Tel-Aviv - Ein geheimnisvolles Schiff liegt im Hafen der israelischen Stadt Ashdod. An Bord des unter der Flagge von Antigua fahrenden 137 Meter langen Handelsschiffes "Francop" befindet sich neben einem Dutzend Beamten des Geheimdienstes Mossad, auch die gesamte der Kapitän und die Besatzung, allesamt Polen. Die israelische Marine hatte den Frachter in der letzten Nacht im Mittelmeer, etwa 100 Kilometer vor der eigenen Küste, aufgebracht und nach einer Durchsuchung in den Hafen geleitet. An Bord fanden sie Container mit Raketen und Munition, die aus dem Iran kamen und auf dem Wege nach Syrien waren. Wie eine Militärsprecherin der Presse mitteilte, habe die Polen keinen Widerstand bei der Festnahme geleistet. Die aufgefundenen Waffen und Munition seien höchstwahrscheinlich Schmuggelgut und für die terroristische Hisbollah bestimmt gewesen. Das Schiff soll einer deutschen Reederei gehören. In ihren Frachtdokumenten waren die Waffen nicht aufgeführt.
Die Nachrichten-Agentur AFP sagte unter Berufung auf das israelische Radio, dass die "Francop" illegale Waffen an Bord habe. Der stellvertretende israelischen Verteidigungsministers Matan Vilnai sagte jedoch, dass die Mannschaft nicht an dem "Geschäft" beteiligt war, aber zweifelsohne von der brisanten Fracht gewusst haben musste. Der Frachter wurde in der Nähe von Zypern aufgebracht.
Die sperrigsten Waffen an Bord des Schiffes sollen Katjuscha-, sowie moderne Anti-Flugzeug-und Anti-Panzer-Raketen sein. Doch man gab zu, noch nicht die gesamte Ladung untersucht zu haben. Nach dem Ereignis von heute, sagte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak, dass die Aufbringung dieses Schiffes Erwerb ein weiterer Erfolg im Kampf gegen den versuchten Schmuggel von Waffen für terroristische Elemente sei, die die Sicherheit Israels bedrohen. Der Iran und Syrien machen sich seit Jahren gegenseitig Konkurrenz in der Bewaffnung von Hisbollah und Palästinensern.
Update: Freitag 9.00 Uhr
Wie von israelischen Behörden mitgeteilt wurden etwa 300 Tonnen militärische Ausrüstung, einschließlich Raketenwerfern und Raketen auf dem deutschen Frachter gefunden. Schiff und Besatzung haben nun Israel mit dem Ziel Syrien wieder verlassen. Die "Francop" soll von einer Firma in der Karibik gechartert worden sein. Eine Verwicklung von Deutschen oder Polen im Waffengeschäft mit der Hisbollah wird in diesem Zusammenhang ausgeschlossen. Die gefundenen Raketen trugen Aufschriften in chinesischer und spanischer Sprache. Dies war der bisher größte Fang der israelischen Marine im Kampf gegen den Waffenschmuggel.
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