Krakau - Fast in ganz Polen hat sich seit der vergangenen Nacht die Hochwasserlage, nach den sintflutartigen Regenfällen vom Wochenende, dramatisch verschlechtert und es gießt weiterhin wie aus Kannen. Unzählige Bäche, Flüsse und andere Gewässer sind über die Ufer getreten, Menschen hocken Dachböden sowie Dächern und rufen um Hilfe. In Südpolen, wo die Lage am dramatischsten ist, sind ganze Dörfer nicht mehr erreichbar und das Hochwasser hat alles auf dem Wege hierhin zerstört. Mindestens 3 Menschen wurden bereits tot aus dem Wasser gezogen, andere werden vermisst. Die polnische Armee ist dabei 8000 Soldaten in Bewegung zu setzen, die sich vor allen Dingen mit der Evakuierung der vom Hochwasser eingeschlossenen Menschen und Tiere beschäftigen sollen. Die Regierung in Warschau ist wie immer wenn das Volk große Probleme hat, nicht zu erreichen.
Unzählige Haus- und Nutztiere sind in Polen bereits im Hochwasser ertrunken, Tausende Menschen warten auf ihre Evakuierung. Die am schlimmsten betroffenen Woiwodschaften Kleinpolen und Masowien sind im Zentrum einer dramatischen Situation, die sich in den nächsten Tagen laut Wetterdienste sogar noch verschlechtern soll. Das Fernsehen zeigt aktuell Bilder von Helfern die mit Sandsäcken die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau vor dem herannahenden Hochwasser zu schützen versuchen. In den Bezirken von Brest, Bochnia, Auschwitz, Myslenice, Krakau und Wieliczka evakuieren zur Zeit Feuerwehrleute Bewohner aus fast komplett überfluteteten Häusern. Schlimm ist auch die Lage in Schlesien, hier war zuletzt ein Mann ertrunken, der versucht hatte seinen Sohn aus den Fluten zu retten. Seine Leiche konnte noch nicht gefunden werden.
Die polnische Bahn kann zum Teil garnicht fahren, da Gleise und auch Bahnhöfe im Wasser stehen. Es gibt erste Probleme durch fehlendes Trinkwasser in einigen Dörfern. Das pessimistische Szenario wird bereits vielfach von Experten dahingehend prognostiziert, dass die jetzige Lage noch das Jahrtausend- Hochwasser von 1997 übertreffen könnte. Damals waren in der Tschechische Republik, Polen und Deutschland 114 Menscben, hierunter 55 Polen, durch das Hochwasser getötet worden. Der Schaden belief sich auf 45 Milliarden Euro. Für die kommenden Tage wird mit keiner Entspannung der Lage gerechnet. Der Ruf nach Politikern bzw. der polnischen Regierung ist ebenso im Hochwasser untergegangen. Noch keiner hat sich in den Katastrophengebieten sehen lassen. Angeblich sollen sie keine Zeit haben, weil sie mit allen Kräften bereits an den notwendigen Schadensberichten für Brüssels Kassen arbeiten.
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Bilder vom Hochwasser in Polen
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