Tel Aviv - Britische, deutsche, französische oder australische Pässe sind für die Israelis äusserst wertvoll und beliebt, polnische Pässe dagegen offenbar nicht einmal das Papier wert. Selbst Polinnen mit Diplomatenpässen fast man in Israel unter den Rock, wie erst am Freitag, auf dem Ben Gurion International Airport in Tel Aviv geschehen. Eine kleine Delegation polnischer Abgeordneter, welche einer Einladung der Palästinensischen Autonomiebehörde nach Ramallah gefolgt war und jetzt die Heimreise nach Polen über Tel Aviv antreten wollte, wurde nach eigenen Angaben auf dem Ben Gurion Flughafen von Grenzschutzbeamten derart schikaniert, dass sie sogar ihren Rückflug verpassten und nun bis zum Samstag in einem Hotel der Stadt bleiben müssen. Die Parlamentarier sprechen von offensichtlicher Provokation, wozu auch peinliche Leibesvisitationen gehörten, obwohl sie alle mit Diplomatenpässen reisen. Unter den Polen befindet sich auch Jolanta Szczypinska, die Freundin vom polnischen Ex- Premier Jaroslaw Kaczynski.
"Man hat uns auf dem Flughafen von Tel Aviv festgehalten. Trotz unserer Diplomatenpässe wurden wir einer erniedrigend gründlichen Inspektion unterzogen. Es ist unübersehbar eine Schickane. Jetzt weiss ich umso mehr, wie sich die Palästinenser fühlen" - hatte die polnische Abgeordnete Szczypinska am Abend im Fernsehen berichtet. Nach ihren Angaben gab es keinerlei Grund, dass die Israelis sie durchsuchten und aufhielten. Man habe alleine deshalb Aufmerksamkeit erregt, weil man polnische Pässe habe und ein Flugzeug mit polnischem Hoheitszeichen auf sie warte. Ein anderer Parlamentarier sprach hingegen von einer gesteuerten Aktion des israelischen Grenzschutzes.
Der Grenzschutz hatte die Polen auch über den Anlass ihres Aufenthaltes in den Palästinensergebieten befragt und was sie in Israel gemacht haben. Die polnische Botschaft im Lande betreut derweil die Schikaneopfer und hat ihnen Zimmer besorgt, wo sie die Nacht verbringen können. Polnische Diplomaten schirmen sie ab. Ihre Pässe haben sie zurückbekommen, allerdings hat man diese erst mal Seite für Seite kopiert. Der Mossad sammelt derartig abgelichtete Dokumente. Im Übrigen ist es eine Frechheit, mit welcher Arroganz die Israelis seit Netanjahu Ausländer behandeln.
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