Posen - Wenn auch deutschsprachige Medien behaupten, dass der Bruder des beim Flugzeugabsturz in Russland getöteten Präsidenten Polens, Ex- Premier Jaroslaw Kaczynski, bei den anstehenden Wahlen keine Chance habe nun selbst in den Präsidentenpalast einzuziehen, zeigt die tatsächliche Entwicklung einigen hochbezahlten Journalisten aus Wien, Hamburg oder Zürich wieder einmal, dass sie offenbar mit ihren Themen überfordert zu sein scheinen. Nach den offiziellen Umfragen gleich mehrerer seriöser Meinungsforschungs- Institute in den letzten Wochen, hat Jaroslaw Kaczynski bereits in der Gunst der Wähler die 30 % Hürde überschritten und sein einziger ernsthafter Konkurrent, Sejm Marschall Bronislaw Komorowski verliert hingegen tagtäglich Unterstützer. Diesem Trend folgt offenbar auch die polnische Währung, denn der Zloty wird derzeit schwächer und schwächer gegenüber allen wichtigen anderen Währungen. Für den Euro gab es z.B. bereits am Donnerstag wieder 4 Zloty, am Freitag sogar über 4,1 im Handel.
Ex- Premier Jaroslaw Kaczynski befindet sich nach wie vor in Trauer um seinen verstorbenen Bruder und viele seiner Freunde, die ebenfalls in Smolensk getötet wurden. Bis heute hat er noch kein Wort über die Katastrophe selbst verlauten lassen. sein Schweigen will er erst zum 23 Mai brechen und man kann sich darauf verlassen, dass seine Stellungnahmen ihm weitere Stimmenzuwächse bringen werden. Seine Partei Recht und Gerechtigkeit (PIS) meldet seit dem mysteriösen Flugzeugabsturz in allen Regionen Polens erhebliche Zunahmen von Parteimitgliedschaften. Wenn auch Komorowski heute noch deutlich mit knapp 45 % vor Kaczynski führt, kann sich das schon morgen dramatisch ändern. Hierfür ist der Parlaments- Chef allerdings hauptsächlich selbst verantwortlich, denn sein Verhalten um die Aufklärung der Hintergründe der Smolensk- Katastrophe, gemixt mit pro- russischen Statements, zeigen ein bisher unbekanntes Gesicht Komorowskis.
Polen wird im laufenden Jahr wieder einmal Rekordsummen aus Brüssel erhalten, die vor allen Dingen dazu dienen sollen, das Land erneut als EU- Wirtschaftswunderkind vorführen zu können, was ja bekanntlich im vergangenen Jahr während der Krise, zumindest medial, hervorragend funktionierte. Die Realität ist allerdings eine ganz andere. Ohne EU- Gelder wäre Polen längst bankrott und hätte möglichweise über 40 % Arbeitslose. Ausländische Neu- Investitionen in Polen waren schon im vergangenen Jahr nahezu bei Null. Die Arbeitslosenzahlen steigen Monat für Monat und die Regierung ist in diesem Falle genauso hilflos wie aktuell auch bei den Ermittlungen der Ursachen der Flugzeugkatastrophe von Smolensk. Führende Politiker schwanken derweil genauso wie die heimische Währung und schauen nun immer öfter nach Moskau rüber. Es ist kein Geheimnis, dass man immer auf der Suche nach einem Meistbietenden ist.
Update: Kaczyński überholt Komorowski
Am Donnerstag Nachmittag wurden die Anzahl der Stimmen bekannt, welche die beiden führenden Kanditaten zur Wahl für das Präsidentenamt der Wahlkommission (NEC) vorzulegen hatten. Demnach liegt Jarosław Kaczyński mit 1.650 000 Unterschriften weit vor allen anderen Bewerbern. Die Mannen seines Kontrahenten Bronislaw Komorowski brachten hingegen nur 769 000 Unterschriften bei. Mindestens 100 000 waren laut Gesetz beizubringen. "Polskaweb" sieht Komorowski noch lange nicht im Präsidentenpalast, wir vermuten sogar, dass Jarosław Kaczyński siegen wird und das wohl mit Recht. Die Regierung in Warschau und Sejm Marschall Komorowski haben kläglich versagt.
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Flugzeugabsturz in Smolensk
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Geschrieben von: WolnaPolska () am 07-05-2010 11:51