Das Rätselraten geht weiter um die neuen Eigentümer polnischer Werften, denn eine bekannte Bank aus dem Scheichtum Katar scheint es nicht zu sein. "Dies muss ein Missverständnis sein, wir sind Berater, und nicht der Investor" - sagte nämlich am Abend der Vorstandsvorsitzende der QInvest, Shahzad Shahbaz, gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, im Zusammenhang mit dem Kauf der polnischen Werften in Gdynia und Stettin. Am Donnerstag hatten vor allen Dingen Medien in Polen, Deutschland und Holland berichtet, dass der Investor die Investmentbank Qinvest aus Katar sei, oder auch dass Qinvest hinter dem Investor stehe. Wieder einmal falsch Informiert wurden die Medien im Bezug auf den immer noch unbekannten Investor durch die Pressestelle der polnischen Regierung, was auf Anweisung des Schatzministers Aleksander Grad geschah, der offensichtlich nicht einmal zu wissen scheint, welcher Nationalität man die Käufer des größten Teiles der polnischen Schiffbauindustrie denn zuordnen darf.
Somit gehen die Spekulationen erst einmal weiter, wer den hinter der Briefkastenfirma "Stichting Particulier Fonds Greenrights" auf den niederländischen Antillen wirklich steckt, also jenes Unternehmens, welches das Höchstgebot bei der Versteigerung der Werft in Stettin und der in Gdynia abgegeben hatte. Die QInvest, die größte Investment Bank von Katar, ist es offensichtlich nicht. Vom Tisch sind dann wohl auch vorläufig weitere Aussagen, wie jene des Geschäftsführers der beiden bankrotten Werften Jan Ruurd de Jonge, das der Schiffsbau in beiden Betrieben alsbald mit Hochdampf wieder aufgenommen werden soll und damit die Arbeitsplätze erhalten blieben.
"QInvest ist eine Bank, die ein breites Spektrum von Wertpapierdienstleistungen anbietet. Wir fungieren als Berater für diejenigen Kunden, die sich mit dem Gedanken des Kaufes von Vermögenswerten beschäftigen. Leider können wir im Zusammenhang mit dem Erwerb der Werften in Polen nicht offenlegen, wer diese Kunden sind" - wird auch Schatzminister Aleksander Grad am Freitag Morgen in einem Telefax lesen, welches aus Katar kam und bereits auf seinem Schreibtisch liegt. Eins hat der Minister allerdings sicher in der Tasche, und das ist eine Bank-Garantie der "Qatar Islamic Bank", welche hiermit den Kauf der größten Teile der beiden Werften durch das geheimnisvolle Unternehmen "Stichting Particulier Fonds Greenrights" oder auch die zuerst genannte auf den Niederländischen Antillen absicherte.
Leicht festzustellen war aber, dass QInvest 25 Prozent der Aktien der "Qatar Islamic Bank" gehören. Die Aktionäre der beiden Unternehmen sind Geschäftsleute aus der Golfregion, also vermutlich auch aus dem Iran und Syrien. Leiter des Aufsichtsrates der QInvest und gleichzeitig auch in führender Position bei der Qatar Islamic Bank ist der Sohn des Ministerpräsidenten und Aussenministers von Katar. Diese Doppelfunktionen sind nicht unüblich in den Staaten an und um den Persischen Golf, wo Macht und Kapital in den Händen von einigen wenigen Familien liegt. Einiger dieser Clans und deren Islamische Banken stehen laut dem US Geheimdienst CIA unter dringendem Verdacht nicht nur den internationalen Terrorismus mit "Spenden" zu unterstützen,, sondern auch z.B. das gigantische Vermögen von Al-Kaida durch Investitionen zu waschen.
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