Krakau - Das Hochwasser in Polen hat in der Nacht zum Mittwoch weiter zugenommen und zehntausende Menschen den Schlaf geraubt. Im Süden Polens wird praktisch rund um die Uhr evakuiert. Neben der Armee und der Feuerwehr sind jetzt auch Tausend Polizisten als Helfer im Einsatz. In einigen Regionen im Süden des Landes steht schon fest, dass die Bedrohung bereits schlimmer ist als beim Jahrhunderthochwasser im Jahre 1997. Hunderte Strassen und Wege sind bereits unpassierbar. In Krakau droht eine große Weichselbrücke von der Flut mitgerissen zu werden und im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz ist das Wasser in die ersten Baracken eingelaufen. Der Wasserstand der Weichsel betrug am Morgen bei Sandomierz 8,4 Meter, zweieinhalb Meter über dem Normalstand, Tendenz steigend.
Tausende Haushalte haben keinen Strom oder Wasser, Handynetze funktionieren teils nur bedingt, Kraftwerke und Tanks mit Gas, Diesel oder Benzin sind durch Wassermassen bedroht und der Schaden an Infrastruktur und vor allen Dingen in und an Gebäuden, erhöht sich Stunde um Stunde um Millionen Zloty. Alleine in Schlesien und Kleinpolen wurden in der Nacht über 8000 Menschen evakuiert. Viele Menschen wollen ihre Häuser aus Angst vor Plünderern nicht verlassen, doch sie müssen gehen, denn das Hochwasser ist sehr bedrohlich für Mensch und Tier.
Unzählige Schulen und Sporthallen wurden für Evakuierte bereitgestellt, viele hiervon sind bereits belegt. In Schlesien wurden inzwischen Polizeikräfte aus ganz Polen zur Sicherung der Habseligkeiten der Flutopfer zusammengezogen. Der Wasserstand der Weichsel ist der höchste seit 40 Jahren. Der Fluss schwoll in einem solchen Maße, dass Lücken unter Brücken nicht mehr zu sehen sind und Wassermassen drohen die Bauwerke mitzureissen. Hierzu gehört auch die vielleicht berühmteste Brücke Krakaus in der Nähe vom Wawel Schloss. Wenn diese verloren gehen sollte, wird der Fluss mit brachialer Gewalt in die historische Altstadt von Krakau eindringen.
Aktuell steht der Wasserpegel der Weichsel in Krakau bei 9.51 Meter und hat somit den Normalstand um 4,5 Meter überschritten. Dies war ähnlich zuletzt im Jahre 1970. Während die Situation an Weichsel und Nebenflüssen zu eskalieren droht, hat sich die Lage an der Oder etwas stabilisiert. In Ratibor hatte der Fluß am Morgen einen Wasserstand von 8,8 Meter mit stagnierender Tendenz, was keine Gefahr für die Stadt bedeutet. Ähnlich ruhig geworden ist es auch um die Bedrohung durch eine zusätzliche Flut aus der Tschechischen Republik. Der Regen hatte in diesen Regionen am Dienstag Nachmittag nachgelassen, in der Nacht wurde es auch bereits bedeutend wärmer. Entwarnungen gibt es allerdings noch nirgendwo.
Update Mittwoch 18.30 Uhr
Die Lage in Süd- Polen verschlechtert sich von Stunde zu Stunde. Helfer mussten bereits zahlreiche Sandsack- Deiche aufgeben. Sie stehen alle mit den Rücken zur Wand. Wasser bedroht nun auch die Niederschlesische Metropole Breslau und die polnische Haupstadt Warschau. Frankreich und Deutschland bringen zur Zeit Hochdruckpumpen in die Katastrophengebiete. Wir halten Sie weiter mit den wichtigsten Meldungen zu der Hochwasser- Katastrophe auf dem Laufenden.
Update Mittwoch 22.30 Uhr
Über 30 000 Menschen wurden in den letzten 24 Stunden aus den Hochwassergebieten evakuiert. Die größte Flutwelle aus dem Süden Polens bewegt sich jetzt Richtung Norden. Möglichweise wurden bereits mehrere Dutzend Menschen getötet oder werden vermisst. Es gibr koordinierten Aussagen, es kommen nur immer einzelne Meldungen aus unterschiedlichen Orten und Regionen. Der Schäden durch das Hochwasser werden bereits jetzt auf mehrere Milliarden Zloty geschätzt. Brüssel wurde bereits um Hilfe gebeten. Deutschland, Frankreich und die baltischen Länder schicken Helfer und Technik in die betroffenen Gebiete.
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Bilder vom Hochwasser in Polen
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