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Kaczynskis Schatten im Visier der Briten

Veröffentlicht in : Nachrichten, Aktuelles




Michal KaminskiIn Polen kennt ihn Jedermann und es gibt kaum ein Foto des polnischen Präsidenten Lech Kaczyński, auf welchem nicht zumindest die Nase oder ein Finger von Michał Tomasz Kamiński zu sehen sind. Bis zum April diesen Jahres wies er unübersehbar seinem Chef in der Öffentlichkeit die Richtung, war sein Soufleur und kümmerte sich um ihn als wäre es seine eigene kränkelnde Mutter. Zugunsten eines Sitzes für Kamiński im neuen EU- Parlament verzichtete der polnische Präsident aber erst einmal auf seine Rundumbetreuung, muss aber nun zusehen, wie sein ehemaliger bester Mann, von der britischen Presse "verheizt" wird. Kamiński schaffte zwar den Einzug ins Parlament, wurde dann sogar noch Parteichef der europäischen Konservativen und Reformer (EKR), doch dann aber verliess ihn sein Glück und seine etwas dunkele Vergangenheit holte ihn ein, welche nun renommierte Medien wie "The Times", "Oberver" oder "Daily Telegraph", der Öffentlichkeit schon seit Wochen aufs Frühstücksbrot schmieren.

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Offener Antisemitismus im EU- Parlament

Michał Kamiński hatte den Posten des Parteichefs der EKR kurioserweise in erster Linie seinem rassistischen, Europa- und schwulenfeindlichem Ruf zu verdanken, denn das Mitglied der rechtskonservativen Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) der Kaczyński Brüder hatte erst kürzlich bei der Wahl der 14 Parlaments-Vize-Präsidenten zum EU Parlament, gerade wegen seinem miserablen Ruf, diese mögliche Stellung zugunsten der deutschen FDP-Abgeordneten Silvana Koch-Mehrin verloren. Danach hatte die PIS Delegation, welche die zweitstärkste Gruppe bei der EKR bildet, umgehend den Chefposten für sich beansprucht. Der Pole wurde dann auch mit großer Mehrheit gewählt. Britische EKR Abgeordnete hat die Wahl Kamiński, gerade wegen seinem offenen Antisemitismus, den er schon selbst im EU-Parlament im September 2004 unter Beweis gestellt hatte, in eine Art Schockzustand versetzt. Zur Unterstützung ihrer Parlamentarier in Straßburg, recherchierten der Londoner "Observer" und andere Massenmedien fortan gegen den ungeliebten polnischen Parteichef und fanden schier Unglaubliches heraus.

"Juden zeigen keine Reue"

Die britische Wochenzeitung "Observer" kritisiert scharf den Vorsitzenden der Opposition David Cameron für die konservative Allianz mit der Kaczyński Partei Recht und Gerechtigkeit im Europäischen Parlament. Schon in der zweiten Woche in Folge berichtet das Blatt über die Vergangenheit von EKR Chef Michał Kamiński. Jetzt kam hierbei u.a. ans Tageslicht, dass er gegen eine Entschuldigung für den Pogrom von Jedwabne gewesen sein soll, bei dem Polen am 10. Juli 1941 bis zu 1600 Nachbarn jüdischer Religion erschlugen oder verbrannten. Der polnische Staatspräsident Aleksander Kwaśniewski hatte am 10. Juli 2001, dem 60. Jahrestages des Massakers, sich im Namen seiner Landleute für dieses Verbrechen entschuldigt und bat um Vergebung für die Tat. Schon in Hinsicht auf den Besuch Kwaśniewski in Jedwabne am 5. März 2001 soll Kamiński in einem Fernsehinterview gesagt haben: "Es gibt viele verschiedene Themen, zu denen Kwasniewski sich entschuldigen sollte, aber nicht für Jedwabne, solange die Juden keine Reue zeigen für die Zusammenarbeit mit den Sowjets nach dem 17. September 1939."

Kamiński war in Jedwabne

Nach dem Bericht des "Observer" soll Michał Kamiński selbst zu jener Zeit in Jedwabne gewesen sein um den "Guten Ruf" der Bürger des Ortes zu verteidigen. Er habe damals mit dem Vorsitzenden des Stadtrates, Stanislaw Michalowski, einen offenen Brief im Namen der Einwohner ausgearbeitet und darauf gedrängt, dass man auf jeden Fall jegliche Vorwürfe in Zusammenhang mit dem Massenmord von 1941 bestreiten soll. Kamiński hatte bereits von diesen neuen Vorwürfen gegen ihn gehört und sich vor wenigen Tagen in einem Fernsehinterview und auch einem Schreiben an den "Observer" dahingehend geäussert, dass es für ihn sehr schmerzhaft sei beschuldigt zu werden, er sei ein Anitisemit. Er habe oft schon seine Unterstützung für Israel und die jüdischen Gemeinden in Polen bekräftigt. Er bestritt darüberhinaus in Jedwabne gewesen zu sein, oder während eines Fernsehinterview im Jahre 2001 über Aleksander Kwaśniewski und Entschuldigungen gesprochen zu haben.

Der Lügen überführt

Der katholische Fernsehsender, welcher damals das Interview mit Kamiński im Zusammenhang mit Jedwabne gemacht haben soll, sowie auch die Tageszeitung Gazeta Wyborcza, die über den Besuch des Kaczynski Schattens in Jedwabne (via einer ihn begleitende Journalistin) berichtete, haben am Wochenende die Vorwürfe des britischen Observers vollumfänglich bestätigt. Eine herbe Niederlage für Kamiński und seine PIS Partei, die weitestgehend auch seit einigen Jahren für die deutsch-polnischen "Verstimmungen" verantwortlich ist. Während sich deutsche Medien aber trotz Beleidigungen, Beschuldigungen und Verschleierungen seitens dieser Partei eher unterwürfig verhalten, macht die litauische, ukrainische, britische und amerikanische Presse nun immer mehr Druck auf die rechte Parteienlandschaft Polens um die zweifelhafte Aufarbeit der polnischen Geschichte.

Jan. T. Gross erhält polnische Staatsbürgerschaft zurück

Der in Polen geborene US Historiker und Buchautor Jan. T. Gross, welcher erstmals vor Jahren Polen wegen Jedwabne und anderen Pogromen an Juden anklagte, hat Mitte Juli auf Antrag seine polnische Staatsbürgerschaft durch den Wojewoden von Lodz zurückerhalten. Was er damit im Schilde führt ist noch unklar, sicherlich aber wird er nicht bezüglich seiner Klagen stillhalten wollen. Das Institut für Nationales Gedenken (IPN) in Warschau arbeitet gerade daran, das Pogrom von Jedwabne wieder der deutschen Verantwortung zuzuführen. Eins zeichnet sich aber bereits seit vielen Monaten immer deutlicher ab, Polen hängt Jedwabne als Paradebeispiel seiner "nur" Opferrolle wie ein Betonklotz am Bein. Hinzu kommen durch die kontinuierlichen wachsenden Erkenntnisse der Geschichte des letzten Jahrhunderts nun immer weitere Vorwürfe und Unklarheiten. Die Kaczyński Brüder und andere Leute ihrer Partei vom Schlage Kamińskis haben mit ihrem ultrarechten Gehabe ihrem Lande nichts Gutes getan. An ihrem Verhalten bewertet man leider oft Gesamtpolen und das ist für die Millionen ehrlichen und liberalen Menschen im Lande eine Strafe.

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Soll er sie sich...

Geschrieben von: Rudy () am 26-07-2009 21:44

Soll er sie sich...

Geschrieben von: Rudy am 26-07-2009 21:44

Und zum Thema Kwasniewski der sich für seine Landsleute entschuldigt... diese Entschuldigung kann ich leider nicht annehmen, und viele meiner Landsleute bestimmt auch nicht. 
Soooo, bei wemm enschuldigt sich nun Kwasniewski? 
Bei den Polen oder bei den Juden? 
mfg Rudy

 

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