Warschau - Es gibt eine ganze Menge Neuigkeiten zu der Flugzeugkatastrophe vom April bei Smolensk, doch es lohnt sich nicht über alles zu berichten da viele solche Meldungen unübersichtlich nicht nur dazu dienen früher gemachte Angaben nun in Frage zu stellen, sondern auch Teil eines Verwirrspiels zu sein scheinen. Interessant und wichtig sind in diesem Zusammenhang, zumindest für uns, vorrangig nur neue Erkenntnisse, die von den leitenden Ermittlern preisgegeben werden, obwohl diese auch keine rühmliche Rolle in dem Mysterium zu spielen scheinen. Wenn es einem Journalisten überhaupt einmal gelingt ein offizielles Statement dieser Gilde zu bekommen, dann entstehen im gleichen Moment neue Rätsel und Fragen zu der unglaublichen Unfähigkeit oder gar Arroganz, welche diese "Untersuchungskommission" auszeichnet. Ein aktuelles Interview mit dem zivilen polnischen Chefermittler Generalstaatsanwalt Andrzej Seremet zeigt den auch in besonderer Weise wie wenig Polen überhaupt hier Anteil nimmt. Seremet: "Wir wissen nicht wo das Satellitentelefon des Präsidenten sich befindet, vielleicht haben es die Russen".
Die Effizienz der polnischen Ermittler, aber auch Politiker, zeichnet sich seit der Katastrophe am 10. April in erster Linie dadurch aus, dass man trotz aller Gleichgültig- und Hilfslosigkeit dennoch es fertigbringt überhaupt noch Details neuer Erkenntnisse preiszugeben, die allerdings regelmäßig schon Tage später durch neue Versionen wieder ausser Kraft gesetzt werden. Fakt ist, dass Regierung und Ermittler in Warschau garnichts haben, aber angeblich alles bereits wissen und zu allem was die Russen haben, unbeschränkten Zugang besitzen. Darüberhinaus wird gelogen und gelobt, wie in kommunistischen Zeiten. Dass man bisher nicht einmal nach dem Satellitentelefon Lech Kaczynskis gefragt hat, sondern dies nur Journalisten einfiel, muss doch jedem sehr verdächtig vorkommen. Erst kürzlich war Interims-Präsident Bronislaw Komorowski an der Absturzstelle in Smolensk. Öffentlich verkündete er dann bei seiner Rückkehr, dass die Russen das Gelände optimal sichern und es keinen Anlass zu Klagen gebe. Drei Tage später gruben dann polnische Journalisten den Bordkompass aus dem Cockpit der Tupolew an der Absturzstelle aus, ohne überhaupt nur einen wachenden Russen gesehen zu haben.
Der für die Koordination der Ermittlungen zur Smolensk Katastrophe zuständige Minister Jerzy Miller und auch Premier Donald Tusk behaupteten schon Tage vor Komorowski, dass alles vor Ort gesichert sei und man mit dem Bürgermeister von Smolensk die Einzäunung der Absturzstelle vereinbart habe. Dieser, nun den schwarzen Peter in der Tasche, bestreitet allerdings vehement ein derartiges Gespräch und bezeichnete die Behauptung von Miller als Unverschämtheit. Was tatsächlich an der Absturzstelle geschieht, zeigen derweil neue Bilder aus Smolensk, die beweisen, dass man wirklich aber auch alles unternimmt, um der Wahrheit um diese gigantische Tragödie nicht so schnell, oder möglichst garnicht, auf die Spur zu kommen. Fast die ganzen Flächen auf welchen Wrackteile der Tupolew lagen und auch noch liegen, wurden um ihren Baumbestand gebracht, danach ging man mit einer Landmaschine daran die noch mit Überresten der Tragödie bespickte Erde grob umzugraben. Schon am Tage der Katastrophe hatte man rund um und an der Absturzstelle Bäume gefällt, was man leicht erkennt, wenn man die bekannten ersten Videoaufnahmen mit später gemachten Fotos vergleicht, auf welchen man noch Feuerwehrleute am Orte der Tragödie sieht. Für eine seriöse Ermittlung war die russische Abholzaktion eine Schandtat. Wer diese Arbeit in Auftrag gab, weiss wie üblich niemand.
Aber kommen wir noch einmal zu dem Satellitentelefon an Bord der abgestürzten Tupolew. An Bord befand sich auch eine Isabella Tomaszewska, zuständig für die Betreuung der ersten Dame des Staates, Maria Kaczynska. "Nur wenige Minuten" vor der Katastrophe (08.19 Uhr MEZ) rief Frau Tomaszewska über dieses Telefon ihren Ehemann an, der jetzt von diesem letzten Gespräch mit seiner Frau in einem Zeitungsinterview berichtete. Das Flugzeug war spätestens um 08.41 Uhr (MEZ) abgestürzt. Eine genaue Zeit haben die Russen bisher noch nicht mitgeteilt, womit die Ermittlungen Dritter bedeutend behindert werden. Hierzu eine weitere bedeutende Ungereimheit: Ein Mitarbeiter des polnischen Präsidenten hatte früher in den Medien gesagt, dass Lech Kaczynski 20 Minuten vor dem Absturz mit seinem Bruder Jaroslaw telefoniert hatte. Dies bedeutete im Zusammenhang mit der von Anfang an genannten Zeit der Katastrophe 8.56 Uhr, dass dies um 8.36 Uhr gewesen sein muss. Inzwischen steht aber fest, dass der Jet spätestens um 8.41 nicht mehr in der Luft war, sodass das Gespräch (wir landen gleich ....) gegen 8.21 Uhr bzw. noch früher stattgefunden haben muss. Die planmäßige Ankunftszeit der Tupolew war 8.23 Uhr. Der Ehemann von Isabella Tomaszewska berichtete, dass er während des Gespräches mit seiner Frau plötzlich laute Stimmen hörte und dann dann sei die Leitung tot gewesen.
Warum der Bruder des getöteten Präsidenten nicht die genaue Uhrzeit seines letzten Gespräches mit ihm transparent macht, um die Ermittlungen voranzutreiben, ist uns nicht bekannt. Nun da wir wissen, dass der Absturz der Tupolew in Smolensk frühestens um 8.20 und spätestens um 8.41 geschehen sein muss, kann Lech Kaczynski eigentlich den planmäßigen Start am 10 April um 7.00 Uhr nur schwerlich um 30 Minuten verzögert haben, vor allen Dingen deshalb nicht, weil die Piloten vor der tödlichen Landung zur Orientierung noch mehrere Runden über dem Flughafen drehten. Sollte das Flugzeug schon um 8.23 abgestürzt sein, sind wir um eine offizielle Lüge aus Warschau reicher. Der polnische Generalstaatsanwalt Andrzej Seremet hatte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz, bez. dem letzten Gespräch der Kaczynski Brüder schnell noch die Zeit von 20 Minuten vor dem Absturz, auf nur wenige Minuten reduziert. Bei seinen Aussagen blickt aber schon keiner mehr durch, als er zum Ende der Konferenz noch erklärte, dass die Handies der Passagiere bis zuletzt eingeschaltet gewesen seien und man in den letzten Minuten noch SMS versandte sowie Gespräche führte. Dies erscheint zumindest uns sehr unwahrscheinlich, denn das Einschalten von Mobiltelefonen, ausser dem mit einem festen Bausatz verbundenen Satellitentelefon des Präsidenten, war strengsten verboten, eine entsprechende Mobilfunk- Sicherheits-Ausrüstung für die Tupolew war nicht vorhanden. Bekannt wurde auch bereits, dass die vorhanden Sauerstoffmasken an Bord für die Passagiere nicht reichten. Nur 8 hiervon waren an Bord, für Lech Kaczynski und die 7-köpfige Crew.
Polskweb glaubt, dass die Tragödie von Smolensk durch Dritte herbeigeführt wurde. Zu viele Indizien und auch Ungereimtheiten im Verhalten von Politikern und Ermittlern auf beiden Seiten der Grenzen sprechen eine deutliche Sprache. Vier mögliche Versionen stehen hierbei für uns im Raume, wobei wir nur zwei hiervon als höchstmöglich bewerten können : 1) Absichtliche oder unabsichtliche Irreführung der Piloten. 2) Ein Abschuss des Jets durch eine Boden- Luft- Rakete. 3) Eine Entführung der Tu-154 mit einem anschliessend herbeigeführten Absturz ihrer identischen, aber leeren Schwestermaschine welche sich ebenfalls in Russland befand. 4) Eine Aktion einer Iljuschin-72 des Geheimdienstes FSB, die sich in der Nähe der Tupolew befand, also diese in Smolensk eintraf und abstürzte.
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Die Sache stinkt zum Himmel
Geschrieben von: Till () am 13-05-2010 20:43