Warschau - Nachrichten über Ergebnisse der Auswertungen von Flugschreibern der am Samstag bei Smolensk abgestürzten Tu-154 mit dem polnischen Präsidenten an Bord überschlagen sich in den letzten Stunden. In Polen hat sich jetzt die Staatsanwaltschaft in Aufnahmen eines Filmes eingeschaltet, der unmittelbar nach der Katastrophe an der Absturzstelle gedreht wurde. Auf dem nicht einmal zwei Minuten dauernden Film sind am Anfang des letzten Drittels deutliche Schüsse zu hören, die zumindest schon einmal zum Nachdenken anregen, auch wenn es sich hier eventuell nur um explodierende Patronen aus Ersatzmagazinen der Leibwächter des polnischen Präsidenten handelte. Inzwischen gibt es auch Hinweise darauf, dass die Besatzung der Maschine schon in mehr als 500 Metern Höhe wahrgenommen haben könnte, dass ihr Flugzeug abstürzen wird.
Der Film um den es geht, wurde bereits am Dienstag von "Polskaweb" veröffentlicht. Man hört hierauf das Heulen von Sirenen der herannahenden Rettungskräfte, aber auch laute Stimmen, die Aufforderungen wie "Los weg hier" von sich geben und die deutlichen Explosionen, die wie Schüsse aus mittelkalibrigen Pistolen klingen. Die Warschauer Staatsanwaltschaft ist zur Stunde bereits dabei, das Video im Beisen von Experten und Übersetzern zu analysieren. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen in zwei Tagen bekannt gegeben werden - liess ein Sprecher der Militär- Staatsanwaltschaft am Mittwoch Nachmittag verlauten.
Video : Schüsse unmittelbar nach dem Crash
"Schon drei bis fünf Sekunden vor dem Aufprall der Tupolew könnte der Pilot gewusst haben, dass es zu einer Tragödie kommen wird" - hat der leitenden polnische Militär Staatsanwalt Parulski am späten Mittwoch Nachmittag in Moskau bekanntgegeben. Der Oberst wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Geschwindigkeit eines landenden Flugzeugs 150-180 Metern pro Sekunde ist. Man weiss schon dass der Jet mit einer Neigung von etwa 40 Grad schnell runterkam, was bedeutet, dass die Piloten schon möglicherweise 1000 Meter vor dem Aufprall die Katastrophe vor Augen hatten.
Ein an den Untersuchungen teilnehmender Beamter soll Medien darauf hingewiesen haben, dass man durch die Blackbox Auswertungen die Absturzursache bereits kenne, aber aus unbekannten Gründen noch nicht veröffentlicht habe. Demnach haben die Passagiere von ihrem bevorstehenden Tod wohl nichts gewusst, die Piloten in den dramatischen letzten Sekunden schon. Sollte sich diese Aussage bestätigen, wird dies weitere bisher durch Medien verbreite Theorien, über den Haufen werfen.
Update: Zu den möglichen Schüssen an der Absturzstelle ist noch hinzuzufügen, dass diese auch durch Feuer angeheizte Patronen aus den Ersatzmagazinen der Waffen von Sicherheitsleuten des polnischen Präsidenten verursacht worden sein können. Gleichwohl besteht die Möglichkeit, dass russsische Militärpolzisten mit Warnschüssen Plünderer aufschreckten. Auschliessen kann man auch nicht, dass die Autoren des Filmes, die Schüsse später in das Video projeziert haben.
Copyright © Polskaweb News
Schreiben Sie hierzu Ihre Meinung im Forum
Top Artikel
Neuere Artikel
Beliebte Artikel dieser Kategorie |
|
|
Benutzerkommentare  |
|
Durschnittliche Benutzerbewertung
|
|
Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu
|
Warum zweifeln?
Geschrieben von: skeptiker () am 09-05-2010 08:56