Stettin - Das Schicksal der Werften von Stettin (Szczecin) und Gdingen (Gdynia) steht weiterhin in den Sternen, denn die Käufer aus dem Morgenlande haben auch die letzte Zahlungsfrist, welche am Montag Abend um 24.00 Uhr ablief, ungenutzt verstreichen lassen. Der Kaufpreis in Höhe von insgesamt 381 Mio. Zloty ist nicht in Polen angekommen. Weder Investor "Stichting Particulier Fonds Greenrights" mit Sitz in der Karibik, noch die beratende QInvest-Bank aus dem Scheichtum Katar, haben sich wegen dem Zahlungs- Versagen bisher bei Empfängerbank (Bud-Bank Leasing sp. Z oo) in Polen gemeldet, teilte ein Sprecher des polnischen Schatzministeriums am Dienstag Morgen mit. Dies ist nun der vorläufige Höhepunkt aus dem Ergebnis der Versteigerung der beiden Schiffbaustandorte, welche zuletzt Konkurs anmelden mussten, weil sie die seit dem EU-Beitritt 2004 erhaltenen Subventionen an den polnischen Staat nicht zurückzahlen konnten. Die polnische Regierung fühlt sich nun speziell durch Regierende aus Katar ausgetrickst und betrachtet den Werftenverkauf als geplatzt.
Schiffbau soll weiter gehen
Im Zusammenhang mit dem geplatzten Verkauf der Werften von Stettin und Gdingen bereitet die polnische Regierung derzeit schon einen Brief an die Europäische Kommission vor, in dem man um mehr Zeit für den Verkauf der beiden Werke bittet. "Ich vermute, dass die Kommission in dieser Frage flexibel sein wird, denn es wird ja auch ihr um die Rettung von Arbeitsplätzen gehen" - sagte am Morgen Sławomir Nowak, Leiter des politischen Kabinetts von Premierminister Donald Tusk im Fernsehen und wies darauf hin, dass man nach dem Rückzug des Investors durchaus auch in einem Plan "B" andere Lösungen in Erwägung ziehe, wozu auch gehöre dass die Produktion von Schiffen in Stettin und Gdingen weitergehen könnte.
Briefkastenfirma legt Polen rein
Zunächst sollte das Geld für die Werften bereits am 21. Juli in Polen eingehen. Dies geschah nicht und am Tage nach der abgelaufenen Zahlungsfrist soll sich dann die Briefkasten- Firma "Stichting Particulier Fonds Greenrights" gemeldet und um einen Aufschub bis zum 17. August gebeten haben. Währendessen war das Gerücht gestreut worden, dass die Werft in Stettin sich der "Wäsche von schmutzigem Geld" gewidmet habe. Der seltsame Investor soll sich im vergangenen Mai entschlossen haben die wichtigsten Vermögenswerte der Werften von Stettin und Gdingen zu erwerben. Am 17. Juni übersandte dann hierzu angeblich die "Qatar Islamic Bank" eine Kaufabsichtserklärung im Namen der Briefkastenfirma von den Niederländischen Antillen. Zur Übernahme der Werften soll dann der Investor eine 25 000 Euro GmbH in Warschau gegründet haben, dessen einziger Besitzer "Stichting Particulier Fonds Greenrights" ist.
Katars Regierungschef vergaß Unterstützungs- Versprechen
Der polnische Schatzminister Aleksander Grad, dessen Job jetzt angeblich in Gefahr sein soll, hatte zuletzt immer wieder versichert, dass als Garanten für die Transaktionen zum Kauf der beiden Werften die QInvest- und Qatar Islamic Bank im Scheichtum Katar stehen. Doch nichts von dem scheint ja irgendwo auch nur annähernd mit der Wahrheit um diesen mysteriösen Investor in der Karibik zu tun haben. Der polnische Premier Donald Tusk traf sich erst kürzlich mit dem Premierminister von Katar in dessen Urlaubsresidenz in Nizza, um angeblich die Probleme des Zahlungsverzuges bez. der Werften auf höchster Ebene zu besprechen. Der Scheich versprach sich der Sache anzunehmen, doch auch das funktionierte wohl offensichtlich nicht. Auch das mit dem angedrohetn Jobverlust des Schatzministers war offensichtlich nur eine "Ente", denn man redet nun wo es ernst geworden sein müsste, nicht einmal mehr davon.
Wer trickst wen aus .....
Warum dies nun alles nicht läuft, darüber sollte man besser aber erst einmal nur spekulieren. Nichts kann man auschliessen. "Polskaweb" hatte schon mehrmals in der Vergangenheit über seltsame Aktivitäten rund um die polnische Schiffsbauindustrie berichtet, wozu auch das Verschwinden von Millionen aus EU- Kassen gehörte. Der zuletzt stattgefundene Verkauf der Werften von Stettin und Gdingen erschien ebenso sehr merkwürdig und verdächtig amateurhaft durchgeführt worden zu sein. Die Werften haben in Polen einen hohen symbolischen Wert und es war aus unserer Sicht sehr verdächtig dann mitzuerleben wie diese im Briefkasten einer Firma aus der Karibik verschwanden, ohne dass man überhaupt wusste, wer denn namentlich hinter dieser Firma "Stichting Particulier Fonds Greenrights" überhaupt steckt. Aus diesen und anderen Gründen schliessen wir deshalb nicht aus, dass dieser angebliche Investor einfach nur gebastelt wurde, um die von der EU geforderte Veräusserung der Werften zu verhindern. Nun kann man aber wenigstens vorzeigen, dass man sich bemüht hatte ....
Lesen Sie bitte auch unsere vorhergehenden Berichte in diesem Zusammenhang:
Investiert Al-Qaida Milliarden in Polen ?
Käufer polnischer Werften ist nicht QInvest
Polen verkauft Werften in die Karibik
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