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Gas-Streit Eskalation - Putin lässt frieren

Veröffentlicht in : Nachrichten, Osteuropa Schlagzeilen




Moskau dreht Gas abDer Streit des staatlichen russischen Energiegiganten Gazprom mit der Ukraine um unbezahlte Rechnungen und Preiserhöhungen für Gaslieferungen zieht immer weitere Kreise. In der vergangenen Nacht stoppte der Konzern sogar gänzlich die Gas Lieferungen über und nach Bulgarien, in die Türkei, nach Griechenland und Mazedonien. In diesem Zusammenhang sagte ein Gazprom Sprecher am Dienstag Morgen, dass auch Resteuropa alsbald die Auswirkungen des russisch ukrainischen Gaspreis- Krieges spüren wird. Bulgarien verfügt zwar noch über einige Reserven der lebenswichtigen Energie, ist aber nun am meisten gefährdet, da das Land, anders als andere Balkan- Staaten, über keine alternativen Gas Infrastrukturen verfügt und somit komplett von Moskau abhängig ist. Deutliche Kürzungen der Energie- Lieferungen aus Russland melden nun auch Rumänien und Österreich. Das Spiel mit dem Gas wird vom russischen Premier Wladimir Putin persönlich geführt. Er beschuldigt die Ukraine die durch das Land laufenden Gasrohre nach Westeuropa anzuzapfen und hierdurch täglich bis zu 50 Millionen Kubikmeter Gas zu stehlen. Naftohaz Kiew bezeichnet dies als Lüge und behauptet dass Gazprom die Lieferungen in die EU eigenständig gedrosselt habe.

Kaum noch übersehbar ist dass sowie Moskau, als auch Kiew es auf die EU Kassen abgesehen haben, was nicht nur der Lieferstopp nach Bulgarien eindeutig unterstreicht, denn Bulgarien ist EU Mitglied und hat somit ein Recht auf Brüsseler Solidarität, was letztendlich auch der Ukraine in den Bemühungen der EU um eine Gesamtlösung zugute kommen wird. Kiew braucht Hilfe weil das Land sich in einer fast aussichtslosen wirtschaftlichen Rezession befindet. Man rechnet damit dass die EU der Ukraine irgendwie helfen könne aus dieser Misere herauszukommen. Das Land kann keine überzogenen Gaspreise überleben, was ebenso dem Kreml bestens bekannt ist. Gazprom hatte Kiew zuletzt zum 1. Januar eine Verlängerung des auslaufenden Liefervertrages mit einer kräftigen Preiserhöhung vorgeschlagen. 250 Dollar pro 1000 Kubik sollten ab sofort gezahlt werden. Hinzu gab es offenen Rechnungen in Höhe von über 600 Millionen Dollar zu begleichen. Der Gaspreis ist allerdings in der Höhe, gemessen am derzeitigen Rekordtief des Ölpreises, völlig überzogen. Doch Moskau verweist darauf dass die EU Länder bis zu 500 Dollar für die Einheit bezahlen müssten, die dies auch bereitwillig täten.

Bulgarien ist Mitglied der Europäischen Union das mit breiter Unterstützung des EU Solidaritätsprinzipes rechnen kann und das weiss man zu genau im Kreml. Damit hat die EU nun seit Heute ein richtig großes Energie Problem, obwohl sich gerade in den letzten Monaten eine immer breitere Front gegen die Mitgliedschaft in der EU in dem Balkanland breit machte. Auch Brüssel selbst würde die Bulgaren am Liebsten wieder vor die Türe setzten, denn es ist das einzige Land der europäischen Union, was in Bezug auf Reformen und der Bekämpfung von Korruption so gut wie keine Fortschritte macht. Der bulgarische Energie und Wirtschaftsminister Petyr Dymitrow hatte schon vor Tagesanbruch eine Sitzung des Krisenstabes zusammenberufen. Die Heizwerke in Bulgarien haben nun bereits Vorbereitungen zur Verbrennung von alternativen Energiequellen, wie Kohle und Heizöl begonnen. Die Lage im Lande verschlechtert sich noch durch die eisige Kälte von bis zu minus 20 Grad im Norden Bulgariens. Die Bewohner Polens und Deutschlands bekamen bisher von dem Spiel mit dem Gas direkt noch nichts mit. Beide Länder verfügen über riesige Reserven und auch alternative Quellen.


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Dienstag, 6. Januar 2009
 

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