KIEW - "Ich fordere eine Wiederholung des zweiten Durchganges der Präsidentenwahlen und die Aufhebung der bisherigen Ergebnisse" - schrieb die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko am Dienstag auf ihrem Blog. Gleichwohl hatte sie vorab beim Oberverwaltungsgericht in Kiew, wegen angeblicher Verletzungen des Wahlgesetzes die das endgültige Ergebnis der Abstimmung beeinflusst habe, Klage eingereicht. Timoschenko hatte für das Präsidentenamt in der Ukraine kandidiert und in einer Stichwahl sehr knapp gegen Herausforderer Viktor Juschtschenko verloren. "Die schöne Julia" - wie sie ihre Anhänger bezeichnen, tut sich verständlicherweise sehr schwer ihre Niederlage bei den Wahlen anzuerkennen, denn nun wird sie möglicherweise auch ihren Posten als Regierungschefin verlieren.
Wenn auch das Ergebnis des zweiten Durchganges der Präsidentenwahlen in der Ukraine mit 48,95 zu 45,47 Prozent für Janukowitsch, im demokratischen Sinne, schon fast nach einer notwendigen Wiederholung schreit, scheint der Kuchen für Timoschenko gegessen zu sein. Am 25. Februar soll ihr prorussischer Kontrahent, nach einem Beschluss des Parlamentes, offiziell als neuer Präsident der Ukraine vereidigt wird. Die Chancen für eine Wahlwiederholung stehen also nahezu bei Null.
Viktor Janukowitsch sieht die Aktivitäten Julia Timoschenkos um seine angebliche "systematischen Wahlfälschungen riesigen Ausmaßes" sehr gelassen und macht schon vor seinem offiziellen Amtsantritt Weltpolitik. Einer seiner ersten Schritte im Amt wird höchstwahrscheinlich seine Reise nach Moskau sein, wo ihm in einem "Freundschaftsvertrag" die Grenzen seiner Handlungsvollmachten "umrissen" werden sollen. Bis Sevastopol auf der Krim sollen diese allerdings nicht reichen, denn hier herrschen bereits die Oberbefehlshaber der russischen Schwarzmeerflotte.
Wer in der Ukraine regiert, ist vom Prinzip her egal. Es geht eh immer nur um das eine .... , nämlich Geld. Wer am meisten zahlt, dessen Lied wird gesungen. Im jetzigen Fall scheint Moskau offenbar sogar Vorkasse geleistet zu haben, denn Janukowitsch singt schon seit Wochen russischen Heldenlieder.
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