Nachdem erst im vergangenen Jahr die LOT Tochter, Billig-Flieger "Centralwings", eingegangen war und seit dem auch die Mutter-Gesellschaft aus dem Schlingern nicht mehr hinauskam, steht ihr sogar jetzt der Bankrott vor der Tür. Die polnische Regierung und der Vorstand der Fluggesellschaft suchten schon seit Monaten händeringend einen Investor für das schwer angeschlagene Unternehmen, dass in diesem Jahr nicht einmal Löhne an ihre Mitarbeiter zahlen konnte. Nach einer Meldung von "The Wall Street Journal" steht nun LOT mit dem Expansions- Giganten "Emirates" in Verhandlungen, welche erst kürzlich durch den polnischen Finanzminister Aleksander Grad während seines Besuches in den Vereinigten Arabischen Emiraten angeschoben worden sein sollen. Und tatsächlich trifft sich heute LOT Chef Sebastian Mikosz mit Emirates-Präsident Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum in Dubai, was allgemein als Zeichen ernsthafter Interessen gewertet wird. "Emirates" war zuletzt mit dem Gerücht überzogen worden bei der deutschen Gesellschaft "Air Berlin" einsteigen zu wollen, was allerdings in Dubai stets dementiert wurde.
Das polnische Finanzministerium sucht Hilfe für die traditionsreiche staatliche Flugesellschaft LOT im Morgenland und hofft auf eine schnelle und wirkungsvolle Investititon durch arabische Scheichs. Offiziell sagte ein Sprecher der Regierung in der vergangenen Woche noch, dass "Emirates" nur ein Investor von vielen sei der zur Privatisierung der LOT in Erwägung gezogen werde. Er unterstrich auch, dass es noch kein konkretes Angebot für die 68- prozentige Beteiligung des polnischen Staates an LOT aus Dubai gebe. LOT ist allerdings durch hohe offene Verbindlichkeiten, wozu auch die zuletzt nicht gezahlten Löhne gehören, in einer sehr schlechten Verhandlungsposition und auf dem besten Wege die Gewerbe-Zulassung zu verlieren, was letztlich und wahrscheinlich dazu führen wird, dass die staatlichen Aktien an der Airline alsbald ihren Besitzer wechseln werden.
Die LOT hat aufgehört einen Großteil ihrer wichtigsten Rechnungen zu bezahlen, wozu auch Flughafengebühren und anderer Service von in- und ausländischen Airports gehören. Auch fast alle Zulieferer warten nun auf ihr Geld. Schon der nicht staatliche Anteil an der polnischen Fluggesellschaft war größtenteils durch ihre bankrott gegangene Besitzerin SwissAir in den Händen eines Zwangsverwalters geraten. Eine Übernahme durch Emirates ist nicht unwahrscheinlich und womöglich die einzige Alternative zum Konkurs der LOT. Weltweit ist "Emirates" die einzige Flug- Gesellschaft die derzeit noch expandiert und hierbei sogar noch Renditen von über 10 % abwirft. Die Araber planen sogar zur größten Airline der Welt aufzusteigen, zumindest aber ist man schon auf dem besten Wege eine der Größten zu werden. 22 000 Mitarbeiter und einen Bestand von 450 Flugzeugen bis zum Jahre 2020, hierbei auch dutzende Airbus A-380 Großraumflugzeuge, sprechen eine deutliche Sprache. In Westeuropa sind die Dubaier von der Konkurrenz wie Lufthansa und Co. enorm gefürchtet, was auch der Grund ist dass man alle Hebel in Bewegung setzt, dass diese Airline sich nicht wie geplant in Berlin ein europäisches Drehkreuz für ihre Flotte aufbaut. Der Besitz der polnischen LOT könnte für Emirates aber unter Umständen die Lösung ihre Problemes bringen.
Derweil ist man in Warschau auch auf der Suche nach einem Schuldigen für die nahende Pleite der LOT und der bereits untergangenen Centralwings. Ohne hierbei die Wirtschaftskrise und die im lezten Jahr gewaltig gestiegenen Flugbenzin- Preise zu berücksichtigen sehen Kritiker die Probleme der LOT in Verbindung mit ihrer Mitgliedschaft in der "Star Alliance" welche durch die deutsche Lufthansa dominiert werde. Zbigniew Salek, Vize Präsident von "Airport Managers International Association" behauptet hierzu: "Die Reise unseres Finanzministers nach Dubai bestätigt, dass die Regierung LOT vor der Lufthansa verschonen möchte. Die Gesellschaft ist in eine solche Lage geraten weil sie seit Jahren der durch die Deutschen dominierten Star-Alliance angehört. Lufthansa bestimmt jetzt die Flüge nach Deutschland und deren Preis-Politik, was zweifelsohne durch unvorteilhafte Verträge für LOT zu begründen ist. Diese Vereinbarungen haben bisher auch dazu beigetragen, dass man keinen adäquaten Investor für die Gesellschaft finden konnte. Kritisch sehen allerdings auch Analysten wie Prof. Wladimir Rydzykowski von der Universität Danzig die Idee der polnischen Regierung einen Investor für die angeschlagene LOT im Morgenlande zu suchen:" Das ist doch absolut sinnlos. Der richtige Weg kann nur ein gemeinsames Kapitalbündnis mit Lufthansa sein. Man muss nur die Deutschen davon überzeugen, dass wir durchaus in der Lage sind die hervorragenden Lufthansa Dienstleistungen zu komplettieren".
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