Während die Gasversorger und Politiker in Deutschland und Polen dabei sind mit sanfter Stimme die Verbraucher über den Streit Moskaus mit der Ukraine um die Abnahme- und Transitpreise für russisches Gas zu beruhigen, tut sich bereits ein neuer Krisenherd auf, der nun auch die Öl-Transitleitung über Weißrussland nach Ostpolen und weiter zur deutschen Grenze in Gefahr bringt, denn dem weissrussischen Diktator Lukaschenko ist es plötzlich eingefallen die Gebühren für den Transit von russischem Öl in den Westen um fette 22.5 % rückwirkend zum 6. Januar diesen Jahres anzuheben. Weißrussland ist derzeit auch das einzige Land was russisches Gas nach Polen transferiert, da der bisherige Haupttransporteur Ukraine von den russischen Gasleitungen getrennt wurde. Damit kann man nun davon ausgehen, dass dies der erste Hinweis auf eine längere Dauer des künstlichen Streites zwischen Moskau, Minsk und Kiew sein wird, da der Kreml sich schon seit Monaten krampfhaft bemüht die Öl- und Gaspreise anzuheben und dazu hat man in Moskau eine (fast) geniale Idee gehabt.
Mit der wachsenden Gasknappheit wird das Erdöl teurer werden und hiermit verbunden auch nochmals das Gas. Zuerst wird also Lukaschenko mit den erhöhten Öl- Transitgebühren Moskau vermeintlich in Zorn versetzen. Im nächsten Schritt wird man dann schon, nach einem kurzen fingierten "Handgemenge" mit Lukaschenko, auch den Kunden aus der EU mehr Geld fürs Öl abverlangen. Alle Beteiligten werden Gewinner dieser neuen Putin Plans sein. Die Gazprom Bank, Lukaschenko als Tatgenosse und auch Viktor Juschtschenko, seine Premierministerin und die ukrainische Energie Mafia, welche sich am Ende mit ihren Preisvorstellungen zumindest für ihr Land durchsetzen werden. In diesem Zusammenhang gibt es aber sogar einen deutschen Gewinner, der allerdings ungenannt bleiben will, da er einmal Kanzler der Bundesrepublik Deutschland war. Er hatte es jahrzehntelang gelernt aus der Angst der Menschen Macht zu produzieren und freut sich nun, dass durch auch mit dem Schüren der Angst um Energieknappheit sein Geschäft in der Pipelinebranche wieder Aufwind bekommt. Durch den Gasstreit mit der Ukraine ist nämlich die umstrittene Ostseepipeline sogar in Polen wieder im Gespräch, dieses Mal aber nicht nur im negativen Sinne.
Verlierer einmal mehr werden EU Länder sein, die tradionell immer schön brav auf die russische Zuverlässigkeit schwören. So haben viele noch nicht gemerkt dass Moskaus Weltmachtansprüche heutzutage einzig von hohen Energiepreisen abhängig sind. Im Moment, also im Sog der gewaltigen Wirtschaftskrise in Russland, hängt vom Öl- und Gaspreis sogar das Überleben der Putin Wirtschaft komplett ab. Dem Kreml is es völlig egal ob man gute Beziehungen zur EU hat oder nicht, einzig die Kasse muss stimmen. Zeichen hierfür war letztlich erst das Abdrehen eines russischen Gashahnes zur Ukraine, bei rekordverdächtigen Minus-Temperaturen. Wie sich der Gazprom Vorsitzende Alexej Miller heute in Brüssel zu den von der EU arrangierten Gesprächen mit dem ukrainischen Naftohaz Chef in seiner Macht suhlte, war denn auch kaum zu übersehen. Weniger als 20 Minuten Zeit hatte Miller für einen Empfang des Ukrainers in der Lobby des EU Gebäudes. Ansonsten genoss er es aber sichtlich vom EU- Komissions Präsidenten Jose Manuel Barroso hofiert zu werden. Angeblich soll nun der königliche Empfang von Alexej Miller im Kreml die Gemüter bewegt haben, denn man kündigte an dass der Gashahn zur Ukraine umgehend wieder aufgedreht würde, wenn man die Ukrainer vom Diebstahl des russischen Gases durch EU Beobachter abschrecken würde. In Minsk sitzt derweil Alexander Lukaschenko auf seiner Wohnzimmer- Couch und reibt sich die Hände, denn er verdient im Milli-Sekundentakt im Transitgeschäft mit dem russischen Öl nun satte 3.43 Euro pro Barrel.
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