Innsbruck - Die polnische Handball- Nationalmannschaft trifft heute in ihrem Auftaktspiel bei der Europameisterschaft in Österreich auf Deutschlands Auswahl. Derartige Aufeinandertreffen der Teams beider Länder sind nicht nur für eingefleischte Handball- Fans ein ganz besonderes Ereignis, sondern auch für Zuschauer, die sich ansonsten kaum für den Sport interessieren. Hier geht es mehr als nur um Punkte und einem Weiterkommen im Turnier, sondern vor allen Dingen auch ums Prestige. Offiziell äusserten sich die Nationaltrainer Deutschlands und Polens, Brand und Wenta, zu den Chancen ihrer Mannschaften eher vorsichtig und ohne eine Spur von übertriebenem Optimismus, doch hinter den Kulissen sieht die Sache zumindest bei den Polen ganz anders aus. Hier setzt man auf die altbewährte Taktik der Erzeugung von Hass auf den Gegner, was den polnischen Recken bei den Deutschen immer schwerer fällt.
Mit Aussagen wie "Jeder kann jeden schlagen" oder "Nur an die Freude am Spiel denken" sagte Heiner Brand in den Medien und nahm der deutscher Zuversicht und Optimismus den Wind aus den Segeln. Die Furcht vor einer Niederlage gegen Polen lässt ihn natürlich solche Aussagen produzieren um am Ende nicht als Verantwortlicher ausgebuht zu werden. Als General der US Armee wäre er allerdings mit solchen Statements während des Irak- Krieges sicherlich abgelöst worden. Der deutsche Coach will aber sicherlich auch mit stark gedämpftem Optimismus den Druck der auf der Mannschaft lastet, zum Ablaufen führen.
Polens Trainer Bogdan Wenta sagte am Vorabend des Auftaktspiels in Insbruck der polnischen Presse, dass das erste Spiel seiner Mannschaft bei der EM gleich mit einem "hohem C" beginne, womit wohl Gegner Deutschland in der eigenen Gruppe gemeint sein soll. Wenta ist der Auffassung, dass die Wahl des Austragungsortes zum Heimvorteil für die Deutschen wurde, da die Veranstalter die Halle voll haben wollen, was Deutschland mit Sicherheit gewährleisten könne. "Wir stellen uns nicht mehr die Frage, ob man nicht absichtlich zugunsten der Deutschen entschieden habe, denn in den vergangenen Jahren haben wir es geschafft uns hieran zu gewöhnen. " - sagte der polnische Coach u.a. dem TV- Sender Polsat.
Wenta: "Für ein Spiel gegen die deutsche Mannschaft braucht man niemanden weiter zu motivieren. Duelle dieser beiden Konkurrenten erzeugen, unabhängig von der Sportart, immer große Emotionen. Meine Jungs spielen fast alle in der deutschen Bundesliga, hier dominiert die Freundschaft zwischen den Nationalitäten. Aber bei einem Spiel beider Nationalmannschaften müssen unsere Spieler für einen Tag zu schlimmsten Feinden der Deutschen werden und jegliche Freundschaft und Sympathie vergessen". Das polnische Team hatte zuletzt im Oktober 2007 gegen die deutsche Handball- Nationalmannschaft gewonnen. Damals gab es zwischen Brand und Wenta Streit nach dem Spiel. Bei der WM in Kroatien vor einem Jahr gewannen die Deutschen allerdings in der Vorrunde mit 30:23 gegen Polen. Heute ab 18.30 (ZDF) will das Wenta Team Rache für die Niederlage in Kroatien nehmen.
© Polskaweb News Artikel vom 19.1.2010
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