnen, dass der angebliche Geschäftsmann aus taktischen Gründen nun sehr schnell ausgeliefert wird. Deutschland und Polen haben ein Auslieferungsabkommen, sowohl bilateral als auch durch über europäische Verträge. Einzig scharf auf die Überstellung dieses "Problems" sind aber nicht die deutschen Behörden, sondern die Polizei von Dubai, die wahrscheinlich inzwischen bereits ebenso einen Haftbefehl gegen "Brodsky" durchgesetzt haben dürfte. Berlin würde aber mit Sicherheit den Israeli nicht in einen arabischen Staat ausliefern, auch wenn dies das Gesetz so verlangen könnte. So wird man das Problem umgehen müssen und gleichzeitig dafür sorgen, dass der Verhaftete schnell wieder auf freien Fuß kommt. "Brodsky" wird sich gegen seine Auslieferung wehren, was dann die Entscheidung eines polnischen Gerichtes notwendig macht. Die Verhandlung hierzu wird kurzfristig anberaumt. Das Gericht stimmt dem deutschen Auslieferungsersuchen zu, dies aber unter Auflagen. Auflage dürfte sein, dass "Brodsky" nicht in ein Drittland überstellt werden darf, nicht wegen der Mordsache aus Dubai angeklagt werden könne, sondern nur wegen des Verdachtes auf Zugehörigkeit zu einer ausländischen Organisation oder der Unterstüzung einer Dokumentenfälschung. Somit wäre er dann binnen Tagen oder Wochen wieder frei.

Update: Dubai will Brodsky nicht

Am Sonntag sagte der Polizeichef von Dubai Dahi Khalfan Tamim, dass man keinen Haftbefehl gegen Uri Brodsky erwirken werde. Wichtig sei nur, dass der Mann in Deutschland oder Polen für seine möglichweise begangenen Straftaten adäquat verurteilt werde. Vom polnischen Aussenministerium erfuhren wir, dass Israel sich noch in keiner offiziellen Form an Polen wegen der Verhaftung ihres Bürgers gewandt habe. Die Behörde will nicht verraten, in welchem Gefängnis der angebliche Mossad- Gehilfe sich zur Zeit aufhält. So ist erst einmal nicht nachvollziehbar ob es diesen Brodsky überhaupt gibt.

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Mossad Unterstützer

Geschrieben von: Bert J. () am 13-06-2010 11:15

Mossad Unterstützer

Geschrieben von: Bert J. am 13-06-2010 11:15

Interessant wäre es aber wirklich mal zu erfahren, was Uri in Warschau vorhatte und was Polen hier für ein Ding dreht. Unterstützung des Mossad ? Das machen doch alle Israelis und Millionen Juden und Politiker in aller Welt.

 

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