
Warschau - Wir wissen schon, dass die Gewinner der Austragung der Fußball- Europameisterschaft 2012, Polen und die Ukraine, regelmäßig eigene Abstriche machen was die für dieses Ereignis vertraglich vorgesehenen Infrastrukturen betrifft, doch leider kommt es jetzt noch schlimmer, als man je wagte zu befürchten. Autobahnen, Strassen, Wege, Gleise, Bahnhöfe und viele andere nicht nur für die Euro vorgesehene Projekte werden nun auf Eis gelegt. Der angebliche Grund: Es ist kaum Geld und das was vorhanden ist, soll für die Erneuerung und Reparatur von "Hochwasserschäden" verwendet werden.
Es sollte alles so schön sein, aber alles sieht danach aus dass es in Polen am Ende wie üblich aussehen wird. Minimaler Standard und das meiste garnicht oder nur halbfertig. Zwei Jahre vor der Fußball Europameisterschaft scheint es jetzt plötzlich amtlich zu sein, dass fast alle geplanten und noch zu erstellenden Autobahnabschnitte nicht fertig werden. Milliarden aus EU- Töpfen, Tausende Chinesen und Hunderte großmäulige Politiker werden wohl nichts daran ändern können. Die Tusk Regierung hatte schon lange gewusst, dass man Schwierigkeiten hat und noch mehr haben wird. Zu viele Leute wollen von den Milliarden zehren, was Baustopps und Probleme mit Ausschreibungen und Verträgen nach sich zog.
Im laufenden Jahr wird es höchstwahrscheinlich nur noch Geld für ein einziges Autobahn-Projekt geben, einem Teilstück der Autobahn A1 zwischen Stryków und Pyrzowice. Alle anderen Autobahnen werden frühestens in einem der kommenden Haushalte berücksichtigt werden. Man spricht aber bereits von mindestens 3 Jahren Verzögerung. Den Traum von der freien Fahrt von Berlin nach Warschau (A2), oder von Dresden bis in die Ukraine (A4) kann man so getrost erst einmal vergessen. Mit der wahrscheinlich bis 2012 fertigwerdenden Ortsumgehung von Lodz auf einer Länge von 40 Kilometern, fühlen wir uns überhaupt nicht entschädigt.
Erst vor wenigen Tagen hatte die polnische Regierung zwei Flugzeuge vom Typ Embraer-175 für ein paar Jahre bei LOT gemietet. Die Kosten pro Woche: Rund eine Million Euro. Hierin sind auch Personalkosten, Schulungen, Treibstoff und Flughafengebühren grob geschätzt enthalten. Wofür also noch sich so einen Stress wegen ein paar Autobahnen zu machen. Mit der Embraer kann man doch auf jedem Feldweg in Polen oder der Ukraine landen. UEFA- Chef Michel Platini weiß das schon alles. Es lebe der Fußball, die Korruption und der fleischgewordene Wettergott.
Neuere Artikel
Beliebte Artikel dieser Kategorie |
|
|
GUT SO!
Geschrieben von: Szymon () am 21-06-2010 16:17