WARSCHAU - Wahrscheinlich mehr als hunderttausend Menschen, hierunter auch viele Ausländer, wurden durch ein Erdbeben nahe der Haupstadt Port-au-Prince der Karibik- Insel Haiti getötet, sagte am Mittwoch Premierminister Jean Max Bellerive der Nachrichtenagentur Reuters. Ein starkes Erdbeben der Stärke 7,3 auf der Richter-Skala, hatte eines der ärmsten Länder der Erde, am Dienstag um 16.33 Ortszeit erschüttert und gigantische Zerstörungen in der Hauptstadt angerichtet. Auch am späten Mittwoch Nachmittag herrscht immer noch Chaos im Erdbebengebiet, keine Spur von koordinierten Rettungsarbeiten. Unzählige Regierungen der Erde bereiten zur Stunde Hilfsaktionen für die Insel vor. Transportflugzeuge aus Mexiko, Spanien, den USA und Brasilien sollen bereits mit Rettern und Hilfsgütern auf dem Wege in die Region sein. Millionen wurden von vielen Ländern und der EU als Soforthilfe bereitgestellt. Auch Polen hilft, allerdings mit umgerechnet knapp 35 000 Euro, etwas sehr bescheiden.
US-Rettungsteams waren zuerst in das Erdbebengebiet abgesandt worden, aber noch sind sie offiziell nicht eingetroffen. So bestehen die Rettungsmannschaften vor Ort hauptsächlich aus überlebenden Bewohnern von Port-au-Prince, die mit bloßen Händen versuchen noch Lebende in Schutt und Asche zu finden. Wie hoch die Zahl der Toten und Verletzten ist weiss natürlich noch niemand, doch nach Schätzungen aus Regierungskreisen könnten es mehr als 100 Tausend Tote sein und mindestens doppelt so viele Verletzte. 3 Millionen Menschen sollen von der Jahrhundert- Erdbeben- Katastrophe betroffen sein.
Nach einer Meldung des polnischen Aussenministeriums werden vier von acht sich auf Haiti aufhaltenden Polen vermisst. Die Regierung in Warschau hat eine Soforthilfe für Haiti in Höhe von umgerechnet 34.500.- Euro bereitgestellt. Das Geld soll an das polnische Rote Kreuz zur weiteren Verwendung überwiesen werden. Brasilien und Spanien beteiligen sich in höchstem Maße an den ersten Hilfsaktionen. Neben 10 Millionen Dollar Soforthilfe aus Sao Paulo, schickt man Ärzte, Hilfsgüter und Logistik pausenlos Richtung Haiti ab. Die USA will nun einen Flugzeugträger nach Port-au-Prince in Gang setzen. Kanada, Mexiko und sogar Russland beladen derzeit Flugzeuge mit Hilfsgütern und Rettern, die noch am Mittwoch starten sollen.
Unter den bestätigten ausländischen Toten befindet sich die Frau des brasilianischen Botschafters auf der Insel, sowie über 100 Blauhelme, meist aus Brasilien und Chile. Auch die Leiterin einer ausländischen Kinder- Hilfsorganisation soll ums Leben gekommen sein. Von den 300 Gästen im Hotel Montana, dem einzigen Luxus-Hotel in Port-au-Prince wo meist Ausländer absteigen, sollen nur etwa Hundert in der Lage gewesen sein auf die Straße zu laufen, bevor das Gebäude einstürzte. Dutzende Franzosen und Spanier werden vermisst. Ein noch funktionierender haitisches berichtete: "Die Stadt ist tot, die Straßen voller Leichen, ein Teil von Haiti existiert nicht mehr."
Angelina Jolie spendet 20mal so viel wie Polen
Die große Hilfsaktion für Haiti läuft nun richtig an. Die Weltbank und hunderte nationale Banken stellen dem armen Land große Summen zur verfügung. Auch Künstler helfen mit großen Summen. Angelina Jolie und Brad Pitt, gar mit einer Million Dollar, das ist zwanzig Mal so viel wie Polen beisteuert, das reichste Land der neuen EU- Staaten aus dem Osten. Prominent wie Oprah Winfrey, Paris Hilton, Chris Martin, Lindsay Lohan, Ben Stiller haben weitere Millionen ohne zu zögern bereitgestellt.
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Erdbeben
Geschrieben von: Jonathan () am 16-01-2010 16:00