BYDGOSZCZ - Ganz Polen diskutiert über das Schicksal eines Mannes, der seine Ehefrau mit ihrer Schwester betrogen hatte und infolge dessen seine Kinder verlor. Ausgerechnet als Wladyslaw Rozyckis bessere Hälfte ihr viertes Kind in einem Bromberger Krankenhaus gebar, hatte sich der Zügellose an die 18- jährige Schwester seiner besseren Hälfte herangemacht, die er zu allem Überfluss auch noch schwängerte. Ein Familiengericht bekam durch die Geburt des ausserehelichen Kindes von Wladyslaw mit der kleinen Schwester seiner Frau Wind von dieser ungewöhnlichen Dreiecksbeziehung und liess alle Kinder in ein Heim bringen. Ehefrau Alicja (21), die ihren Mann aus Liebe oder Mangel an Alternative nicht verliess, ihre schöne Schwester Agnieszka und der Nimmersatt waren mit ihren Kräften und Nerven am Ende. In seiner ganzen Verzweiflung bot Wladyslaw dem Gericht nun an, sich zur Wiedererlangung seiner Kinder, kastrieren zu lassen.
"Kastration oder nicht ?" ist die Frage welche man sich derzeit landesweit stellt, nachdem der begabte Handwerker Wladyslaw Rozycki (22) die jüngere Schwester seiner Frau geschwängert hatte und hierdurch seine Kinder, nicht aber die Ehefrau verlor, die mit vier gemeinsamen Kindern auch kaum andere Alternativen hatte. Auf Knien bat Wladek seine Ehefrau Alicja um Verzeihung: "Es tut mir sehr leid, dass ich mit deiner Schwester geschlafen habe. Verzeih mir, aber ich liebe nur dich. So etwas wird nie mehr vorkommen, ich kann dir nicht noch einmal wehtun". Die Betrogene gab nach, nachdem ihr zügelloser Ehemann sich zur Strafe unterwürfig bereit erklärt hatte, ihr ab sofort seinen monatlichen Lohn "In Verwaltung" zu geben.
Die Zeitung "Superexpress" veröffentlichte jetzt sog. Experten- Meinungen zu diesem Fall, welche durchaus die durchwachsene polnische Mentalität wiedergeben. Einer der "Sachverständigen", ein polnische Dr. Sommer (mit echtem akademischemTitel), Sexualwissenschaftler Dr. Stanislaw Dulko sagte hierzu der Zeitung: " Dieser Mann braucht Hilfe zu seiner Heilung, ich werde gerne seine seine Therapierung übernehmen. Zu Beginn sind hormonelle Studien erforderlich, die später über die Art der Behandlung entscheiden. Es ist möglich, dass am Ende die Kastration erforderlich sein wird".
Pastor Janusz Koplewski, Pfarrer in Stettin, hingegen hält die Kastration für keine Lösung: "Es ist wie bei den Säufern die selbst dann noch in Kneipen gehen, nachdem sie schon nach übermäßigem Alkoholgenuss ihre Beine verloren haben". Der Psychologe Zbigniew Necki sagte zu dem Fall: " Das Familiengericht hat übermäßigen Eifer gezeigt, wodurch in erster Linie die Kinder der Rozyckis bestraft wurden. Man sollte ihm und ihnen eine Chance geben, denn er hat gezeigt dass er sich bessern will und bedauert seine Verfehlungen. Eine betreute, individuelle Therapie im Zuhause der Familie halte ich für ausreichend. Das Gericht könnte sich dies bescheinigen lassen".
In Polen ist die chemische Kastration nur an Phädophilen nach dem Strafrecht möglich. Eine entsprechende Gesetzeserweiterung wurde von allen Parteien im Parlament unterstützt und erlangte vor wenigen Tagen Gültigkeit. Ein Mißbrauch dieser Anwendung ist abzusehen, denn hierzu reicht schon die Aussage einer enttäuschten Ex- Freundin, deren Tochter oder Sohn durch die Mutter "inspiriert" worden sein könnte. Gleichwohl ist die Korruption auch in der polnischen Justiz kein Staatsgeheimnis, wenn auch man nur unter vorgehaltener Hand darüber spricht. Dies birgt natürlich die Gefahr, dass am Ende nur arme Täter ihre Manneskraft verlieren, die schon im Vorfelde ihrer Gerichtsverhandlung und Kastrierung kein Geld für einen Rechtsanwalt hatten.
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