Berlin - Die Bundestags- und Landtagswahlen 2009 in der Bundesrepublik Deutschland sind gelaufen. Die Ergebnisse zeigten schon nach den ersten Trendmeldungen vom Forsa Institut, dass die große Koalition vom Wähler abgestraft wurde, wenn auch die Sozialdemokraten hier mit einem Verlust von über 10 Prozent gegenüber den Wahlen von 2005 am meisten eingebüsste. Nach den ersten Hochrechnungen war klar, dass die SPD mit nur 23,3 Prozent aller abgegebener Stimmen ihr schlechtestes Ergebnis aller Zeiten eingefahren hatte. Auch der CDU ging es nicht diesbezüglich nicht besser, denn auch sie hatte seit 1949 noch nie mit einem schlechten Wahlergebnis aufgewartet, verlor allerdings mit erreichten 33,5 Prozent natürlich lange nicht so viele Stimmen wie ihre Koalitionspartnerin. Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit sich und dem Wahlergebnis augenscheinlich hochzufrieden, verschwieg es zumindest an diesem Abend, dass ihre Koalitionsregierung in der letzten Legislaturperiode weitestgehend versagt hatte, womit man Nichtwähler und Protestwähler im großen Umfange mobilisert hatte.

Die FDP erreichte mit 14,3 Prozent ihr bestes Ergebnis aller Zeiten bei einer Bundestagswahl und war somit ohne Zweifel erste Wahl von Protestwählern , die sich hauptsächlich aus früheren Stammwählern der SPD und CDU zusammensetzten. Selbst die Linken und Grünen erreichten mit 12,2 und 10,0 Prozent nie dagewesene Wahlerfolge. Man kann sich nur für den Mut und die Weitsicht der Umsteiger bei ihnen bedanken, die Deutschen haben sich offensichtlich wieder gefangen und sich für mehr Demokratie und Deutschland entschieden.
Alleine schon im Wahljahr waren die politischen Fehler der großen Koalition nahezu katastrophal und mussten abgestraft werden. Merkels Küsse mit ausländischen Staats- und Regierungschefs mit dem deutschen Scheckbuch in der Hand, die etwas feige Haltung der SPD in der Frage um Erika Steinbach und die viel zu früh geschehene Schengen- Ost Erweiterung, welche vor allen Dingen Berlin zu verantworten hatte, hatte selbst jahrzehntelang treue Stammwähler abgeschreckt.
Die CDU wird mit ihrer zuletzt teilweise gar antideutschen Globalpolitik, in den nächsten Jahren noch mehr Probleme bekommen und dann war es das mit der großen Volkspartei. Die SPD ist bereits kaum noch eine solche. Man hatte sich vor allen Dingen mit den Nachkommen von Millionen Vetriebenen und auch mit den typischen SPD Wählern, den Beamten angelegt, die der Partei heute auch zum Dank diesen gigantischen Verlust bescherten.
Dass die Protestwähler nicht in Massen zur NPD übergelaufen sind, sondern eher zu den Linken, hängt sicherlich damit zusammen, dass die Rechten eigentlich keinen Plan hatten und mit dummen Aktionen im Wahlkampf negativ- Schlagzeilen produzierten. So sind sie es selbst Schuld, dass sie nach wie vor in der Bundespolitik keine Rolle spielen. Gerade aber in einer Demokratie sollte es aber auch einen gesunden Gegenpol zu einer wachsenden Linken geben, denn so etwas gibt es nicht im Bundestag, zumindest nichts Ernsthaftes.
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Das kann man wohl sagen ...
Geschrieben von: Merz () am 29-09-2009 14:43