Im Zusammenhang mit der Krise wächst das Problem des verbrecherischen Wuchers an - warnt europaweit die Polizei. Jetzt kommen Gangster zum Zuge die Geld an Geschäftsleute und gewöhnlichen Menschen verleihen, denen Banken die Kredite versagen. Solche Anleihen können bedeuten, dass man sich völlig in die Hände dieser Mafia begibt und hierdurch in einem Drama endet. Die polnische Polizei hat alleine in den letzten 2 Monaten mehr als ein Dutzend solcher Wucherer festgenommen, die fast ihre Opfer zugrunde gerichtet hatten. Die Banditen schrecken vor nichts zurück, schlagen, erpressen, setzen Familien unter Druck und drohen sogar mit der Entführung ihrer Kinder. Der kriminelle Wucher ist ein sehr gefährliches Gewerbe, das in normalen Zeiten meist in den Spielkasinos nach Opfern sucht, in Krisenzeiten aber regelrecht zur Hochkonjungtur aufläuft.
In Polen boomt der Wucher mindestens genauso wie in anderen EU- Staaten, welche derzeit von der Krise betroffen sind. In den meisten Fällen geraten Menschen die sich bei den Gangstern Geld zu irren Konditionen leihen, in eine böse Falle aus der sie oft kaum wieder herauskommen. Es gibt genug Beispiele dass Schuldner ganze Firmen und ihre Häuser verloren, nachdem die Kreditsummen durch die Zinsen plötzlich in nicht mehr bezahlbare Höhen gestiegen waren. Die Schuldner enden auch nicht selten im Krankenhaus, nachdem sie von ihren Gläubigern nach Zahlungsverzügen überfallen wurden. Bis zu dem Zeitpunkt wenn die Wucherer den Hilfesuchenden Geld übergeben haben, sind sie freundlich, zuvorkommend und spielen sich geradezu als "barmherzige Samariter" auf. Doch danach ist es mit der Freundlichkeit vorbei und sie zeigen brutale Kraft. Nur ein einziger Tag Zahlungsverzug zieht oft schon eine Gewalttat der Verbrecher nach sich.
Die Zahl der Festnahmen von Wucherern in Polen nimmt stetig zu, ebenso wie die Zahl der Opfer. In Waldenburg/Niederschlesien (Walbrzych) nahm man erst am vergangenen Sonntag einen solchen Verbrecher fest. Er hatte sich so etwas wie eine Privatbank eingerichtet und Beträge von 5- bis zu 80 000 Zloty vorzüglich an Frauen verliehen. Der monatliche Zins betrug 30%. Im Laufe der Tilgung stellte sich heraus dass der Wucherer nebenbei auch noch Zinseszinsen berechnete. Eine geschädigte hatte bei der Polizei ausgesagt, dass sie 5000.- Zloty geliehen hatte und 35 000.- zurückzahlen musste, sie habe keine Möglichkeit gesehen sich dem zu wiedersetzen. In einem anderen Fall hatten zwei Banditen 7000.- Zloty an Jugendliche verliehen, welche anschliessend drei Jahre lang monatlich 2500.- Zloty zur Tilgung "ihrer Schuld" aufbringen mussten. Die Verbrecher hatten einfach nach der Abzahlung der eigentlichen Schuld weiterhin Raten verlangt, dieses Mal für die Sicherheit ihrer Opfer.
Mit dem Wucher beschäftigen sich Mitglieder großer polnischer Banden, und oft auch Familien von Verbrechern, die das Vermögen von ihren einsitzenden Sprößlingen verwalten. Selbst sehr armen Leuten leiht man Geld und weiss bereits dann, dass sie niemals diese Beträge zurückzahlen können. Planmäßig werden dann diese Schuldner als Drogenkurieren und Zigarettenschmuggler eingesetzt. Am meisten schätzen die Wucherer allerdings Geschäftsleute. In Warschau wurde erst kürzlich ein Fall bekannt, indem ein Mann sich Geld von einem Wucherer der Russen-Mafia geborgt hatte. Er hatte sich 150 000.- Zloty geliehen, welche er schon bald nicht mehr abzahlen konnte, da auch hier plötzlich gigantische Zinseszinsen verlangt wurden. Bereits nach wenigen Wochen verbot der russische Verbrecher dem Geschäftsmann seine eigene Firma zu betreten. Man hatte sie einfach übernommen, ebenso wie das Haus in welchem er mit seiner Familie lebte.
Während in Polen das Wuchergeschäft überwiegend in einheimischen Händen ist, betreiben meist Osteuropäer und Einwanderer vom Balkan dieses schmutzige Business in Deutschland und anderen Ländern der alten EU. Der Hauptumsatzplatz dieser Verbrecher ist die deutsche Hauptstadt Berlin. Hier hat sich die Russenmafia fest in diesem Geschäft etabliert.
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