"Ich habe kein Geld für die Ferien, einen iPod oder eine gute Jeans Hose" - so oder ähnlich rechtfertigen polnische Teenager, warum sie sich mit der Prostitution beschäftigen. Verschiedene aktuelle Berichte von Organisationen welche sich um die Durchsetzung der Rechte von Kindern kümmern, sind im Bezug auf eine wachsende Kinderprostitution in Polen geradezu erschütternd. Demnach verkaufen bis zu 20% von jugendlichen "Dirnen" ihren Körper alleine aus dem Grunde um mit Hilfe der hierdurch erlangten Gelder ihren Kollegen oder Kolleginnen zu imponieren. Erstaunlicherweise zieht man auch aus den Berichten die Erkenntnis, dass sich unter den minderjährigen Prostituierten offensichtlich auch viele Mädchen befinden, die aus "gutem Hause" stammen und dadurch weder an Hunger noch an Geldknappheit leiden dürften. Das Internet und die Einkaufszentren großer Städte Polens sollen es denn auch sein, wo sich die Minderjährigen auf der Suche nach "Sponsoren" machen. Als Hochburgen für Phädophile aus dem In- und Ausland, werden in diesem Zusammenhang immer wieder die Städte Krakau und Breslau genannt.
Nicht wenige der jungen Prostituierten behaupten, dass für eine gute "Position" inmitten der Altersgenossen hauptsächlich materielle Güter zählen, wofür man viel Geld brauche, um einen solchen Platz zu erobern. Der bekannte polnische Soziologe Jacek Kurzepa sieht die Beweggründe Minderjähriger zu ihrem Einstieg in die Prostitution in einem enormem Druck dieser Generation einfach mithalten zu müssen, oder wie man auch sagt "in" zu sein. "Wenn Du in deiner Clique dich behaupten willst, dann musst Du in Kult- Kneipen gehen, teuere "Klamotten" tragen und auch schon mal eine Zigarette rauchen oder einen Drink bestellen", "Diese Faktoren entscheiden oft ob die Jugendlichen in der von ihnen begehrten Gruppe voll akzeptiert werden" - stellte Kurzepa fest. Nach seinen Erkenntnissen identifizieren sich gerade junge Mädchen nicht als Prostituierte, sondern sprechen von "Sponsor suchen" wie als müsse man eine Kuh finden die man melken muss.
In einem Fall schildert Soziologe Kurzepa den Einstieg in die Prostitution der 15-jährigen Joanna aus Bromberg. Eine Schülerin des städtischen Gymnasiums aus gutem Hause. Sie hatte sich an einen hohen Lebenstandard durch ihr Elternhaus gewöhnen müssen. Als es dann der Familie plötzlich schlechter ging und sie mit allem zurückstecken sollte, folgte sie dem Rat einiger ihrer Freundinnen und wurde Prostituierte, indem sie sich erst einmal von "Sponsoren" für Sex mit Geschenken aller Art bezahlen liess. Diese Feststellungen Kurzepas bestätigt auch die Eigentümerin einer Hostessenagentur in Pommern: "Arme Frauen, die knapp über 20 jahre alt sind, sind manchmal wirklich gezwungen Geld für ihr Studium oder schon bereits vorhandene Kinder auf diese Art und Weise zu verdienen. "Bei den noch jüngeren Mädchen geht es einfach nur darum möglichst schnell viel Geld zu machen um damit teure Kleidung und Schmuck zu kaufen, mit dem man dann Sonnabends in der Disko glänzen kann. Nicht selten sind diese Mädchen sogar auch nocht aus gutem Hause".
Viele Beispiele wachsender Prostitution durch Minderjährige unterstützen denn auch die aktuellen Berichte: Ania ist Schülerin eines Breslauer Gymnasiums. Sie ist immer mit reichlich Geld versorgt. Sie erzählte ihren Klassenkameraden, dass sie als Model arbeite und hierzu auch schon an Modenschauen im Ausland teilgenommen habe. Alle glaubten ihr eine Zeitlang, bis dann jemand zufällig eine pornografische Seite mit der nackten Ania in eindeutigen Handlungen entdeckte. Eine Klassenkameradin erklärte hierzu, dass sie nicht wisse warum sie dies mache, denn sie sei ja bekanntlich kein armes Mädchen. Es stellte sich auch heraus, dass noch mehrere minderjährige Mädchen diese Gynasiums der Prostitution nachgehen. Eine brauchte angeblich Geld für Rock- Konzerte, eine andere sammelte für die Ferien, oder sogar dem Kauf von zwei Papageien. "Die Teenager sehen nur den Sex mit fremden Männern als schnellen und schmerzlosen Verdienst und beachten hierbei überhaupt nicht welche ernsthafte Konsequenzen dies haben kann" - bemerkte in einem Bericht auch eine Kinderpsychologin. Nach ihren Erkenntnissen betreiben auch immer mehr Jungen und Mädchen Prostitution, weil sie süchtig danach sind einfach etwas Verbotenes zu tun, oder riskante Abenteuer zu erleben.
"Verbotenes tun", war auch der Grund warum die 15-jährige Angelika und ihre ein Jahr ältere Freundin Marta aus Stettin sich plötzlich in einem Bordell in Zentral- Polen wiederfanden. Einer Psychologin gegenüber gestanden sie, dass sie von niemanden zur Arbeit in dieser "Hostessenagentur" gezwungen worden waren. "Uns hat dies sehr gut gefallen. Es fing damit an, dass sich meine Freundin von einem Mann ein Handy für Sex mit ihm schenken liess"- erzählte Angelika lachend und fügte hinzu, dass danach alles sehr schnell gegangen sei: "Erst ein Mann, dann der zweite und schon bald darauf beschlossen wir von zu Hause wegzulaufen um in einem Bordell zu arbeiten, wo man richtig viel Spaß haben kann und dabei ebensoviel Geld verdient".
Es gibt noch keine staatliche Einrichtung, welche die "abenteuerlustigen" Teenager von ihrem schlechten Trip runterbringen könnte. In einer kürzlich durchgeführten Umfrage bei Jugendämtern zu diesem Thema stellte sich sogar heraus, dass 68 % der Sozialarbeiter nicht einmal wussten, in welchem Alter der Geschlechtsverkehr in Polen noch nicht vollzogen werden darf. Auch die Polizei hat es nicht einfach in diesem Zusammenhang Phädophilen auf die Spur zu kommen, denn weder der Kunde, noch die minderjährige Prostituierte haben Interesse daran, dass sich die Polizei mit den Sachen beschäftigt. Nach Angaben der Kraukauer Polizei kommen alljährlich tausende, sexsüchtige Touristen aus westlichen Ländern mit Low-Cost-Airlines in die Stadt. Hier gehe man nach dem Mechanismus der phädophilen Masche vor und suche sich über Vertraute minderjährige Jungen und Mädchen, die man dann mit Geschenken in anonyme Zimmer von Hotels, Pensionen oder auch in die Wohnungen der "Scouts" schleppe.
In Polen gibt es auch keine offiziellen Statistiken über Kinderprostitution. Es ist auch kein Delikt nach dem Strafgesetzbuch. Auch die Prostitution selbst steht nicht unter Strafe, wohl aber der Sex mit Kindern unter 15 Jahren. Wenn dann mal eine 16-Jährige bei der Ausübung der Prostitution gestellt wird, geht dieser Fall dann auch nur zu einem Familiengericht, welches das soziale direkte Umfeld des Mädchens auf Tauglichkeit zu prüfen hat. Eine Problem für die Polizei ist es auch, dass die kleinen Prostituierten praktisch nicht zu identifizieren sind. Sie tragen keine sehr auffällige Kleidung oder stehen irgendwo auf der Strasse rum und warten auf Freier. Sie treiben sich hingegen in den Shopping Malls herum auf der Suche nach Sponsoren. Hierbei achten sie mit professioneller Genauigkeit auf Kleidung und Sauberkeit von Männern im mittleren Alter, welche als potentielle Sponsoren in Frage kommen könnten. Minderjährige Jungen ziehen sich zur aquise von Freiern dagegen mehr in Parks und in die Nähe von Bahnhöfen zurück.
Diskutieren Sie diesen Artikel in unserem Forum
Top Artikel
Neuere Artikel
Beliebte Artikel dieser Kategorie |
|
|