Warschau - An der Absturzstelle der Kaczynski- Tupolew herrscht seit Samstag nicht nur Trauer, sondern auch der russische Geheimdienst FSB. Sie tragen Kittel von Experten, Uniformen des Militärs oder geben sich als Staatsanwälte aus, wovon alleine 60 vor Ort sind, aber nur drei ihrer Kollegen aus Polen. Von Anfang an haben sie es auf Taschen, Aktenkoffer, Waffen, verkohlte Mobiltelefone, Notebooks und anderen elektronischen Geräten abgesehen. An Bord waren nämlich neben dem polnischen Präsidenten und seinem Notfall-Koffer auch höchste Militärs und mit Generalstabschef F. Gągor, sogar einer der Top- Kommandeure der Nato, dessen Notebook natürlich genauso verschwunden ist wie das Satellitentelefon des polnischen Präsidenten sowie sein metallener Aktenkoffer. Auch die Waffen der 9 Bodyguards von Lech Kaczynski sind verschwunden, ihre Leichen allerdings geborgen. Die polnischen Experten vor Ort haben so gut wie nichts von den Überresten der Maschine und den privaten oder geschäftlichen Dingen der Opfer übernehmen können. Alles wird nach und nach mit einem Hubschrauber nach Moskau geflogen. Jetzt muss man sich wirklich ernsthaft sorgen machen, dass der Kreml nun mindestens im Besitz von wichtigsten Geheimnissen des polnischen Militärs und der Nato sein könnte.
Polnische Staatsanwälte haben bereits berichtet, dass die russischen Ermittler in den Wäldern an der Absturzstelle alles einsammeln, vor allen Dingen aber halbverbrannte Dokumente. An Bord der Tupolew befanden sich höchste Köpfe Polens, neben den wichtigsten Politikern fand hier zum Beispiel auch der Präsident der Nationalbank den Tod, so wie die Führer von Armee, Luftwaffe und Marine. Gleichwohl starben bei dem Unglück fast alle polnische Feinde Vladimir Putins und des Kremls. In Polen fürchtet man nun zu Recht, dass Russland durch die Tragödie nun Zugang zu allen Staatsgeheimnissen gewonnen haben könnte. Der polnische Generalstabschef Gągor war auf jeden Fall auch Nato- Geheimnisträger und hatte Zugang zu allen "Top Secret" Informationen der Allianz.
Polen ist in der Frage um die Ermittlungen zu der Flugzeug- Katastrophe fast völlig in den Händen der Russen. Man fragt deshalb nur vorsichtig, welche Geheimnisse die Opfer des Absturzes mit sich trugen. Der polnische Inlandsgeheimdienst ABW fährt in diesem Zusammenhang bereits seit Sonntag Dauereinsätze, um herauszufinden was die Passagiere des Todesfliegers so alles bei sich hatten. Doch noch wissen sie sehr wenig darüber, welchen informellen Wert das Gepäck der Politiker und Militärs insgesamt haben könnte. Auch in Brüssel bei der Nato ist man sehr besorgt um die russische Oberhoheit und Dominanz bei den Untersuchungen zu der Tragödie in Smolensk und Moskau. Für russische Medien und Politiker steht bereits seit Sonntag fest, obwohl die Ermittlungen in der Sache erst am Anfang sind, dass Menschen an Bord des Flugzeuges die Katastrophe verursacht haben. "Polskaweb" teilt nicht die Meinung der Russen, denn einen Anschlag auf das Flugzeug des polnischen Präsidenten, kann man nach Lage der Dinge, noch lange nicht ausschliessen.
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Geschrieben von: Husar () am 16-04-2010 21:42