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Hochwasser- Drama in Polen nur noch Politikum |
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Freitag, 21. Mai 2010 |
Warschau - Die Hochwasser Lage in Polen hat sich am Freitag weiter entspannt. Obwohl man zur Zeit noch die Haupstadt Warschau ernsthaft bedroht sieht, winken Experten bereits ab und sprechen von politischen Dramatisierungen. Auch die Hochwasser- Schäden im Süden Polens scheinen mehr Schein denn Sein. Im Internet veröffentlichte Fotos, welche die Dramatik der Lage deutlich machen sollten, stammen teilweise vom Jahrhunderthochwasser 1997, als das Wasser Oppeln und Breslau teils überflutete. Die Wasserstände der Weichsel und vieler ihrer Nebenflüssen waren allerdings nun tatsächlich teils dramatisch, was nach Dammbrüchen zu zahlreichen Überschwemmungen in Dörfern tiefergelegeneren Regionen führte. Alles aber kein Vergleich mit dem Ausmaß der Zerstörungen von 1997.
Premier Donald Tusk, der in den Überschwemmungsgebieten mit finsterer Miene wie einst Platzek an der Oder rumturrnte, stellte am Donnerstag nach eigenem Ermessen fest, dass die Schäden durch das Hochwasser sich auf gut 3 Milliarden Zloty belaufen könnten. Obwohl sich nach dieser Aussage die Situation im ganzen Lande eher beruhigte, sprach er schon am Freitag plötzlich von bis zu 10 Milliarden Zloty Schaden. Diese seine neue Expertise könnte aber mit dem Besuch des Präsidenten des Europäischen Parlaments Jerzy Buzek am Freitag in Kattowitz (Katowice) zusammenhängen, der vor allem gesagt hatte: "EU-Hilfe für Polen aus dem Solidaritätsfond hängt vom Ausmaß der Schäden ab."
Nach Angaben aus dem Innenministerium in Warschau, sei man nun dabei an alle Hochwasseropfer eine erste finanzielle Zuwendung in Höhe von bis zu 6000 Zloty pro Kopf zu verteilen. "Personen die nicht versichert waren, erhalten ebenfalls Unterstützung. Allen wird geholfen werden. Wir freuen uns im Zusammenhang mit den Zerstörungen und einem Schaden von rund 10 Mrd. Zloty, nun vom Solidaritätsfonds der Europäischen Union profitieren zu dürfen" - hatte Tusk nach einem Gespräch mit Buzek wörtlich und wahlwirksam verkündet. Der Betrug mit den Geldern für die Opfer der Katastrophe ist schon vorprogrammiert. Beim Jahrhunderthochwasser 1997 in Polen hatten Versicherer riesige Beträge durch Betrug verloren, Opfer teils kein Geld bekommen und Politiker sich dünne gemacht.
Führende Politiker aller Parteien überschlagen sich derweil in ihren Statements zu Zuwendungen für die Opfer der Katastrope, die am Ende vielleicht wieder nur ein Taschengeld oder garnichts bekommen.
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