WARSCHAU - Selbst Polens Präsident Lech Kaczynski dürfte sich die Augen gerieben haben, als ihm jetzt das Ergebnis einer aktuellen GfK-Studie zu den Chancen der Kandidaten zu den in diesen Jahr anstehenden Präsidentenwahlen geflüstert wurde, denn demnach würde nicht nur der alte- sondern auch der neue Präsident Kaczynski heissen. Mit 18 Prozent der abgegeben Stimmen bei dieser Umfrage lag der Amtsinhaber knapp vor seinem mächtigsten Konkurrenten, Sejm Präsident Bronislaw Komorowski (17%), dem eigentlich die Rolle des neuen polnischen Präsidenten viel eher zugerechnet wird. Auf der Liste der Bewerber für das höchste Amt im Staate, die auch Gegenstand der GfK- Befragung war, findet man eine ganze Reihe Namen bekannter polnischer Politiker, hierunter auch Ex-Präsident Aleksander Kwasniewski, der aber nur von 2 % der Stimmen für sich verbuchen konnte.
Knockout in der zweiten Runde
Das Ergebniss aus der "GfK Polonia" Umfrage für die rechtsliberale Tageszeitung "Rzeczpospolita" spiegelt allerdings kaum den Willen der polnischen Bevölkerung wieder, da in anderen derartigen Umfragen, die in diesem Jahr durchgeführt wurden, Lech Kaczynski sogar von relativ unbekannten Kandidaten geschlagen wurde. So erlitt denn auch der Amtsinhaber schon in der zweiten Runde der Wahlumfragen einen Knockout. Die Nachricht von der Niederlage überbrachte Polens erster Tageszeitung "Gazeta Wyborcza", die über das Meinungsforschungsinstitut "DAG PBS" nicht nur Komorowski sondern auch den aktuellen Aussenminister Radoslaw Sikorski separat gegen Kaczynski antreten liess. Sikorski erhielt demnach 26 Prozent, Kaczynski 22 Prozent, Olechowski 15 Prozent, Szmajdzinski 9 Prozent, Vizepremier Pawlak 7 Prozent und Ex- Sejm Marschall Marek Jurek nur 3 Prozent der Prozent der Stimmen.
"Komorowski for President"
Im direkten Vergleich der möglichen Kandidaten für das Präsidentenamt der regierenden Bürgerplattform (PO) Komorowski und Sikorski gegen Amtsinhaber Lech Kaczynski, gewann laut "DAG PBS" Aussenminister Radoslaw Sikorski mit 26 Prozent der Stimmen. Komorowski und Kaczynski bekamen jeweils 21 Prozent. Am 23. Januar gab es derartige Umfragen auch noch im Zusammenhang mit Premier Donald Tusk, der sich allerdings inzwischen als Kandidat für das höchste Amt zurückgezogen hat. Tusk liess bei jenen Umfragen Lech Kaczynski mit durchschnittlich 31 Prozent weit hinter sich. Sein Rückzug aus dem Rennen brachte allerdings dem Amtsinhaber jetzt 4 Prozent Zuwachs ein. Bronislaw Komorowski ist trotz dieser Ergebnisse sicherlich der Mann mit den größten Chancen Lech Kaczynski abzulösen. Bei anderen Umfragen, wo das Heer der Teilnehmer "bunter" war, erzielte er sehr deutlich bis zu 20 Prozent mehr Stimmen als er.
© Polskaweb News Artikel vom 10.2.2010
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