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Falscher deutscher Konsul in Polen

Veröffentlicht in : Nachrichten, Polizeiberichte




Falscher Deutscher Konsul Zielona Góra - Die Naivität vieler Opfer von Betrügern ist ja bekanntlich grenzenlos, doch Gott sei Dank sind nicht alle Menschen so. Damian Holud, Besitzer einer Autowerkstatt im polnischen Grünberg (Zielona Góra) soll nach einer Mitteilung der örtlichen Polizei nicht ganz so auf den Kopfe gefallen sein, denn er konnte sich aus eigener Kraft aus der Umarmung eines Betrügers aus Berlin befreien und zudem dann noch dabei helfen den "Deutschen Konsul" Janusz P. (51)  dingfest zu machen. Dieser war nämlich nicht mit der Absicht nach Polen gereist hier seiner Arbeit als Beamter nachzugehen, sondern einzig mit der Absicht hier kleine Unternehmer aufs Kreuz zu legen. Um aus seiner lebhaften Phantasie möglichst viel Kapital zu schlagen, stellte er sich seinen Opfern regelmäßig als Nachkomme einer aristokratischen Familie mit dem Titel "Graf" vor, der sein Leben aktuell um ein wenig Konsulararbeit sowie der Unterstützung von Kleinunternehmern in Steuerfragen bereichere. Mit Lügen wie: "Um mein eigentliches Geschäft kümmern sich deutsche Kanzleien in mehreren europäischen Hauptstädten" - soll Janusz P. dann jeweils die Phantasie seiner Opfer angeheizt haben, die sich wohl Gedanken machten, wie sie aus diese hochherrschaftlichen Zufalls-Bekanntschaft ihrerseits Kapital schlagen konnten.

Der Betrüger hatte laut Polizeibericht in seiner Vorgehensweise keinen festen Plan, sondern überließ die Vorgaben komplett seinen Opfern. Je größer die eigene Gier aus der Bekanntschaft Kapital zu schlagen, desto mehr mussten sie dann bluten. Der KFZ- Meister aus Grünberg war denn auch erst einmal daran interessiert an EU- Hilfen bzw. grenzüberschreitende Aufträge zu kommen, die der deutsche "Konsul" denn auch schon nach einem guten Mittagessen und zwei Wodka versprach. Selbstverständlich musste das Opfer dann aber auch wenigstens seine eigene Kosten, in Form von Gebühren für Behörden in Berlin und Brandenburg vorlegen sowie eine "symbolische" Zahlung für die Beratung durch den Betrüger zahlen. Bei 300.- Euro insgesamt stimmte Damian Holud sofort zu, "weil das alles sehr glaubwürdig klang". Nach dem Erhalt des Geldes bat der Diplomat dann noch um eine Auto was ihn nach Deutschland bringen sollte. Als Herr Holud sich dann laut fragte wie es möglich sei, dass ein so reicher Mann kein eigenes Auto habe, antworte sein Gegenüber: "Mein Fahrer hatte einen Unfall mit meinem Jaguar und wartet in Breslau auf Ersatzteile".

Kein Thema für den Kfz- Meister. Er borgte sich ungenehmigt den Mercedes eines Kunden aus, damit der Graf standesgemäß in die Heimat zurückkehren konnte. Doch auf der Fahrt nach Berlin kamen dem Mann zweifel auf. Er stellte fortan Fragen die er bereits früher durch den Betrüger beantwortet bekommen hatte, um so zu überprüfen er nun auch dieselben Antworten bekam. Janusz P. erinnerte sich natürlich nicht en Detail an all seine Lügen. Holud fuhr auf einen Parkplatz und bat den "Diplomaten" zu beweisen, dass er tatsächlich derjenige sei für welchen er sich ausgebe. Gleichzeitig drohte er mit der Polizei. Nun überkamen Janusz P. erste Herzprobleme, die wir ja auch schon von Milliardenbetrügern kennen. Er schnappte nach Luft, öffnete die Tür des Fahrzeuges und verschwand in Rekordgeschwindigkeit, selbstverständlich ohne sich zu verabschieden. Im Kofferraum des Mercedes befanden sich allerdings noch der Aktenkoffer des Betrügers mit Unterlagen zu einer ganzen Reihe weiterer Opfer sowie einige persönliche Dokumente. Am selben Tag rief der falsche Konsul noch frech den KFZ- Meister an und bat um die Rückgabe seines Koffers gegen "Belohnung".

Der Rest war Routinearbeit der Polizei, die der Geschädigte dann endlich eingeschaltet hatte. Die Handschellen für den "deutschen Konsul" klickten am deutsch-polnischen Grenzübergang in Frankfurt/Oder,  wo man ihm eine Falle gebaut hatte. Es stellte sich heraus, dass Janusz P. bereits zahlreiche Vorstrafen wegen Betruges hatte und während eines Hafturlaubes in Breslau nach Deutschland geflohen war, wo sich ja bekanntlich ausländische Kriminelle besonders wohlfühlen sollen.

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Montag, 6. Juni 2011
 

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