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Hochwasser: Schon 12 Tote in Tschechien

Veröffentlicht in : Nachrichten, Schlagzeilen




Oder Hochwasser PolenSchwere Unwetter in Polen und Tschechien halten Rettungsmannschaften, Polizei und vor allen Dingen Bewohner ganzer Regionen im Dauereinsatz. In Tschechien starben bereits zwölf Menschen, meist ältere Leute in den Fluten der Hochwasser. In Polen kamen mehrere Personen durch Blitzschlag ums Leben, ein Mann ertrank. Im Süden des Landes, in den Regionen Kattowitz und Oppeln fielen in der Nacht zum Donnerstag ebenso wie im Osten Tschechiens bis 80 Liter Wasser pro Quadratmeter. Hunderte Menschen mussten evakuiert werden. Über eintausend Häuser, vor allen Dingen in ländlischen Gebieten der beiden Republiken, stehen unter Wasser. Viele Bewohner wurden aufgefordert ihre Häuser zu verlassen. Die materiellen Schäden in beiden Ländern sind kaum abzuschätzen. Die Lage droht sich nach Angaben von Meteorlogen, in den nächsten Tagen sogar noch weiter zu verschärfen. Diverse Krisenstäbe versuchen nun weiteres Unheil an Mensch und Material durch Präventivmaßnahmen zu verhindern.

Bilder von Menschen in Booten, schwimmenden Autos, überfluteten Strassen, defekten Brücken, Häusern im Wasser, unterspülten Tunneln, umgeknickten Bäumen und Strommasten, abgedeckten Dächern und auf freier Strecke stehenden Fernzügen dominieren die Berichterstattungen der tschechischen und polnischen Presse in den letzten Tagen. Ganz Polen ist bereits vom Dauerregen mit vorangegangenen Stürmen, extremem Donner und Blitzen zu Beginn der Ferienzeit nahezu paralisiert und keiner weiss wie lange diese Unwetter noch anhalten. Die Wetterstationen verbreiten diesbezüglich aber noch keinen Optimismus und so kann man nur hoffen, dass diese Katastrophen bald ein Ende haben.

In Masuren hatte der Sturm am schlimmsten gewütet, hier starben auch Menschen durch Blitzschlag. Die dann einsetzenden starken Regenfälle machten auch Städte wie z.B. Allenstein teilweise zu Notstandsgebieten. Das Hochwasser in Polen ist am schlimmsten im Bereich der Grenze zu Tschechien im Süden des Landes. Aber auch Niederschlesien, Posen und viele weitere Gegenden beklagen Schäden und steigendes Wasser. Die Situation an der Oder, die ja teilweise die Grenze zum benachbarten Deutschland bildet, ist bereits brenzlig. Hier nimmt der Druck durch verschiedene hochwasser-führende Nebenflüsse stündlich zu, was sich fast sicher auch auf Oder-Niederungen in Brandenburg auswirken wird.

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Selbstverantwortung und Klima

Geschrieben von: Oskar () () am 23-07-2009 22:20

Selbstverantwortung und Klima

Geschrieben von: Oskar () am 23-07-2009 22:20

Zur Zeit les’ ich unter anderem immer noch wie viele Generationen vor uns mit dem Oder- und Weichsel-Hochwasser, und dem anderer Flussgebiete lebten.  
 
Diese jetzigen Bedrohungen wären um ein vielfaches bedrohlicher, wenn nicht «Oleders» («Holländer» und Deutsche) auf Einladung polnischer Könige, Adliger und Landeigentümer insbesonders vom 18. bis zum 20. Jahrhundert diese Gebiete «reguliert» hätten.  
 
Die Weichsel ist nach dem II. Weltkrieg zwar an einigen Ufern mit höheren Dämmen versehen worden. Aber eine Jahreszeit bezogene Bewirtschaftung der Flächen, sowie eine Pflege des Systems scheint nicht mehr richtig zu funktionieren.  
 
Schuld daran mag nicht nur ein meteorologischer «Klimawandel» sein – sondern auch die weltweit zu beobachtende Wanderungsbewegung Jüngerer. Weg von den agrarischen Gebieten, den dortigen Gaben und Aufgaben, den Eltern und Grosseltern. Und mitten hinein in die grossstädtischen Ballungsräume mit den alles überbordenden Angeboten des «must be» und «must have». Warschau heut’ war New York vor zwei, drei Generationen.  
 
Kultur-Landschaften verfallen, erodieren.  
 
Mir sind noch jetzt die Worte masurischer Besucher in Erinnerung, die mit überzeugendem Lachen sagten: «Besser in der „Marsch“ ertrinken, als auf der „Geest“ verhungern!» Sie verstanden es, mit den meteorologischen Gegebenheiten, z.B. Eishochwasser zu leben und ihre Anwesen dem anzupassen. Häuser auf Aufschüttungen zu bauen, deren Erdmassen aus den vorher selbst gegrabenen Kanälen stammten. Und für ihre Kühe Wiesen am Fluss zu haben. Statt eines kurzen Bootssteges; aus dem Wohnzimmer zur Yacht des jetzigen «Neureichen».  
 
Am Klimawandel der letzten 60 Jahre waren zuerst auch die immensen Rauchbelastungen aus den Industrien, Kraftwerken und Heimfeuerungen, z.B. mit «Leipziger Muttererde» (Braunkohle) mitverantwortlich. Mittelgebirge mit Nadelwäldern glichen kahlfrisierten Igeln auf Brautschau. Wer wollte dort Ferien machen? Dachsparren aus diesem kahlköpfigen Material wollt’ dann eigentlich auch Niemand.  
 
Wir müssen lernen, umzulernen. Nicht alles müssen wir haben oder tun, weil es gestern in „braun“, dann in „rot“ und jetzt im Eleganz suggerierenden „schwarz“ dargeboten wird. Wann fahren wir wieder mit 20 oder mehr Mitmenschen im Bus zur Stadt oder aus der Stadt in’s „Grüne“? «Selbstverantwortung!» - und die Konsequenzen daraus - muss jeder erst selbst wieder schätzen lernen – tatsächlich? Tatsächlich!

 

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Donnerstag, 25. Juni 2009
 

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