ANKARA - Nach einem schweren Erdbeben der Stärke 6,0 im Osten der Türkei haben die Behörden bisher über 60 Tote und einhundert Verletzte gemeldet. Das Zentrum des Bebens, was in der Nacht gegen 04.32 Uhr Ortszeit (03.32 Uhr MEZ) Tausende aufschreckte und auf die Strassen trieb, lag in der Nähe des ostanatolischen Dorfes Basyurt in der Provinz Elazig, rund 550 Kilometer östlich von Ankara. Laut Provinzgouverneur Muammer Erol suchen Rettungsmannschaften seit dem frühen Morgen unter den Trümmern von Gebäuden mehrerer Dörfer nach Toten und Überlebenden. Die Arbeit ist sehr gefährlich, denn seit dem Hauptbeben haben mehr als 40 kleinere Beben die Region erschüttert und einige der bereits beschädigten Gebäude endgültig zum Einsturz gebracht. Weltweit werden seit Wochen verstärkte seismologische Aktivitäten gemeldet. Die Türkei gilt als besonders erdbebengefährdet, da hier Kontinentalplatten kollidieren.
Besonders betroffen wurden bei dem nächtlichen Beben, das etwa eine Minute andauerte, die Ortschaften Okcular, Yukari Kanatli und Kayali. Hier wurde ein großer Teil der Häuser zerstört. Die Bewohner waren, als sich die Erde bewegte, in Panik ins Freie gelaufen. Die meisten schliefen dann ausserhalb von Gebäuden, aus Angst vor den Folgen weiterer Erdstösse. Das heftigste Nachbeben ereignete sich in der betroffenen Region gegen 10.00 Uhr Ortszeit, wobei ebenfalls Paniken ausgebrochen sein sollen. Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Cemil Cicek, Staatsminister Cevdet Yilmaz, Minister für Wohnungsbau Mustafa Demir und Gesundheitsminister Recep Akdag sind auf dem Wege in das anatolische Erdbebengebiet.
Schon am Sonntag Abend gegen 22:58 Uhr (Ortszeit), hatte sich ein Vorbote des Bebens in Ostanatolien, in der Provinz Kütahya mit einer Stärke von 3,7 angemeldet. Hier kamen in 1970 in der Ortschaft Gediz bei einem Erdbeben 1100 Menschen um. Im August und November 1999 starben bei zwei Erdbeben im Nordwesten der Türkei fast 20.000 Menschen. Auch in anderen Teilen der Welt bebt seit Wochen die Erde und hat wie z.B. in Chile und Haiti, gewaltige Zerstörungen angerichtet. Auch polnische Seismologen sprechen von zunehmenden seismologischen Aktivitäten in Polen. Erst am Samstag hatte die Erde in Auschwitz kurzeitig gebebt. Die Stärken lagen zuletzt bei bis zu 4,5 auf der Richterskala. Starke Aktivitäten wurden in Kleinpolen und Schlesien gemessen.
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