Der Heilige Abend brachte nicht nur Freude und Liebe zu den Menschen, sondern mancherorts auch das Grauen wie den Bewohnern einer Häuserzeile mit 5 Wohngebäuden im ukrainischen Schwarzmeer- Touristenort Evpatoriya auf der Krim. Gegen 21.30 am Heiligabend erschütterte plötzlich eine gewaltige Explosion den sich in der Mitte befindlichen Eingang des Komplexes in dessen Ausmaß 35 Wohnungen komplett zerstört wurden und ein großer Teil des Blockes fast komplett zusammenbrach. Aktuell melden die ukrainischen Behörden 27 Todesopfer, viele Verletzte und nach Angaben unterschiedlicher Quellen zwischen 20 - und 50 Verschüttete bzw. Vermisste Bewohnern der Gebäude. 11 weitere Menschen, hierunter zwei Kinder, sollen aus den Trümmern gerettet worden sein. 53 Bewohner der Nachbarhäuser deren Wohnungen durch die Explosion beschädigt worden waren, wurden in einem Sanatorium (Themis) der Stadt untergebracht. Vor Ort befinden sich über 500 Rettungskräfte mit 50 Fahrzeugen und 10 Notfall Teams mit 95 Ärzten. Die Ursache der Tragödie ist noch nicht geklärt, vermutet wird aber dass sich im Keller des Gebäudes mehrere dort gelagerte Flaschen mit hochexplosivem Acetylen entzündet hatten und dann explodierten.
Die Rettungsmannschaften melden Stimmen welche aus dem Trümmern des ehemaligen Gebäudes kommen. Sie arbeiten sich mühsam vor, denn sie können wegen den Menschen unter den Betonteilen und Steinen kein schweres Gerät einsetzen. Ein Vertreter der ukrainischen Regierung betonte am Morgen im Fernsehen, dass eine Gasexplosion als Ursache des Dramas noch nicht bestätigt wurde. Präsident Viktor Juschtschenko, Premierministerin Julia Tymoschenko und der erstee stellvertretende Ministerpräsident Alexander Turchinov befinden sich auf dem Wege nach Evpatoriyu, da man sich selbst ein Bild der Lage machen möchte und die Überlebenden besuchen will. Ebenso berät zur Zeit eine Regierungskommission über eine schnelle Hilfe für die Opfer der Tragödie und den hiermit verbundenen sozialen Fragen. Frau Timoschenko hatte bereits in Kiew vor ihrer Abreise zur Krim gegenüber Journalisten erklärt, dass alle Betroffenen der Explosion in Evpatoriya, Mittel zum Kauf von Wohnungen und deren Ausstattung unmittelbar vom Staate bekommen würden.
Gegen 11 Uhr trafen mehrere Truppentransporter der ukrainischen Armee am Ort des Geschehens ein. Sie haben den Unglücksort mit etwas Abstand umstellt und die Polizeigewalt hierüber übernommen, um Plünderungen und anderen negativen Zwischenfällen entgegenzuwirken. Eine mobile Küche des Heeres versorgt Überlebende und Retter mit heissen Mahlzeiten und Getränken. Hierzu wurde ein Zelt eilig aufgebaut indem sich auch Psychologen mit den Verwandten der Todesopfer bedassen. Eine weitere Version über die Ursache des Unglücks ist spekulativ im Umlauf, demnach könnten es auch Sauerstoff- Flaschen gewesen sein, welche die Zerstörung des Gebäudes einleiteten. Um 12 Uhr am 1. Weihnachtstag sind bereits 706 Personen an der Rettungsaktion beteiligt, die nun auch mit zwei Kränen Gebäudeteile aus Beton vorsichtig bergen.
Update:
Nach den neuesten Informationen aus der Ukraine starben bei der Tragödie auf der Krim mindestens 27 Menschen. In der Nacht zum zweiten Weihnachtstag hatten Rettungsmannschaften noch getötete Kinder unter den Trümmern der Gebäude gefunden. Bei den derzeit auf der Halbinsel herrschenden Temperaturen um den Gefrierpunkt ist es unwahrscheinlich dass noch Menschen leben gefunden werden. Nach Angaben der Behörden könnten noch weitere 20 Menschen Opfer der Tragödie geworden sein. Die Suchaktion hält derweil an. Der heutige Freitag wurde vom ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko zum nationalen Trauertag erklärt. Als Ursache des Unglückes werden explodierende Schweissgasflaschen im Keller des am meisten zerstörten Gebäudes angegeben.
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