Die Slowakei hat die erste Lieferung russischen Gases aus der Jamal Pipeline über die Tschechischen Republik im Rahmen einer Solidaritäts-Beihilfe zum normalen Funktionieren der slowakischen Wirtschaft erhalten. Die tschechische "RWE" Tochter "Transgaz" hat den Rohstoff für die Slowakei in Deutschland gekauft, der nun in Tranchen von 3,75 Millionen Kubikmeter pro Tag aus unterirdischen Tanks der RWE in die Nachbarrepublik gepumpt werden. Auch Frankreich liefert 1,25 Mio. Kubik Gas an die Slowaken. Vor dem durch Mimositäten geleiteten Gasstreit zwischen dem russischen Premier Wladimir Putin und seiner ukrainischen Amtskollegin Julia Timoschenko, bezog die Slowakei täglich 6,25 Millionen Kubikmeter Gas, hauptsächlich durch Gazprom Rohre aus der Ukraine. Das Land ist für 80% der Transite dieses Rohstoffes nach Westeuropa verantwortlich. Nach Meldungen der Agentur Interfax und Radio Moskau soll ab dem kommenden Montag das Gas wieder in vollem Umfang durch die Ukraine fliessen, nachdem sich Putin mit der ukrainischen Premierministerin, die zuletzt offen ihre Abneigung gegen diesen gezeigt hatte, auf Modus und Preis geinigt hatte.
Seit dem Sonntag Morgen arbeiten die staatlichen Energieversorger Gazprom und Naftogaz an dem Entwurf eines Vertrags über die in der Nacht in Moskau getroffene Einigung. Das teilte Gazprom nach Angaben der Agentur Interfax mit. Demnach muss die Ukraine ab dem kommenden Jahr Weltmarktpreise für das Gas aus Russland bezahlen. Für das lJahr 2009 will Moskau einen Preisnachlass von 20 Prozent gewähren, wenn die Ukraine ihrerseits nicht die Transitgebühren erhöht. Der enorme EU Gasverbrauch, vor allen Dingen in Deutschland, hat durch den Gas-Streit und die hierbei fehlenden Lieferungen aus der Ukraine inzwischen schon dafür gesorgt dass man sogar in Polen, wo ja noch Lieferungen über die Jamal Pipeline aus Weissrussland ankommen, ans "Eingemachte" gehen musste, denn die Energiestrecke von der Halbinsel Jamal in Nordrussland und Weissrussland nach Frankfurt/Oder in Brandenburg ist bereits an der Kapazitätsgrenze angelangt. Sie kann nämlich lediglich ein Viertel des Gas- Volumens wie das der Schwesterstrecke über die Ukraine transportieren.
Der slowakische Außenminister Jan Kubis betont, dass eine solche Lösung wie jetzt mit der RWE nur vorübergehender Natur sein kann und Ministerpräsident Robert Fico sagte, dass ab Montag in der Slowakei der "Gas-Notstand aufgehoben werden soll, denn man könne nun davon ausgehen, dass keine Einschränkung für Industrie und Verbraucher mehr notwendig sind. Das Versprechen der Gas- Lieferungen durch die Jamal Pipeline hatte Fico am vergangenen Freitag nach einer Sitzung mit dem tschechischen Premierminister MirekTopolanek mit auf dem Wege nach Bratislava bekommen. Dieses Versprechen des tschechischen Premiers bezog sich allerdings mehr auf die komplexe technische Umsetzung der Gas- Lieferungen an die Slowakei, denn nun muss der Rohstoff über eine neue Station teilweise in die entgegengesetzte Richtung geleitet werden. Die Slowaken sind im höchsten Maße vom russischen Gas abhängig. Zuletzt hatte man aufgrund des Lieferstops von russischem Gas viele Großbetriebe vorübergehend schliessen müssen und damit gedroht das für den EU Beitritt geschlossene marode Atomkraftwerk Bohunice wieder teilweise in Betrieb zu nehmen.
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