Prag - Der Bürgermeister von Prag hat am Freitag dem Rat der Stadt und dem Parlament einen Entwurf zur Legalisierung der Prostitution in der Tschechischen Republik vorgelegt. Mit diesem Vorstoss sollen die Politiker dem wachsendem Menschenhandel entgegenwirken, Minderjährige aus dem Geschäft ziehen und die Prager und andere Innenstädte von öffentlich werbenden Huren befreien. "Prostitution kann niemals effektiv vernichtet oder verboten werden, doch kann man dafür Sorgen, dass gewisse Regeln hierzu eingehalten werden. Dies bedeutet dass alle Damen und Herren welche diesem Gewerbe nachgehen wollen, in Zukunft eine Genehmigung hierzu benötigen werden. Diese werden wir dann im Tausch gegen Steuern und Versicherungsabgaben sowie regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen problemlos vergeben." - betonte Vize- Bürgermeister Rudolf Blažek im Rundfunk. Man kann davon ausgehen, dass der Legalisierungs- Entwurf im Zuge allgemeiner Veränderung in den neuen EU- Staaten alsbald umgesetzt wird.
Eine Arbeitsgenehmigung für das horizontale Gewerbe in Tschechien werden aber nur Personen über 18 Jahren erhalten, die in Bordellen, in ihren eigenen vier Wänden oder derer von Freiern arbeiten würden. Der Entwurf des Prager Bürgermeisters verbietet auch das öffentliche Anbieten von Sex, wobei den Kommunen, wie z.B. in Grenzgebieten, hierzu aber ein "gewisser" Entscheidungsspielraum eingeräumt werden soll. Nach Willen und Vorschlag des Stadtoberhauptes sollen hohe Strafen von bis zu 2 Millionen Kronen, die Verletzung von Regeln auf ein Minimum reduzieren.
Der Prager Stadtrat will schon in der nächsten Woche über dieses Thema abstimmen. Prostitution in der Tschechischen Republik ist offiziell illegal. Doch seit den 20er Jahren werden bei Zuwiderhandlung keine Strafen mehr ausgesprochen. Stadt und Staat haben aber seit dem Schengen- Beitritt den Überblick verloren und keine Mittel der Situation um Menschenhandel und Minderjährigen- Prostitution Herr zu werden. Das Rathaus schätzt, dass es in Prag etwa 70 Bordelle gibt. Fast die Hälfte von ihnen befinden sich in der Nähe des Altstädter Rings und des Wenzelsplatz.
Vize- Bürgermeister Rudolf Blažek beruft sich übrigens in seinem Anliegen auf die Beispiele Niederlande, Deutschland und Österreich, wo die Prostitution legalisiert wurde. In diesen Staaten hat sich allerdings der Menschenhandel seitdem noch verstärkt und die Illegalen und Minderjährigen in eine noch schlechtere Position und Abhängigkeit gegenüber Freiern, Bordellbesitzern und Zuhältern gebracht. Opfer sind vor allen Dingen immer öfter und mehr sehr junge Mädchen und Jungen die über Schlepper aus Osteuropa importiert werden. In Belgien hat schon der Fall Marc Dutroux eindeutige Hinweise darauf gegeben inwieweit Politiker ihre Finger in dem schmutzigen und manchmal auch tödlichem Spiel haben.
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Der Untergang Prags
Geschrieben von: Silas () am 11-09-2010 00:02