Breslau - Die spanische Polizei hat am Mittwoch einen mit Europäischen Haftbefehl von mehreren Ländern wegen Mordes und Raubes gesuchten Mann aus Polen festgenommen. Es handelt sich um den 39-jährigen Mariusz Wronski aus Malbork (früher Marienburg), der auch in Deutschland zu den meistgesuchten Verbrechern zählte und seit 15 Jahren auf den Fahndungslisten mehrerer europäischer Staaten steht. Wronski ist dringend verdächtigt im Jahre 1996 einen Tatgenossen in Polen kaltblütig mit drei Kopfschüssen ermordet zu haben, nachdem dieser angeblich bei der Polizei eine Aussage gegen ihn gemacht haben soll. Ein Jahr vor dieser Tat überfiel er in München mit drei Komplizen den Nachtportier einer Pension und trat und würgte den Mann fast zu Tode um an einen Tresorschlüssel zu kommen. Wronski schaffte es immer wieder sich Festnahmen zu entziehen, hierbei auch mit gefälschten Papieren. Er bewegte sich zuletzt offenbar immer zwischen in Deutschland, Belgien und Spanien. Die offenen Grenzen machten ihm derartige Stellungswechsel leicht. Erst kürzlich soll er in "Verkleidung" sogar im heimatlichen Malbork gewesen sein.
Was Mariusz Wronski "Bronek" noch so alles strafrechtlich vorgeworfen wird und für welche Verbrechen er ansonsten noch in Frage kommen könnte, wird man wohl erst in einigen Wochen oder Monaten erfahren. Fakt ist, dass er in verschiedenen EU- Staaten von Straftaten gelebt haben soll, und überall war er wegen seiner außerordentlichen Brutalität aufgefallen. In München hatte er den Portier bis zur Bewusstlosigkeit mit Füßen getreten und gewürgt. Danach hatte er seinem Opfer Mund und Nase verklebt und weiter auf den hilflosen Mann eingeschlagen. Dabei hatte er in Kauf genommen, dass dieser stirbt. Dies, und der Mord in Malbork zeigten den Ermittlern schon damals, dass man es mit einem sehr gefährlichen Verbrecher zu tun hatte, dem so schnell wie möglich das Handwerk gelegt werden müsse. Doch mehr als ein Jahrzehnt sollte vergehen, bis der Schwerverbrecher, Dank der spanischen Polizei, endlich hinter Gittern landete.
Wronski nutzte nach Angaben der polnischen Polizei mehr als ein Dutzend unterschiedlicher Identitäten. Zur Perfektion hatte er seine Möglichkeiten der Bewegung zwischen den einzelnen Ländern entwickelt. Schengen war für ihn ein gewaltiges Stück Freiheitsgarantie. Höchstwahrscheinlich wird er nun zuerst nach Polen ausgeliefert, wenn denn dort überhaupt eine Zelle frei ist. Bis zur Auslieferung Wronskis wird aber sicherlich noch eine ganze Weile vergehen, denn man rechnet nicht damit, dass er seiner Extradition freiwillig zustimmt, sondern eher versuchen wird, in Spanien erneut den Behörden ein Schnippchen zu schlagen.
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