Warschau - In Polen wird in gut einer Woche ein neuer Präsident gewählt. Zeit nun auch aus der Schublade der Halbwahrheiten und unmöglichen Versprechen zu servieren. Die Partei Bürgerplattform des polnischen Regierungsschefs Donald Tusk sieht sich dafür verantwortlich, dass nur ihr Kandidat, Interimspräsident Bronislaw Komorowski, am Ende in den Präsidentenpalast einzieht. Was zuletzt die angebliche "Jahrtausend- Hochwasserkatastrophe" nicht schaffte, nämlich Komorowski Auftrieb gegenüber seinem Kontrahenten Jaroslaw Kaczynski zu verschaffen, soll nun mit "Diversem" kompensiert werden. Dies war an diesem Wochenende der Krieg in Afghanistan. Den Faden fand man auch schnell, den erst am Samstag wurde ein polnischer Soldat am Hindukusch durch eine hausgemachte Mine getötet und 8 seiner Kameraden verletzt. Auf zwei Veranstaltungen versprachen dann auch sowohl der Ministerpräsident, als auch der PO-Kandidat für das Präsidentenamt, von der Notwendigkeit eines schrittweisen Rückzuges aus den besetzten Gebieten.
"Die neue Präsidentschaft wird Gelegenheit bieten, die Strategie um unsere Auslandseinsätze zu ändern. Es ist Zeit unsere Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Wir müssen deshalb so bald wie mögliche einen Plan für unseren Rückzug entwickeln. In dieser Frage sind der Herr Ministerpräsident und ich uns einig. Wir haben damals mit einer sehr schwachen Begründung für die Entsendung von polnischen Truppen in zwei Kriege gestimmt und ich fordere schon lange den militärischen Charakter der Afghanistan Mission zu beenden. Das kann natürlich nicht, unsere Verbündeten zurücklassend, überstürzte Flucht oder gar Desertion vom Schlachtfeld bedeuten. Aber wir sollten umgehend zusammen mit der NATO eindeutige Fristen für den Abschluss unserer Mission definieren. Wir müssen uns jetzt mehr für die Sicherheit unserer Region und vor allem der nationalen Sicherheit kümmern" - sagte Bronislaw Komorowski am Samstag während einer Kundgebung in Kielce.
Ähnlich wie der Möchtegern- Präsident Komorowski äusserte sich auch am Samstag Premierminister Donald Tusk in Tczew. "Jeder Tod eines polnischen Soldaten in Afghanistan wird immer wieder zu der offensichtlichen Frage führen, wie lange denn noch Polen in dem fremden Land sterben müssen. Die Polen haben ein Recht darauf, dass ihr zukünftiger Präsident und die Regierung energische Maßnahmen für einen schnellen Abzug aus Afghanistan planen. Ich für meinen Teil kann eine solche Verpflichtung akzeptieren. Wir werden diese Frage, um einen präzisen Termin für die Heimkehr der polnischen Soldaten, bereits bei der nächsten Nato Konferenz in Lissabon stellen. Polen ist aber nicht in der Situation die Solidarität der Nato brechen zu können, weil wir von der NATO oder anderen Verbündeten auch Unterstützung erwarten wenn wir sie brauchen" - sagte der polnische Regierungschef.
Die Afghanistan-Mission kostet der Kriegsallianz angeblich über 100 Milliarden Dollar jährlich. Polen hat allerdings so gut wie keine eigenen Kosten. Andere vertretende Staaten kompensieren ihre Ausgaben mit Opiumhandel, kostenlosem bzw. sehr billigem irakischen Öl und der Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen in der Waffenindustrie, hierunter sogar Israel, also ein Staat welcher offiziell am Massaker an Zivilisten und bewaffneten Bauern in Afghanistan garnicht beteiligt ist. Polen verlor bisher 17 Sioldaten in dem Land, als genau 2 weniger wie am letzten Karfreitag auf polnischen Strassen. Wenn wir zurückgehen in das Jahr 2007 als polnische Soldaten 8 Zivilisten, Frauen und Kinder töteten als sie wahllos mit Mörsern in das afghanische Dorf Nangar Khel hineinschossen um dann fälschlicherweise zu behaupten, sie seien von Taliban angegriffen worden, wissen wir wie es um die Moral der Besatzer steht. Dass die Täter bis heute nicht verurteilt wurden und sich sogar auf freiem Fuß befinden, beweist zudem, wie humanitäre polnische Hilfe aussieht.
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Afghanistankrieg ist Opiumkrieg
Geschrieben von: Dr Gunther Kümel () am 14-06-2010 09:58