Bei einer schweren Schlagwetterexplosion In dem Bergwerk Halemba bei Ruda Slaska in der oberschlesischen Kohleregion sind am Dienstag mindestens sechs Bergleute ums Leben gekommen. Vier Tote wurden bereits an die Erdoberfläche gebracht, zwei weitere liegen in Sichtweite der Rettungsmannschaften. 15 Arbeiter waren offiziellen Angaben zufolge noch in 1.000 Meter Tiefe eingeschlossen. Die Retter arbeiten unermüdlich um an die Verschütteten heranzukommen.
Es ist die schwerste Rettungsaktion seit über 20 Jahren. Die Arbeiten sind sehr schwierig und können Tage dauern, sagt Zbigniew Madej, Sprecher der Betreibergesellschaft. Die Chancen noch Überlebende zu finden sind allerdings sehr gering, aber die Hoffnung wird nicht aufgegeben, ergänzte Madej in einem Interview mit dem polnischen Fernsehsender TVN24. Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski begab sich zum Unglücksort, um sich ein Bild von der Lage zu machen, wie Regierungssprecher Jan Dziedziczak mitteilte. Im Februar dieses Jahres wurde ein verschütteter Bergmann in der Kohlegrube Halemba nach fünf Tagen gerettet. Gewerkschaften beklagen sinkende Sicherheitsstandards in den polnischen Bergwerken. Sie machen fehlende Investitionen und einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen dafür verantwortlich. Die Kohlegrube Halmba wurde 1957 in Betrieb genommen und ist damit eine der ältesten in Polen. Schon im Jahr 1990 wurden in dem Bergwerk 19 Arbeiter bei einer Gasexplosion getötet, 1991 kostete ein Grubenunglück fünf Menschen das Leben. UPDATE: Die Rettungsmannschaften haben am Mittwochmorgen ihren Einsatz unterbrochen, da erneut eine Explosion drohte. Das Schicksal von 15 verschütteten Kumpeln ist weiterhin ungewiss. Es werde versucht, Atemluft in einen Schacht zu pumpen, da den Verschütteten der Sauerstoff ausgehe. Die Bedingungen für Retter und Verschüttete seien aber denkbar schlecht. "Es ist die Hölle." Unter Tage herrschten Temperaturen von 40 Grad Celsius und die Retter könnten daher jeweils nur 30 Minuten unter Tage bleiben. Um die Arbeit der Einsatzkräfte zu erleichtern und die Chancen etwaiger Überlebender zu erhöhen, solle zunächst ein neues Belüftungssystem installiert werden, sagte der Sprecher der Betreibergesellschaft. Zum Zeitpunkt der Unterbrechung des Einsatzes waren die Männer der Grubenwehr noch etwa 300 Meter von der Unglücksstelle entfernt, als erneut erhöhte Methankonzentrationen festgestellt wurden. Top Artikel
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