Kiew - Bei der Präsidentenwahl in der Ukraine zeichnet sich ein Sieg des pro-russischen Kandidaten Viktor Janukowitsch ab. Er holte etwa 34% aller abgegebenen Stimmen. Amtsinhaber Juschtschenko wurde so gut wie abgewählt. Nicht einmal 6 Prozent der Ukrainer haben sich nochmals für den Helden der orangenen Revolution als Staatschef entschieden. Nur die aktuelle Regierungschefin Julia Timoschenko hat mit 29,5 Prozent noch den Hauch einer Chance, durch eine Anfang Februar stattfindende Stichwahl, doch noch erste Präsidentin der Ukraine zu werden. Eher ist aber anzunehmen, dass Janukowitsch nun im Zweikampf mit Timoschenko noch weiter zulegen wird, obwohl dies einige Experten genau andersrum sehen. Das Ergebnis der heutigen Wahl ist keine Überraschung. Dem Volke geht es nun schon seit Jahren größtenteils noch schlechter als unter den Kommunisten. Kein Wunder also, dass nun vor allen Dingen ältere Leute, wieder nach Moskau schauen, denn die EU und Amerika zeigen weiterhin und unübersehbar kaum Interessse an der Zukunft der Ukraine.
10 Kandidaten hatten sich insgesamt um das Amt des Präsidenten in der Ukraine beworben. Keiner von ihnen erreichte die vorgeschriebenen 50 Prozent der abgegebenen Stimmen. Der 59-jährige Viktor Janukowitsch konnte die meisten Stimmen von allen für sich gewinnen. Im Jahre 2004 wäre bereits einmal fast Präsident geworden, damals aber durch Wahlfälschung die ihm dann in einem zweiten Durchgang gegen Viktor Juschtschenko den Job gleich wieder kostete, denn da machte das Volk nicht mehr mit. Der frühere Betrug mit den Wahlzetteln und auch die Vorstrafen des pro- russischen Kandidaten wegen Diebstahls und Raub, scheint das Volk nun aber bereits vergessen zu haben und auch Julia Timoschenko saß ja bekanntlich bereits im Gefängnis.
Timoschenko machte Wahlwerbung mit einem möglichen EU- Beitritt in den nächsten Jahren. Sie wird als pro-westlich eingestuft, doch ihre Kritiker werfen ihr vor, einzig am Gelde interessiert zu sein. Mit großer Schadenfreude berichten russische Medien schon seit dem Morgen, von einem angeblichen Chaos in der Ukraine und machen sich lustig über die "wirtschaftlichen Erfolge" des Duos Juschtschenko-Timoschenko, die beide während des Wahlkampf für sich beanspruchten. Es stimmt alles so genau und perfekt mit der herrschenden Ideologie in Russland überein: Alle "farbigen Revolutionen" entwickelten sich zum größten Übel und dubiosen Demokratien, die heute nichts anderes als ein Synonym für Chaos sind - kommentierte man am Sonntag z.B. in einer großen russischen Tageszeitung.
© Polskaweb News Artikel vom 17.1.2010
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Ukraine gehört zu Moskau
Geschrieben von: T.B. Drängler () am 19-01-2010 14:26