Warschau - Der Flugzeugabsturz am 10. April nahe der russischen Stadt Smolensk, bei dem führende Köpfe des polnischen Staates getötet wurden, zeigt in seinem Nachspiel vor allen Dingen deutlich wie weit polnische Politiker noch von der westlichen Zivilisation entfernt sind. Es wird gemogelt, gelogen, betrogen und das Volk wird weiterhin an der Nase herumgeführt. Die Korruptionsskandale in denen polnische Politiker verwickelt sind, kann man schon kaum noch zählen, die Millionäre im Warschauer Parlament auch nicht mehr. Den Hinterbliebenen der Katastrophe von Smolensk hatte man schon vom ersten Tage an jegliche Hilfe versprochen, aber wie halt immer, alles nur Show. Was Warschau aber mit Volldampf und ernsthaft betreibt, ist die Desinformation in den Ermittlungen zur Ursache der Tragödie.
Beispiellose Identifikationen
"Polskaweb" hatte schon in einem früheren Bericht aufgezeigt, unter welchen seltsamen Umständen die Hinterbliebenen der Opfer der Tupolew Katastrophe in einem forensischen Institut der russischen Hauptstadt Moskau ihre Lieben identifizieren mussten. Leichen, oder Teile hiervon wurden nur wenigen gezeigt. Man sollte irgendwelche besonderen Merkmale des Opfers nennen, dann bekamen man eine Nummer und das wars. Wem keine besonderen Merkmale einfielen, war umsonst nach Russland gereist und musste sogar seine Zusatzkosten, trotz des Verprechens von Ersatz, selbst tragen. Später bekamen dann aber auch diejenigen Hinterbliebenen einen verschweissten Zinksarg zugeteilt, welche aufgrund der Umstände nicht in der Lage waren, ihre verlorenenen Angehörigen zu identifizieren. DNA- Tests sollen es angeblich gewesen sein, welche zuletzt innerhalb weniger Stunden die Identität der restlichen zwei Dutzend Opfer klärten. Später meldete man allerdings, dass eine Leiche garnicht identifiziert werden konnte. Hinzu kam dann noch ein Container mit "ungeklärten" Leichenteilen aus Smolensk in Warschau an. Da fragten sich die Hinterbliebenen der Opfer zum ersten Mal, was sich denn da überhaupt in den Särgen und Urnen befand, die man beerdigt hatte.
Wer liegt in den Gräbern unserer Angehörigen
"Die Regierung hat die Opfer der Katastrophe betrogen" - sagte Stanislaw Zagrodzki (45) jetzt in den Medien. Er ist Cousin von Ewa Bakowska (47), einer Enkelin des in Katyn durch die Sowjets ermordeten General Smorawinski, die ebenso bei der Flugzeugkatastrophe getötet wurde. Zagrodzki wurde mit anderen Angehörigen im April zu den Identifizierungen nach Moskau gebracht. "Die Familien der Opfer haben keinerlei Sicherheit, dass in den Gräbern auch tatsächlich ihre Lieben und nicht irgendwelche Fremde beerdigt wurden. Es gibt keine entsprechenden Sterbeurkunden oder andere Nachweise worauf die Identität der Toten bescheinigt wird. Auf Druck der russischen Behörden haben die meisten der Angehörigen auch auf die angebrannte Kleidung der Toten verzichtet, die anderen bekamen dann meist einen nach Kraftstoff riechenden Fetzen in die Hand gedrückt. Jetzt bereue ich, dass ich nicht auf die Herausgabe aller Kleidungsstücke bestanden habe. Wo waren denn die polnischen Behörden ? Warum hat uns niemand geholfen, beraten, nicht der Zerstörung der Kleider zuzustimmen? - beschwert sich Stanislaw Zagrodzki.
Polnische Regierung hat die Opfer betrogen
Nicht nur der Cousin Ewa Bakowska beklagt das unangemessene Verhalten der polnischen Regierung nach der Katastrophe vom 10. April. Die Angehörigen der Opfer, sofern dies keine Politiker waren, sind ganz besonders von der Ignoranz von Premier Tusk, Komorowski, Klich und Co. erschüttert. "Was versteckt die Regierung vor uns ? Wir haben nicht einmal die Ergebnisse von DNA- Tests, die uns Ministerin Ewa Kopacz schon vor Wochen versprochen hatte. Ist es möglich, dass in den Gräbern der Opfer der Katastrophe andere begraben wurden ? Diese Ineffizienz der polnischen Behörden ist mir peinlich. Die Regierung hatte uns auch versprochen alle Kosten im Zusammenhang mit der Reise nach Moskau zu erstatten. Nicht einmal die angefallenen Telefonkosten zu Anatomiefragen, wie z.B. nach dem Zahnbild meiner Cousine, die einzige Art wie ich die Fragen der russischen Staatsanwaltschaft beantworten konnte, hat man übernommen." - schrieb Stanislaw Zagrodzki nun in einem Brief (s. Foto) an den polnischen Premier Tusk und drohte mit einer kollektiven Gerichtsklage der Opferfamilien gegen seine Regierung.
"Polskaweb" ist davon überzeugt, dass die Katastrophe von Smolensk durch Dritte herbeigeführt wurde.
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Wahre politische Reife
Geschrieben von: Dr. Gunther Kümel () am 19-05-2010 14:22