
WARSCHAU - In Polen haben am Morgen die zweitägigen Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag des Kriegsrechtes begonnen, dass nicht nur ein ganzes Volk den Hunger brachte, sondern auch den unaufhaltsamen Aufstieg der Gewerkschaft Solidarität unter der Führung des schnautzbärtigen "Elektrikers" der Danziger Werft und späteren Nobelpreisträgers Lech Walesa. Nach offiziellen Versionen damaliger Ereignisse wurden nach der Einführung des Kriegsrechtes am 13. Dezember 1981, verhängt unter Verletzung der Verfassung durch den damaligen Staatschef General Wojciech Jaruzelski, rund 10 Tausend Regimegegner und Demonstranten in Gefängnisse und andere Haftanstalten geworfen und im großem Umfange damit begonnen auch Repressionen gegen die teils bereits da schon hungernde Bevölkerung einzuleiten. Dutzende Menschen starben während der Demonstrationen gegen die Regierung durch Kugeln aus Waffen der Polizei, aber auch durch Schläge bzw. Folter. Erst knapp ein Jahr später, am 22. Dezember 1982 wurde das Kriegsrecht in Polen ausgesetzt, im Juli 1983 dann endgültig abgeschafft. Anläßlich des diesjährigen Jahrestages hat der noch lebende und bis heute nicht bestrafte letzte kommunistische Führer den Medien eine Erklärung zukommen lassen und sich wieder einmal für die Einführung und die daraus resultierenden Schäden entschuldigt. Erneut betonte er aber auch, dass seine damalige Handlungsweise ein "kleineres Übel" mit "höherer Notwendigkeit" war. "Wäre ich heute in einer ähnlichen Situation, würde meine Entscheidung genau die gleiche sein" oder "Sorry, aber immer gerne wieder" - pflegt der alte Mann noch heute jedem zu erklären der zu den Toten und Repressalien am Volk in den 80er Jahren fragen stellt.
Jaruzelski: Sorry, aber gerne wieder .... !
In einer Mitteilung von General Jaruzelski vom vergangenen Freitag an Radio "Zet" heisst es im genauen Wortlaut:" "Liebe Landsleute. Vor dreißig Jahren, 13 Dezember 1981, habe ich in unserem Lande das Kriegsrecht ausgerufen. Diese Entscheidung wurde aufgrund einer höheren Notwendigkeit gefällt. Wenn ich heute in einer ähnlichen Situation zu entscheiden hätte, würde ich genau dasselbe tun. In meinem langen Leben gab es viele sehr schwierige Momente und dieser war besonders dramatisch. Ich war gezwungen polnische Familien und Gesellschaft vor internen und externen Bedrohungen und Schikanen des Alltags zu schützen und hierbei ihr Leben über Monate, Wochen und Tage ganz plötzlich einzuschränken. Vorangestellt habe ich das Kriegsrecht als Rettung vor einer multidimensionalen Katastrophe. Doch obwohl er das kleinere Übel war, war es natürlich ein großer Schock für alle und brachte eine Vielzahl von schmerzhaften und belastenden Folgen für die Gesellschaft mit sich. Ich habe dieses bittere Bewusstsein und nochmals bitte ich um Entschuldigung für all die damaligen Ungerechtigkeiten und das Unrecht.

Helmut Schmidt sah schmunzelnd zu
Polen war vor der Ausrufung des Kriegsrechtes im Jahre 1981 ein halbwegs freies Land. Doch die Versorgung der Bevölkerung wurde plötzlich und ohne Not eingeschränkt, die Preise für Grundnahrungsmittel erheblich angehoben und dann begann man diese zu rationieren. Der Westen bekam dies natürlich mit, doch keine Regierung schaltete sich ein. Der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt befand sich am 13. Dezember 1981 bei Erich Honnecker in der DDR, obwohl er zu diesem Zeitpunkt nach unserer Überzeugung bereits wusste, dass an diesem Tage Jaruzelski zuschlagen würde. Doch er brachte keinen Ton zu dieser Untat im Nachbarland über seine Lippen. Warum er schwieg, entnimmt man aber leicht einer weiteren Stellungnahme Jaruzelskis aus früherer Zeit und natürlich auch der Entwicklung nach 1981:" Die Einführung des Kriegsrechts kam um den Erwartungen der Gesellschaft gerecht zu werden". Wenige Jahre später sollte dem Kommunismus denn auch wie geplant der Hahn abgedreht werden.

Private Betriebe zum Schein in "VEB" umgenannt
Der Fall der Mauer war von langer Hand vorbereitet worden. Westliche und östliche Herrscherfamilien hatten jahrzehntelang gemeinsam alles aus Polen, der DDR, Ungarn usw. rausgepresst, was sie heute in Weissrussland, der Ukraine und Russland sogar immer noch tun. Als dann schon fast garnichts mehr ging und aufgrund von immer mehr verfallendem Wohnraum und Infrastrukturen schon Folgen wie Epidemien erwartet wurden, überliess man den Rest dem Westen zum Wiederaufbau, auf Kosten derjenigen Menschen die man bis dahin nur auf Sparflamme ausgebeutet hatte. Damals wurde in Polen noch viel mehr produziert als heute, aber auch zu noch viel geringeren Kosten. Über 90 Prozent der Produktionen ging teils über Umwege in den Westen. Man stellte vor allen Dingen hochwertige Bauteile für Fahrzeuge, Maschinen und Elektronik her. Die gigantischen Gewinne teilten die Familien in Ost- und West unter sich auf, auch nachdem sie ihre Betriebe zur Verschleierung in "VEB" umgetauft hatten.
Auch polnische Sklaven schufteten für "deutsches Wirtschaftswunder"
Das deutsche Wirtschaftswunder ab 1948 war eng mit der Versklavung des Ostens verbunden. Das war ebenso geplant. Die Bombardierungen der Industrie des Reiches während des Zweiten Weltkrieges beweisen doch, dass man den Westen hier gezielt vernachlässigte und im Osten richtig derbe zuschlug. Zahlreiche westdeutsche Firmen konnten so schon kurz nach dem Krieg wieder voll produzieren, während in Ostdeutschland die Sowjets den Rest demontierten um diesen nach Absprache mit Washington genau dort zu platzieren wo man schon Millionen Kriegsgefangene zum Nulltarif beschäftigte. Auch wenn Jaruzelski zum "Tätervolk" gehört, so hat er doch in der Tat 1981 durch die Ausrufung des Kriegsrechtes in Polen auch den Fall der Mauer in 1989 eingeleitet. "Polskaweb News" ist die Wahrheit über die Wiedervereinigung beider Teile Deutschlands bestens bekannt. Alleine schon das Wissen über die wahre Identität des "Arbeiterführers" Lech Walesa würde auch Sie diesbezüglich überzeugen, aber mit dieser Enthüllung werden wir noch ein wenig warten.
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Deutsche Nachkriegszeit-Geschichte
Geschrieben von: Silas () am 14-12-2011 13:58